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Fußball: Regionalliga West

Trotz Rückstand deutlicher Startsieg für Preußen gegen Wattenscheid

Münster

Ein Warnschuss zwölf Minuten nach dem Saisonanpfiff schockte Preußen Münster nur kurz. Der Titelfavorit erledigte die Aufgabe gegen die SG Wattenscheid 09 zum Auftakt ohne Glanz, aber mit dem erwarteten Ergebnis, das am Ende mit 4:1 (2:1) sogar deutlich ausfiel.

Von Thomas Rellmann

Neuzugang Andrew Wooten schoss das erste der vier Preußen-Tore gegen Wattenscheid und ließ sich entsprechend feiern. Foto: Jürgen Peperhowe

Im ersten Saisonspiel war noch phasenweise Sand im Getriebe, doch zum Schluss juckte das fast niemanden mehr. Denn dank individueller Klasse hat Preußen Münster nicht nur Sieg Nummer eins in der Tasche, sondern auch gleich mal ein paar Treffer gelandet. Das 4:1 (2:1) gegen die SG Wattenscheid 09 war auch in der Höhe vollkommen verdient, auch wenn der Vorjahresvize nicht die Sterne vom Himmel spielte. Weil die Automatismen mit einem auf vielen Positionen erneuerten Kader noch nicht wie gewohnt sitzen, wurde der Meisterschaftsanwärter anfangs zu selten zwingend und ließ es am Ende doch noch krachen.

Trainer Sascha Hildmann gefiel der Auftritt vor großer Kulisse (6929 Zuschauer) gut. „Riesenkompliment an die Fans erst mal, das hat Riesenspaß gemacht“, sagte er. Sportlich hatte er durchaus ein paar Kritikpunkte: „Anfangs haben wir uns schwergetan im Positionsspiel, waren zu hektisch. Der Konter zum 0:1 darf nicht passieren. Nach dem 1:1 wurden wir etwas besser. Das 2:1 war Gold wert, nach der Pause war es dann eine klare Sache. Da hätten wir eins mehr machen können, auch wenn es schwer war, Lücken zu finden gegen die engagiert verteidigende Abwehr.“

Fünf Neue in der Startelf

Der SCP begann mit Simon Scherder im Abwehrzentrum, der den Vorzug vor Niko Koulis erhielt. Yassine Bouchama bekam den Zuschlag im Mittelfeld, Darius Ghindovean musste auf der Bank bleiben. Genau wie Manfred Kwadwo, der das knappe Rennen gegen den rechten Flügelstürmer Shaibou Oubeyapwa verlor. Oubeyapwa, Bouchama, Marc Lorenz, Andrew Wooten und Alexander Hahn waren die fünf Neuen in der Startelf. Draußen blieben unter anderem Dennis Grote und Gerrit Wegkamp.

Die Stimmung rund ums Stadion und auf den Rängen war bestens. Nur als die Clubhymne der Gäste vor dem Anpfiff eingespielt wurde, fanden das viele nicht so lustig. Münster begann druckvoll, vor allem über die linke Seite. Nach sechs Minuten hätte es fast geklingelt, doch Thomas Kok verzog nach schönem Doppelpass mit Wooten freistehend. Es ging fast nur in eine Richtung, doch dann luden die Hausherren den Gegner geradezu zum Toreschießen ein. Eine schwache Lorenz-Ecke wurde direkt geklärt. Das eigentlich Erschreckende geschah aber dann. Die Absicherung der Preußen war ungenügend. Emre Yesilova nahm Tempo auf und im perfekten Moment an der Mittellinie Kim Sané mit, der freie Bahn hatte und cool im Abschluss blieb (12.). Der Außenseiter führte plötzlich.

Wooten beweist echte Abschlussqualität

Doch die Antwort folgte prompt! Scherder spielte einen schönen Steilpass in den Sechzehner, wo Wooten den Ball kurz annahm, nicht lang fackelte und optimal ins lange Eck vollstreckte (16.). Dafür wurde er geholt: echte Abschlussqualität! Der US-Amerikaner hatte auch noch nicht genug und setzte gleich den nächsten Torschuss an (22.). Doch obwohl der tief stehende Neuling nicht gerade sicher wirkte und einige Ballverluste beklagte, fanden die Gastgeber selten eine Lücke. Sie ließen es im Aufbau ruhig angehen. Gefahr ging, wenn dann von Wooten aus, der gute Laufwege hatte und immer wieder gesucht wurde von seinen Kollegen. Die Versuche von Henok Teklab (36.) und Alexander Langlitz (37.) waren kein Problem für SGW-Schlussmann Bruno Staudt.

Beinahe hätte Wattenscheid kurz vor der Pause sogar mit dem zweiten Konter zum zweiten Mal zugeschlagen. Einen eigentlich harmlosen Befreiungsschlag von Eduard Renke ließ Hahn mit einem Stellungsfehler an der Mittellinie passieren. Sané lief allein auf Max Schulze Niehues zu, scheiterte dann aber bedrängt von Scherder am Keeper (43.).

Teklab verwandelt cool per Elfmeter

Stattdessen gab es in der Nachspielzeit Elfmeter für die Münsteraner. Bouchama behauptete den Ball geschickt und ging dann nach einem Körperkontakt von Phil Britscho zu Boden. Referee Martin Ulankiewicz deutete auf den Punkt – und Teklab verwandelte cool zum 2:1 (45.+2). Das tat dem Dribbler, der im Mai im Pokalfinale gegen Rödinghausen vom Punkt vergeben hatte, sichtlich gut. Direkt danach war dann Pause.

Den ersten Aufreger nach dem Seitenwechsel lieferte Oubeyapwa, der mit einer verunglückten Flanke die Latte traf (51.). Mit Teklabs Distanzschuss hatte Staudt Schwierigkeiten (53.). Am Bild änderte sich nichts, der SCP besaß meist den Ball und suchte Lösungen. Teklab prüfte den Wattenscheider Torhüter noch ein weiteres Mal (65.). Die Partie trottete so ihrem Ende entgegen, ohne dass der Aufsteiger noch groß gefährlich wurde. Auch die Preußen taten nicht mehr als nötig, wobei das natürlich nicht ohne Risiko war. Der eingewechselte Darius Ghindovean hatte eine Chance (70.), Staudt kratzte einen Lorenz-Freistoß aus dem Winkel (75.), ein Kopfball von Manfred Kwadwo landete auf dem Tornetz (77.).

Plötzlich Partystimmung im Preußenstadion

Die Entscheidung fiel dann nach einem Standard. Hahn, hinten noch mit Problemen, köpfte völlig blank eine Ecke von Teklab zum 3:1 ins Tor (79.). Keine Minute später erhöhte Ghindovean nach Kwadwo-Steilpass sogar noch, indem er Staudt überlupfte (80.). Plötzlich war Partystimmung an der Hammer Straße angesagt. Jetzt war das Resultat standesgemäß. Ghindovean traf nach erneutem Kwadwo-Pass noch den Pfosten (84.). Die Gäste fielen jetzt beinahe in sich zusammen und waren froh, als nach 90 Minuten pünktlich Feierabend war.

Spieler der Partie: Henok Teklab

Kapitän Lorenz sagte: „Das Beste war die Reaktion nach dem 0:1. Der Wille war da, vielleicht anfangs zu viel Wille.“ Torschütze Wooten war happy: „Über das Tor bin ich sehr glücklich. Gut, dass wir nach dem Gegentor ruhig geblieben sind. Am Schluss hat man dann unsere Qualität gesehen.“

SCP: Schulze Niehues - Langlitz, Scherder, Hahn, Lorenz - Kok - Remberg, Bouchama (61. Ghindovean) – Oubeyapwa (61. Kwadwo), Wooten (77. Wegkamp), Teklab (82. Grote)

SGW: Staudt – Renke (56. Yildiz), Malcherek, Schurig, Britscho – Lucas, Sindermann (82. Hinnenkamp) – Kaminski (65. Kesim), Esser (69. Cissé), Yesilova - Sané

Schiedsrichter: Martin Ulankiewicz (Lirich)

Tore: 0:1 Sané (12.), 1:1 Wooten (16.), 2:1 Teklab (45.+2), 3:1 Hahn (79.), 4:1 Ghindovean (80.)

Zuschauer: 6929

Gelb: Teklab / Schurig, Kaminski, Malcherek

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