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Fußball: Regionalliga West

Ein echter Angstgegner: Preußens Grauensbilanz gegen Rödinghausen

Münster

Die Preußen können gegen den SV Rödinghausen praktisch nicht gewinnen. In der vergangenen Saison gab es weder in der Liga einen Sieg, noch im Westfalenpokalfinale. Ein Blick auf die Horrorbilanz und die vergangenen Spiele gegen den Angstgegner.

Von Alexander Heflik

Frust pur, Münster verliert im Februar mit 0:1 in Rödinghausen. Am Samstag gibt es ein Wiedersehen, die Preußen wollen dann in einer anderen Gefühlslage das eigene Stadion verlassen. Foto: Jürgen Peperhowe

Carsten Rump witterte eine Verschwörung des Westdeutschen Fußball-Verbands mit dem SC Preußen Münster. Der Spielplan, die Verlegungen, einfach alles sei zugunsten der Adler abgestimmt. Dass er auch noch einen DDR-Vergleich herstellte, machte die Sache nicht einfacher für den Coach des SV Rödinghausen. Am Anfang der Saison ließ der Ex-Profi aus Bielefeld so mal richtig Dampf ab, schon irgendwie populistisch. Keine 48 Stunden später ruderte er dann recht nüchtern und kleinlaut zurück, erklärte sich, entschuldigte sich.

„Wer sich entschuldigt, der ist schuldig“, sagte Trainerkollege Sascha Hildmann, und gleichzeitig wohl härtester Konkurrent der Rödinghauser, nach dem Sieg am Samstag in Wiedenbrück über Lippstadt (3:0) und brach damit eher keine Lanze für Rump. Der SCP zementiert aktuell seine Anführerrolle in der Regionalliga West. Am Samstag sehen sich beide wieder – neunter Spieltag, das absolute Spitzenspiel. Erster (Münster) gegen Zweiter (Rödinghausen). Gewinnt Preußen, wäre das fast schon der Bruch zur Zweiklassen-Gesellschaft in der Liga: Münster und der Rest der Klasse.

Bereits das erste Testspiel ging in die Hose

Aber auch das ist Realität: Erst seit 2015 gibt es überhaupt diese fußballerische Fehde zwischen den Clubs, nach zwei Testspielen, vier Pokalpartien und vier Regionalliga-Begegnungen steht bis hierhin fest, dass der SVR eindeutig ein Angstgegner der Preußen ist. Münster gegen Rödinghausen ist echt Halloween. Gruselig aus Sicht der Preußen. Vielleicht hätte man es erahnen können, als der damalige Drittligist in einem allerersten Testspiel am 10. November 2015 mit 0:2 gegen Rödinghausen verlor – einzig Torwart Max Schulze Niehues aus dem heutigen Aufgebot spielte damals mit. Es folgte eine Grauensbilanz.

21. Februar 2017: Der SCP scheidet im Westfalenpokal-Viertelfinale gegen den SVR mit 0:1 aus, die Hoffnung des finanziell klammen Clubs auf eine warme Euro-Dusche im sechsstelligen Bereich ist mal wieder dahin.

10. Oktober 2018: Im Westfalenpokal-Achtelfinale verliert Münster 1:2 – dabei hatte Martin Kobylanski noch für das 1:0 gesorgt. Wieder löst sich eine mögliche sechsstellige Pokaleinnahme im nationalen Wettbewerb in kühle Luft auf.

4. September 2019: Westfalenpokal, die Dritte. In der 2. Runde verliert der SCP nach torloser Spielzeit im Elfmeterschießen mit 3:4, weil Alexander Rossipal (heute Waldhof Mannheim) und Heinz Mörschel (aktuell vereinslos) nicht treffen. Wie war das noch mit der garantierten sechsstelligen Einnahme im DFB-Pokal?

Entscheidende Niederlagen in der Vorsaison

23. März 2022: Die Mutter aller Niederlagen für den SCP, und wenn man die Vorsaison hin- und herrechnet, das Spiel, das über Aufstieg und Vizemeisterschaft womöglich entschieden hat – dann könnte es dieses gewesen sein. Gerrit Kaiser trifft für Rödinghausen zum 1:0, der SCP vermasselt diesen Auftritt – hätte es zum Punkt gereicht, am Ende wäre der Club mit einem Zähler Vorsprung wohl aufgestiegen.

21. Mai 2022: Ach ja, den Westfalenpokal gab es danach auch noch. Eine Woche, nachdem die Meisterschaft in der Regionalliga und der Drittliga-Aufstieg verpasst wurden, geht es um den Einzug in die Hauptrunde. Finale, man muss ja nicht gleich von Berlin träumen, aber zumindest von der ersten Hauptrunde. Henok Teklab gleicht zum 1:1 in der regulären Spielzeit per Strafstoß aus. Im Elfmeterschießen drückt sich der eine oder andere, Teklab, Jan Dahlke und Darius Ghindovean verschießen zudem, das ist die 3:4-Niederlage für Münster. Schon wieder gegen Rödinghausen. Im Etat fehlen damit gut und gerne 250 000 Euro, vielleicht sogar mehr.

So gesehen hat der SV Rödinghausen nicht nur erst einmal in acht Begegnungen gegen Münster verloren, sondern die Preußen mindestens eine Million Euro über die Jahre gekostet, wenn man potenzielle Einnahmen addiert. Und jede Menge Nerven sowieso

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