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Fußball: Regionalliga West

Wegkamps Tor genügt Preußen beim 1:1 in Wiedenbrück nicht zum Sieg

Wiedenbrück

Die Serie hält, Preußen Münster bleibt ungeschlagen in der Rückrunde nach acht Auftritten. Doch der Fußball-Regionalligist trauerte beim 1:1 (0:1) beim SC Wiedenbrück einem durchaus möglichen Sieg hinterher. Gerrit Wegkamp traf vom Elfmeterpunkt zur Führung, Oliver Zech glich aus. Mittwoch wartet bereits der Wuppertaler SV als nächster Gegner.

Alexander Heflik

Der Ausgleich für den SC Wiedenbrück: Oliver Zech trifft mit einem abgefälschten Freistoß. Foto: Jürgen Peperhowe

Preußen Münster hat den beeindruckenden 1:0-Heimerfolg über RW Essen nicht vergolden können, das fühlt sich jetzt blechern an. Der Fußball-Regionalligist kam beim SC Wiedenbrück über ein 1:1 (0:1) nicht hinaus. Dem Führungstor durch einen verwandelten Foulelfmeter von Gerrit Wegkamp (38.) folgte nicht der erwartete siebte Sieg in diesem Jahr. Trotz vieler Chancen der Preußen sorgten vielmehr die giftigen Hausherren durch einen abgefälschten Freistoß von Oliver Zech (74.) für das am Ende leistungsgerechte 1:1. „Unser Problem war die Chancenverwertung und, dass wir nach der Pause nachgelassen haben“, befand Trainer Sascha Hildmann. Münster bleibt im achten Spiel in diesem Jahr allerdings ungeschlagen, holte 20 von 24 möglichen Punkten. Das Unentschieden von Wiedenbrück schmerzte dann doch, es war mehr möglich.

Wie erwartet gab es keine großen Umstellungen beim SCP, denn das letzte Spiel gegen Aufstiegsaspirant RW Essen wurde schließlich eindrucksvoll mit 1:0 gewonnen, der anschließend geplante Wochenspieltag gegen den SV Straelen fand nicht statt. Warum also umbauen, Herr Hildmann? Auch Münsters Übungsleiter sah keinen Grund, etwas am 3-4-3 zu ändern, Flügelspieler Jules Schwadorf fehlte verletzt. Leidtragende sind in diesem Fall Mittelfeldspieler Joshua Holtby und Linksverteidiger Niklas Heidemann gewesen. Nicolai Remberg und Lukas Frenkert haben aktuell die Nase vorn.

Schrecksekunde für den SCP

Das Spiel begann mit euphorischen und überfallartigen Hausherren. Nach ein paar Sekunden schlief Simon Scherder beim Durchsteckpass von Xhuljo Tabaku, aber Wiedenbrücks Niklas Szeleschus schob den Ball nur Zentimeter an Max Schulze Niehues, aber auch dem Preußen-Tor vorbei. Es war eine Schrecksekunde für die Gäste. Wobei es das dann auch schon gewesen war mit den brenzligen Auftritten der Gastgeber im Strafraum der Preußen. Die waren giftig, aber ohne Durchschlagskraft in der Offensive.

Der SCP übernahm die Regie. Ein Schuss von Frenkert (10.) war die erste Prüfung für Marcel Hölscher im SCW-Tor. Hölscher stand im Tor der Wiedenbrücker, die 2013 als Regionalligist den Drittligisten aus Münster aus dem Westfalenpokal kegelten. Dann prüfte Alexander Langlitz (16.) den Torwart, der SCP schnupperte an der Führung, Joel Grodowski hatte die Vorarbeit geleistet. Letztgenannter hatte nach 23 Minuten das 1:0 auf dem Fuß. Münster hatte längst die Spielkontrolle innen und überzeugte mit einigen gescheiten Angriffen.

Grodowski holt Elfer raus

Doch es dauerte. Als der lange Ball zum Seitenwechsel von Simon Scherder noch in der Luft war, forderte Lukas Frenkert auf der linken Seite bereits Joel Grodowski auf, in die Tiefe zu starten. Das tat der Linksaußen auch und wurde von SCW-Abwehrchef Oliver Zech klar gefoult. Schiedsrichter Selim Erk (Herne) zeigte auf den Elfmeterpunkt. Gerrit Wegkamp verwandelte mit seinem dritten Saisontor sicher. Gleichzeitig verbesserte er die in dieser Saison schwache Elfmeterquote der Preußen auf vier verwandelte Versuche bei acht Anläufen. Auch hier holt der SCP auf.

Daube rettet auf der Linie

Aus der Pause kam der SCP mit viel Tempo. Langlitz (48.) hatte gleich eine Riesenchance, zögerte aber zu lange beim Abschluss. Keine 60 Sekunden später gewann Dennis Daube den Ball, Langlitz leitete weiter und Wegkamps gewagte Direktabnahme landete im ostwestfälischen Himmel.

Aus dem Nichts war aber nach einer Ecke plötzlich Wiedenbrück da, Zechs Schuss aus zehn Metern hätte wunderbar im Preußen-Gehäuse gepasst, doch der starke Daube klärte per Kopf und verhinderte das 1:1.

Nun war das Geschehen ausgeglichen, die Gastgeber witterten ihre Chance zum Ausgleich und hielten bissig gegen. Immer wieder bekamen Wegkamp und Grodowski das zu spüren, der SCP rückte dem zweiten Tor nicht wirklich näher. Obwohl: Ein Freistoß von Wegkamp (62.) war nicht schlecht. Wiedenbrück schenkte dem SCP wirklich nichts.

Wiedenbrück erzwingt 1:1

Grodowski (70.) hatte die große Chance zum 2:0, weil im Vorfeld Schulze Niehues' Abschlag von Wegkamp und Langlitz sehr gut weiterverarbeitet wurde – nur Grodowskis Chancenverwertung war einfach schwach. Wenig später hatte Zech eine Freistoßmöglichkeit aus 20 Metern, sein Schuss wurde dabei von Nicolai Remberg unglücklich zum Ausgleich abgefälscht. Die Preußen wurden für ihren Chancenwucher bestraft.

Schulze Niehues muss retten

Münster geriet unter Druck, nach einer Ecke musste erst Schulze Niehues (gegen Kaptan) und dann Scherder (gegen Klantzos) nach 83 Minuten retten. Die Hausherren waren nun auf dem Weg zum Heimsieg. Hildmann hatte auf die diversen „Wackler“ gerade von Roshon van Eijma reagiert und auf eine Viererkette umgestellt. Die Schlussphase gehörte eher den Wiedenbrückern, sie hatten die zweite Luft. Joshua Holtby, gerade eingewechselt, versuchte neue Ordnung zu bringen. Es gelang nicht mehr, kein Sieger in Wiedenbrück, der SCP hatte sich den Schneid abkaufen lassen. „Ab jetzt liegt der Fokus auf Mittwoch, gegen Wuppertal im Nachholspiel wird es nicht einfacher“, glaubt Hildmann.

Wiedenbrück: Hölscher – Tia, Zech, Pudel, Hüsing – Demming, Lohmar (76. Klantzos), Kaptan – Beckhoff (83. , Szeleschus (62. Brosowski), Tabaku (76. Soyak). – Trainer: Brinkmann – Ersatzbank: Bermann (Tor), Osawe, Geller, Will

Münster: Schulze Niehues – Hoffmeier, Scherder, van Eijma (77. Holtby)– Schauerte, Remberg, Daube (90. Borgmann), Frenkert – Langlitz, Wegkamp, Grodowski (85. Atilgan). – Trainer: Hildmann – Ersatzbank: Dedovic (Tor), Borgmann, Klann, Bindemann, Heidemann

Tore: 0:1 Wegkamp (38., Foulelfmeter, Zech an Grodowski), 1:1 Zech (74., Freistoß). – Schiedsrichter: Erk (Herne). – Gelbe Karten: Zech, Tabaku, Kaptan / Frenkert, Atilgan

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