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Fußball: B-Junioren-Bundesliga

Und plötzlich Torjäger! Fallbrock startet bei Preußen durch

Münster

Acht Tore in neun Bundesliga-Spielen: Benedikt Fallbrock (16) hat bei Preußen Münsters U17 voll eingeschlagen. Dabei wurde das Talent erst im Sommer zum Angreifer umfunktioniert. Wo die Reise enden soll? Ungewiss.

Von Jonas Austermann

Kaum zu halten von den Gegnern in der B-Junioren-Bundesliga: Preußen Münsters Torjäger Benedikt Fallbrock (rechts) Foto: Peter Leßmann

Benedikt Fallbrock – diesen Namen hatte noch im vergangenen Sommer kaum jemand in Fußball-Deutschland auf dem Zettel. Ein halbes Jahr und acht Tore in der B-Junioren-Bundesliga später dürfte sich das erledigt haben.

Der 16-Jährige von Preußen Münster belegt zur Winterpause Platz drei in der Torjäger-Liste der West-Staffel – und das obwohl er vor seinem Wechsel zu den Adlerträgern zuletzt bei den Minikickern im Angriff gespielt hatte.

Das war damals noch bei Eintracht Münster, wo Fallbrock sich mit etwa drei Jahren fürs Kicken begeisterte. Bis zur C-Jugend blieb er dort und spielte, weil er den Gleichaltrigen körperlich stets überlegen war, fast immer bei den Älteren mit.

Ein Preußen-Mitspieler als Scout

„Das kommt mir bis heute entgegen, weil ich so meine Körperlichkeit weiter ausprägt habe“, sagt Fallbrock, der früh auch etwas mehr Willen an den Tag legte als andere. „Ich bin kein Ausnahmekönner, aber ich wollte immer der Beste sein. Mit dieser Leidenschaft bin ich in jedes Training gegangen“, erzählt er.

Es sollte sich auszahlen. Ein halbes Jahr spielte Fallbrock mit seinen Schulfreunden vom Gymnasium St. Mauritz beim TSV Handorf zusammen, dann rief der SC Münster 08. Erst die U 15, dann schaffte Fallbrock als Jungjahrgang den Sprung in die U 17, Landesliga also. „Bei Nullacht war ich anfangs kein guter Spieler“, meint Fallbrock. „Aber ich habe versucht, mich hochzuarbeiten.“

Als „absoluten Nimmersatt“ lernte auch Preußen-Coach Moritz Glasbrenner Fallbrock kennen. Finn Kentrup, inzwischen selbst in der U 17 am Ball, gab den entscheidenden Hinweis. „Die Rede war von einer richtigen Maschine“, sagt Glasbrenner. In einem Video-Call überzeugte der Kandidat mit seiner reifen Art und der Aussage, er könne sich den Schritt zum SCP vorstellen. Und das äußerte Fallbrock nicht mit „leichter Arroganz“, sondern mit „einer tiefen, inneren Gewissheit“, sagt Glasbrenner.

Probetraining mit Knalleffekt

Ab zum Probetraining also. Die U 17 pausierte noch – Corona, na klar –, aber die U 19 trainierte. Fallbrock war plötzlich mittendrin und schoss in zweimal 30 Minuten drei Tore. „Das war gefühlt bis heute meine beste Leistung bei Preußen“, sagt der 16-Jährige und lacht. Auch Glasbrenner hatte genug gesehen. „Wir haben einen Stürmer gesucht und dachten, der bringt vielleicht alles mit – auch wenn er auf der Position so noch nicht gespielt hat“, erklärt er.

Ganz vorne drin hatte Fallbrock nämlich nur bei den Minikickern und anschließend höchstens aushilfsweise mal gespielt. Lange Jahre lief er als Verteidiger auf, später als Sechser oder Achter im Mittelfeld. „Am Anfang war das sehr ungewohnt“, sagt Fallbrock. „Die ersten Testspiele müssen von außen ganz komisch ausgesehen haben.“ Und auch die Tore fielen nicht.

Wo geht Fallbrocks Reise hin?

Glasbrenner sagt: „Wir haben uns von ihm nicht so viele Tore erwartet, aber pünktlich zum ersten Spieltag war er voll da.“ Fallbrock traf in sieben der neun Spiele im Jahr 2021. Er selbst meint: „Ich habe trotzdem noch einige Lücken in meinem Spiel, weil ich noch nicht so lange auf diesem Niveau spiele.“ Vor allem die Geschwindigkeit des Spiels ist für den 16-Jährigen bisweilen „wahnwitzig“.

Wo Fallbrocks Entwicklung einmal gipfeln soll? Das weiß er selbst noch nicht, nur so viel: „Ich habe bisher noch nicht die Grenze gespürt, an der ich gedacht habe: Ich bin überfordert, hier komme ich nicht weiter.“

Im Sommer soll der Schritt zu Preußens U 19 klappen – und irgendwann mal in den Profifußball. Da hilft es, dass bei den Adlerträgern die Tür für Talente geöffnet ist. „Der Profifußball ist nicht allzu weit weg. Diese Extra-Motivation ist riesig – schon wenn man die Profis oder die U23 neben sich trainieren sieht.“

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