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Fußball: Regionalliga

Warten auf Entscheidungen bei den Preußen

Münster

Die positiven Meldungen rund um Preußen Münster lassen auch knapp 14 Tage nach dem Abstieg auf sich warten. Ein paar Rahmenbedingungen sind immerhin abgesteckt, doch obwohl sich der Sturz in die Regionalliga lange angedeutet hatte, ist noch vieles im Unklaren.

Alexander Heflik

Vor elf Jahren: Mehmet Kara (links) und Torschütze Wojciech Pollok mach dem Last-Minute-Ausgleich zum 1:1 in Essen Foto: Jürgen Peperhowe

Seit knapp zwei Wochen steht der SC Preußen Münster als Absteiger in die Regionalliga fest. Die schnellen Entscheidungen über die ersten beiden wichtigen Personalien sind dabei weder beschlossen noch verkündet. Den Preußen fehlen ein Trainer und ein Sportlicher Leiter, nur mit diesem Gespann kann der Club den Neuanfang in der vierten Liga in Angriff nehmen und ein wettbewerbstaugliches Aufgebot auf die Beine stellen. Transfers und Vertragsverlängerungen bei Spielern kommen erst dann.

Die Marschroute ist klar, dass keine Spieler verpflichtet oder verlängert werden, ehe das sportliche Entscheidungsduo ernannt ist. „Wir werden dem Trainer keine Spieler vorschreiben“, erklärte Bernhard Niewöhner, der kaufmännische Geschäftsführer der ausgegliederten Profi-Abteilung. Was letztlich auch heißen soll: eines nach dem anderen. Zumindest die Trainerfrage soll in dieser Woche geklärt sein, die des Sportlichen Leiters zeitlich nicht weit entfernt davon.

Przondziono ein Thema?

Bislang stehen beim SC Preußen sieben Spieler aus dem Drittliga-Aufgebot unter Vertrag. Gian-Luca Przondziono (SF Lotte) soll dem SCP angeboten worden sein. Der 22 Jahre alte Defensivspezialist Okan Erdogan ist dagegen von anderen Vereinen umworben, hat aber einen gültigen Kontrakt in Münster. Akteure wie Luca Schnellbacher, Lucas Cueto, an dem Viktoria Köln interessiert sein soll, der achtfache Torschütze Heinz Mörschel oder Seref Öczan stehen vor dem Absprung, ihre Verträge haben in der Regionalliga keine Gültigkeit mehr. Was aus den Routiniers, angefangen bei Torwart Max Schulze Niehues über die Verteidiger Simon Scherder und Ole Kittner bis zu Winter-Transfer Jan Löhmannsröben wird, ist zudem offen. Die Profis befinden sich praktisch auf Standby, Geduld ist gefragt.

Der SCP befindet sich in einer Art Warteschleife, erwartet wird eigentlich die Zusage von Sascha Hildmann, der den Club im Januar übernahm. Ihm wird der Neuaufbau zugetraut. „Wir haben vier, fünf Kandidaten für den Sportlichen Leiter in der Auswahl“, sagt Niewöhner, er berichtet von einer Vielzahl intensiver Gespräche. Und: „Vielleicht wird dieser Kandidat ein ganz anderes Gesicht haben.“ Niewöhner meint damit wohl den Vergleich zum bisherigen Sportchef Malte Metzelder, der neben dem sportlichen Bereich auch andere Gebiete „beackert“ hatte. Viele Namen wurden dabei kolportiert, am Wochenende kamen Ex-Spieler Sercan Güvenisik, der mittlerweile als Spielerberater von European Soccer Connection GM tätig ist, und der „Meistercoach von 2011“, Marc Fascher, dazu. Beide dürften kein Thema beim SCP sein.

Geisterspiele drohen

Niewöhner und seine Mitstreiter müssen vielmehr die Eckdaten für den SCP in der nächsten Saison so gut es geht festzurren. Die Saison soll am ersten September-Wochenende starten, in der 21er-Liga stehen 40 Spieltage an. Allerdings ist nicht klar, ob auch die Regionalliga West mit mehreren Spieltagen im Geisterspielmodus starten wird. In diesem Falle wäre das ein wirtschaftliches Desaster, würde zum Beispiel ein Kassenmagnet wie Preußen Münster gegen RW Essen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden müssen. Die Landesregierung NRW hatte am Sonntag die Zuschauergrenze auf 300 Besucher ausgedeht, für eine noch höhere Kapazität müsste ein entsprechendes Hygienekonzept vorgelegt werden. Niewöhner: „Die Erhöhung auf 300 Zuschauer hilft uns nicht weiter.“

Konkurrent RWE

Der SCP würde in der Regionalliga von einem Zuschauerschnitt von rund 4000 plus x Besuchern ausgehen, zwischen 1,5 und 1,7 Millionen Euro wären für einen schlagfertigen Kader aufzubringen – was weit weg ist von den über vier Millionen Euro, die angeblich RW Essen für sein sportliches Aufgebot ausgeben kann.

Positiv ist gegenwärtig, dass es kaum Regress-Forderungen von Zuschauern oder Sponsoren für entgangene Heimspiele gibt. Auch Vermarkter Sportfive (ehemals Lagardère), so Niewöhner, habe da einen „guten Job in der Krise gemacht“.

Andererseits bleiben offene Fragen, nur ein Auszug ist: Bleibt der Hauptsponsor Sunmaker? Wer bleibt von den bisherigen Sponsoren? Wer kann nur mit reduziertem Engagement bleiben? Wer muss sich in Corona-Zeiten aus dem Sponsorenpool zurückziehen? Ein harter Etat mit validen Zahlen ist wohl erst in einigen Wochen vorhanden.

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