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Fußball: Westfalenpokal

„Einfach nicht genug“: Preußen-Frust geht über das Flutlicht hinaus

Erkenschwick

Die Meinungen gingen nach dem Aus von Preußen Münster durchaus auseinander. War’s nur das mangelnde Licht? War’s einfach eine schwache Leistung? Fehlte am Ende doch die Qualität der ersten Garde? So oder so – der Frust war groß.

Sportchef Peter Niemeyer musste das Aus seiner Preußen bei Westfalenligist SpVgg Erkenschwick mit ansehen. Foto: Jürgen Peperhowe

Stolpert Preußen Münster wieder wie im Vorjahr in eine Herbstkrise? Noch wäre der Ausdruck zu heftig. Doch allein der Gesichtsausdruck von Sportchef Peter Niemeyer nach dem Westfalenpokal-K.o. bei der SpVgg Erkenschwick (4:5 nach und im Elfmeterschießen) sprach Bände. „Was die letzten Tage war, müssen wir zwingend an die Seite schieben“, sagte der 38-Jährige und bezog damit explizit die erste Ligapleite (2:4 in Aachen) mit ein. Zwar hatte eine zu 100 Prozent veränderte Startelf am Stimberg auf dem Rasen gestanden, doch plötzlich ist aus der Euphorie rund um die Adler ein flaues Gefühl geworden.

Trainer Sascha Hildmann führte als Begründung allerdings vornehmlich die in der Tat völlig irregulären Bedingungen ins Feld. „Die Jungs haben den Ball erst eine Sekunde, bevor er bei ihnen war, erkannt. Das ist bitter und hat einen Geschmack. Sowas kann man nicht anpfeifen.“ Was Schiedsrichter Cengiz Kabalakli dazu verleitete, verstand keiner. Er hatte vorher die Kapitäne zu sich beordert und ihr Okay eingeholt. Münsters Aushilfsspielführer Thomas Kok schilderte das so: „Er hat gesagt, dass die Gesundheit vorgeht und wir die anderen Spieler schon sehen müssten.“ Deshalb habe der Referee die Viertelstunde nach Anstoß abwarten wollen, wie sich die Dinge entwickeln. Nun, besser wurde die Sicht nicht mehr um 19.45 Uhr ... Was lange vorher zu erahnen war. Abgebrochen wurde die Begegnung aber nicht – anders als das Pokalspiel beim Stadtrivalen SC Münster 08 vor genau 14 Jahren. Damals war es beim Stand von 0:0 vor der Verlängerung zu dunkel.

Preußen-Aus hatte viele Gründe

Nun hatte das Aus in Erkenschwick für den SCP aber noch weitere Gründe. Kok, neben Deniz Bindemann der einzige Preuße mit Pluspunkten, war ehrlich: „Wir sind zwar nicht so schlecht angefangen und haben es erst spielerisch probiert. Aber das war schwer, also haben wir uns mehr lange Bälle überlegt. Doch das war einfach nicht genug.“ Nicht nur die in der Oberliga zuletzt so überzeugenden U-23-Akteure fanden nicht ins Geschehen. Auch die Profis mit Anspruch auf einen Stammplatz setzten sich gegen engagierte, aber keinesfalls unbezwingbare Hausherren nicht in Szene. „Ja, wir waren nicht gut“, räumte auch Hildmann ein. „Wir haben kaum Chancen kreiert, aber es war auch schwer sich durchzusetzen. Zumal der Platz noch schlecht war.“

Ein dritter diskutierter Punkt war der Verzicht auf viel beanspruchte Stammkräfte. War der SCP genug auf Erkenschwick vorbereitet? Anführer wie Marc Lorenz oder Dennis Grote kamen erst für die Elfmeter, Nicolai Remberg immerhin nach 55 Minuten. Gegen Ligarivale SG Wattenscheid 09 war das Risiko mit dem zweiten Anzug gut gegangen (4:0), diesmal nicht. „Ich pflichte dem Trainer bei. Wir müssen die Jungs heranführen, vor vier Wochen wurden wir dafür gefeiert“, sagte Niemeyer. „Es wird weiter unser Weg sein, den gehen alle mit.“ Hildmann fand die Frage nach der Aufstellung „hypothetisch“ und legte sich fest: „Wir haben keine schlechten Spieler aufgeboten.“

Wichtiges Spiel gegen Schalke II

Trotzdem sieht es für den Moment so aus, als sei der Liga-Favorit vom Pfad abgekommen. Umso bedeutender wird die Aufgabe am Samstag beim formstarken FC Schalke 04 II. „Wir können uns nicht lange mit dem Pokalspiel aufhalten“, sagte auch Hildmann. Die dritte Auswärtspartie in acht Tagen eignet sich für eine schnelle Trendwende. Aber eben auch fürs Gegenteil.

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