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Fußball: Regionalliga West

"Es war ein Knorpel" - Preußen-Coach Hildmann lässt milderne Umstände walten

Münster

Der SC Preußen Münster lässt beim 0:0 gegen den SV Rödinghausen erstmals in der Regionalliga-Spielzeit Punkte liegen. Die Gründe dafür sind vielfältig - besonders bitter: Joshua Holtby muss schon nach zwei Minuten vom Platz. 

Von Thomas Rellmann

Zwar liefen die Preußen wie hier Nicolai Remberg (gegen Gerrit Kaiser) den Rödinghausern oft davon – gebremst wurden sie dennoch meist mit rustikalen Mitteln.
Foto: Sebastian Sanders

Die Bäume wachsen auch für Preußen Münster nicht in den Himmel. Das war die schmerzhafte Erkenntnis nach dem 0:0 gegen den SV Rödinghausen, mit dem Platz eins zwar verteidigt, jedoch auch die erste Enttäuschung der Saison verbucht wurde. Coach Sascha Hildmann stellte sich sogleich vor sein Team, ließ mildernde Umstände walten wie einen knüppelharten Tabellenvorletzten und einen Schiedsrichter Thibaut Scheer, dem das Geschehen völlig aus dem Ruder lief. „Kein Vorwurf, wir haben alles gegeben, viel investiert, uns verausgabt“, sagte er.

Die eigenen Personalprobleme, die sich durch die Verletzung von Joshua Holtby nach 120 Sekunden (Mirko Schuster erhielt für den Tritt in den Rücken nicht mal Gelb) verschärften, waren ein anderer Aspekt. Und natürlich verteidigten die Ostwestfalen bei der Trainerpremiere von Carsten Rump auch leidenschaftlich wie diszipliniert. „Sie haben früh gepresst, wir hatten Schwierigkeiten, die erste Linie zu überspielen“, so Hildmann.

Großes Pech für Joshua Holtby

Neuzugang Farrona Pulido trifft den Pfosten

Auch wenn sich der SVR keine Chance erspielte, gehört zur Wahrheit, dass auch die Münsteraner selten Lösungen fanden, nicht das Selbstverständnis wie in den bisherigen 13 Test- und Pflichtspielen entwickelten. Gerade die Außen trugen weniger bei als zuletzt, auch wenn Manuel Farrona Pulido bei seinem Debüt die beste Möglichkeit besaß. Sein von Patrick Choroba abgefälschter Schuss klatschte an den Pfosten (29.). „Im Nachhinein regt es mich auf, dass er da dran war. Geht der rein, gewinnen wir nicht nur 1:0“, sagte er. Der Neuzugang lieferte zumindest vor der Pause viele Lichtblicke.

Die zweite Top-Möglichkeit hatte im Zusammenspiel der Joker Luke Hemmerich, als er in der Nachspielzeit eine Flanke von Marvin Thiel auf den Kasten köpfte, Keeper Alexander Sebald reagierte stark (90.+2). Es hätte zu den letzten Wochen gepasst, wenn auch der drin gewesen wäre. Abschlüsse von Jannik Borgmann (8.) und Julian Schauerte (61.), dazu zwei Hereingaben, die der früh eingewechselte Jan Dahlke verpasste (30., 54.), waren weitere Annäherungen.

Wieder kein Duell der Hoffmeier-Zwillinge

Der Ausfall von Holtby, nach dem Gerrit Wegkamp sich auf die ungewohnte Achterposition begab, trug auch nicht dazu bei, dass der SCP auf Touren kam. „Erst mal hat der Schiri nach dieser Szene dazu beigetragen, dass es härter wurde. Rödinghausen hat ausgereizt, was er erlaubt hat“, so Hildmann. „Aber es war danach auch ein Eingriff in unsere Struktur. Die Laufwege waren bei diesen Verschiebungen andere, da leistet man sich auch mal Fahrkarten.“ Die Abspielquote war in der Tat nicht gut, das galt für den langen Ball wie auch für den letzten oder vorletzten Pass. „Es war ein Knorpel“, gestand der Pfälzer und meinte das so: zäh, kompliziert, ohne zündende Idee.

Preußen scheut das letzte Risiko

„Der Gegner hat uns aus dem Konzept gebracht, wir haben uns auf diese Spielweise eingelassen und viele Fehler gemacht“, räumte auch Dennis Daube ein. „Die wenigen Chancen, die wir hatten, hätten wir reinmachen müssen“, so der Mittelfeld-Routinier. Das letzte Risiko aber scheuten die Preußen, anders als etwa zum Auftakt gegen Aachen.

Eine gewisse Trägheit weichte zumindest auf, als sich die Provokationen des bissigen Gastes häuften. Alles wollten sich die Adler doch nicht bieten lassen. Nicolai Remberg wandelte dabei auf schmalem Grat, auch Hildmann war an der Linie außer sich. Die Innenverteidiger Simon Scherder und Marcel Hoffmeier langten zu, Keeper Max Schulze Niehues handelte sich bei seiner einzigen Beanspruchung eine Verwarnung fürs Sich-Vorknöpfen von Schuster ein. Leblos war die Vorstellung also nicht. Und von einem Liebesentzug des Publikums war am „Homecoming-Day“ ohnehin nichts zu spüren.

Besuch von "Eisen" Menig ung Stoll

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