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Fußball: Regionalliga West

Der unersättliche Athletikcoach der Preußen: So tickt Tim Geidies

Münster

Dieser Mann hat Feuer. Tim Geidies ist nicht nur der Athletikcoach für Profis und U 23 von Preußen Münster, sondern hat nun auch Schiedsrichter und Schwimmtalente der SGS Münster unter seinen Fittichen. Daneben noch studieren? Kein Problem.

So kennt man Tim Geidies: in kurzer Hose und voller Elan beim Anleiten des Athletiktrainings Foto: Jürgen Peperhowe

Als Athletiktrainer für die Profis und große Teile des Nachwuchsbereichs von Preußen Münster kann sich Tim Geidies nicht beklagen über zu viel Freizeit. Aber der 33-Jährige hat eben einen ganz eigenen Zugang zum Thema Job und Arbeit. „Ich liebe beides, und ich möchte einfach jeden Tag besser werden und lernen“, sagt er. „So viel wissen, wie’s eben geht, und es dann auch bestmöglich anwenden.“

Insofern verwundert es nicht, dass sich der gebürtige Hammer noch weitere Aufgaben zumutet. Im Fernstudium (Sports & Exercise Science an der DHGS Unna) möchte er bis Herbst 2023 seinen Master fertig haben und danach noch die Promotion dranhängen. „Die Verknüpfung von Theorie und Praxis macht Bock.“

Auch die SGS setzt jetzt auf Geidies

Zugleich hat Geidies jedoch auch das Athletiktraining für den A-Kader der SGS Münster übernommen. „Das passt perfekt vor die Einheiten mit der U 23.“ Im Kraftraum in der SCP-Haupttribüne nimmt er sich montags, mittwochs und freitags zehn bis 15 Schwimmtalente vor. Der Kontakt kam über seinen Vorgänger Baris Türkel und dann Chefcoach Markus Erth zustande.

„Alle sind aus dem jüngeren Bereich schon super vorbereitet, wir individualisieren dann viel über Gewichte“, sagt Geidies. „Wir setzen Grundlagen, passen an, arbeiten aber noch nicht so spezifisch, weil die Mädels und Jungs ja noch alle Disziplinen schwimmen.“

Darüber hinaus schult der Fitness-Experte einmal im Monat noch die Verbandsschiedsrichter und das Perspektivteam im Fußball-Kreis Münster, dessen Referee-Chef Philipp Hagemann ihn angesprochen hatte. Dabei geht es auch um körperliches Bewusstsein, Mobilitätstraining, konditionelle Reize, Kraft- und Dehnübungen oder den Laufstil.

„Deutlich mehr als 50 Stunden pro Woche“

„Ich komme schon auf deutlich mehr als 50 Stunden in der Woche, aber mir macht es eben Spaß, es ist fast wie ein Hobby“, sagt Geidies. „Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich noch mehr machen. Aber ab und an stoße ich dann an Grenzen. Trotzdem macht mir mein Leben Freude, ich möchte mit niemandem tauschen und weiß um das Privileg, mit Sport Geld zu verdienen.“ Das Studium erledigt er meist vor den ersten Einheit mit dem SCP oder eben in den Abendstunden.

Dass Schiris, Profifußballer und junge Schwimmer zwischen 15 und 18 drei völlig unterschiedliche Zielgruppen sind, macht Geidies nichts aus. „Die Ansprache ist überall anders, das ist auch schon zwischen Junioren- und Senioren-Kickern so“, sagt er. „Aber natürlich sind die Unterschiede zwischen den Sportarten extrem. Bei Individualathleten muss ich keine großen Worte verlieren, die wissen, dass Kraftaufbau primäre Auswirkungen auf die Leistungen hat.“ Doch wer Geidies bei der „Maloche“ zusieht, ahnt, dass auch die Preußen-Spieler mehr oder minder dezent auf diese Erkenntnis gestoßen werden.

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