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Fußball: Regionalliga West

Spielabbruch in Essen: Tatverdächtiger ermittelt

Essen

Nach einem Böllerwurf musste in der Fußball-Regionalliga West das Spitzenspiel zwischen Rot-Weiss Essen und Preußen Münster abgebrochen werden. Nach dem Ausgleichstreffer der Gäste flogen Feuerwerkskörper aus der Essener Fankurve in Richtung Spielfeld, der Polizei gelingt ein erster Erfolg.

Von Thomas Rellmann und Alexander Heflik

Marcus Uhlig Foto: Jürgen Peperhowe

Es sollte ein Fußballfest werden, diese Spitzenpartie der Regionalliga West. Stattdessen kam es zum Skandalspiel. Eine Viertelstunde vor Schluss wurde das Gipfeltreffen zwischen RW Essen und Preußen Münster am Sonntagnachmittag abgebrochen.

Ein Böllerwurf aus dem Heimblock war ursächlich hierfür. Zwei SCP-Auswechselspieler, die sich gerade hinter dem Tor warm machten, wurden in Mitleidenschaft gezogen. Marvin Thiel erlitt ein Knalltrauma, auch sein Kollege Jannik Borgmann kam nach dieser Szene nicht mehr für einen Einsatz infrage.

Wie die Polizeileitstelle Essen am späten Sonntagabend auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, ist ein Tatverdächtiger noch im Stadion ermittelt und festgenommen worden.

Niemeyer: "Spieler nicht mehr spielfähig"

Preußen-Sportchef Peter Niemeyer sagte nach dem Abbruch: „Das sind Szenen, die keiner sehen will. Unser Mannschaftsarzt und ein neutraler Mediziner haben festgestellt, dass die Spieler nicht mehr spielfähig sind.“ Danach war klar, dass Schiedsrichter Christian Scheper nicht wieder anpfeifen würde.

Bis die Entscheidung so kommuniziert wurde, dauerte es rund 25 Minuten. Anschließend trugen Polizeibeamte und Sicherheitsleute dafür Sorge, dass die Abreise der enttäuschten und wütenden Heimfans diszipliniert über die Bühne ging. Immerhin das gelang.

Die Frage nach der Wertung der Partie – zur Debatte stehen unter anderem ein 2:0 für die Preußen oder ein Wiederholungsspiel – wollte und konnte am Sonntag noch niemand beantworten. Eine Frage für Juristen. Wenige Momente vor der Explosion des Feuerwerkskörpers hatte Münster, angereist als Tabellenzweiter, gegen den Spitzenreiter zum 1:1 durch Gerrit Wegkamp ausgeglichen.

Mehrheit in Essen zeigt Solidarität

Auch Marcus Uhlig, Vorstandsvorsitzender der Essener, zeigte sich geschockt über das Ereignis. „Natürlich hätten wir das Spiel gern zu Ende gebracht. Ein Abbruch kann ja immer nur die letzte Lösung sein. Wir haben gehofft, dass die Spieler nicht so sehr in Mitleidenschaft gezogen wurden“, sagte er.

Immerhin registrierte der Clubchef, dass die überwiegende Mehrheit im Stadion Solidarität mit den verletzten Spielern zeigte und genauso entsetzt war. Das taten viele Anhänger auch mit Sprechchören kund. Allerdings herrschte im gesamten Verlauf der Partie in Teilen der Fanblöcke auch eine extrem aufgeheizte Stimmung, auf dem Feld ging es ebenfalls hitzig zu, aber nie unfair. Dass das Top-Spiel letztlich so enden würde, hatte sich dennoch nicht angedeutet.

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