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Fußball: Regionalliga West

Wiedenbrück verliert in Homberg – Preußen feiern 116. Geburtstag

Münster

Es ist das Duell um die Meisterschaft in der Regionalliga West, Tabellenführer Preußen Münster oder Verfolger RW Essen werden das Rennen machen. Die nächsten Gegner sind gefürchtet, doch sowohl Münsters Gastgeber Wiedenbrück (1:2 in Homberg) als auch Essens Herausforderer mit dem SV Rödinghausen (1:2 gegen RW Ahlen) patzten. In einer Woche werden Wiedenbrück und Rödinghausen aber in Flammen stehen, das steht jetzt schon fest.

Von Alexander Heflik

116 Jahre Preußen Münster: Melanie Schinwari-Lenk (Fanprojekt) und Mario Heinemann (Vereinsmarketing) schnitten um Mitternacht den SCP-Geburtstagskuchen vom „guten Bäcker“ Krimphove an. Foto: SCP

Da muss sich kein Preußen-Anhänger Sorgen machen, vor dem schwächelnden SC Wiedenbrück, oder? Schließlich verlor der Tabellenachte an diesem Samstag mit 1:2 beim VfB Homberg. Niederlage beim Vorletzten und bereits feststehenden Absteiger. Wie, bitteschön, soll Wiedenbrück den in Überform befindlichen SC Preußen Münster, den Tabellenführer, am kommenden Freitag stoppen können? Fragen, die SCP-Coach Sascha Hildmann mit seiner neuen Sachlichkeit beantwortet: „Wir konzentrieren uns auf uns. Samstag ist auslaufen, Sonntag trainingsfrei, Montag wird einmal trainiert, Dienstag zweimal, und so weiter. Alles wie gehabt, wir bleiben seriös. Wir respektieren jeden Gegner.“ Das sagte er nach dem 3:0-Heimsieg am Freitag über den KFC Uerdingen vor 11.081 Zuschauern. Ihm war es einerlei, wie Wiedenbrück tags darauf agierte. Ihm war egal, dass der letzte verbliebene Verfolger mit RW Essen mit 3:1 gegen den FC Wegberg-Beeck gewann. Er weiß: „Gegen uns werden alle an ihre Grenzen gehen.“ Und meint damit auch Wiedenbrück. Eine Woche später gilt das auch im Heimspiel gegen die Kölner U-23-Auswahl.

RW Ahlen schafft Ligaerhalt

Einige Entscheidungen sind in der Regionalliga West am 36. Spieltag gefallen. Absteigen werden der KFC Uerdingen, VfB Homberg, SF Lotte und der FC Wegberg-Beeck. Nur der fünfte und letzte zukünftige Oberligist ist noch offen. Während sich RW Ahlen mit einem 2:1 (1:1)-Heimerfolg über den SV Rödinghausen nicht nur aus dem Abstiegskampf endgültig verabschiedete, sondern auch in die obere Tabellenhälfte als Neunter rückte, kommen noch sechs Teams für den fünften Abstiegsplatz in Frage: Es beginnt beim Rangelften Mönchengladbach II (42 Punkte) und führt über Schalke 04 II (41), Alemannia Aachen (40), SV Lippstadt (40), SV Straelen (40) zum Tabellen-16. Bonner SC (38). Der BSC steht momentan auf dem letzten frei verfügbaren Abstiegsrang. Ein Hauen und Stechen ist das.

Nur 2550 Plätze im Wiedenbrücker Jahnstadion

Wiedenbrück wird also die nächste Aufgabe am kommenden Freitag (6. Mai, 19.30 Uhr) sein. Es stehen im Jahnstadion ganze 750 überdachte Sitzplätze und 1800 Stehplätze zur Verfügung, 700 Tickets wurden an den SCP vergeben, der Verein hätte gefühlt das Zehnfache benötigt. Für das letzte Heimspiel gegen den 1. FC Köln II (14. Mai, 14 Uhr) haben die Preußen alle 14.300 Karten verkauft – das Preußenstadion ist ausverkauft.

Am Freitag wird der SCP wird mit einer Traumbilanz anreisen, hat 29 von 33 möglichen Punkten aus den letzten elf Partien geholt (26:6-Tore). Die letzte Niederlage war das 0:1 in Rödinghausen am 23. Februar. Rödinghausen wird am kommenden Samstag Gegner von RW Essen im Ausweichspielort Lotte sein. Auch der SVR verlor am Samstag mit 1:2 bei RW Ahlen. David Mamutovic mit seinen Treffern sechs und sieben sicherte Ahlen den Sieg am Samstag gegen Rödinghausen, aber auch endgültig den Klassenerhalt für RWA.

Pfeile fliegen durch die Gegend

Aus dem einstigen Fünfkampf um die Meisterschaft ist ein Duell geworden. Münster und Essen, es kann nur einen geben, der die Meisterschaft gewinnt. Der SCP ist zwei Punkte vor und hat eine um einen Treffer bessere Tordifferenz. Wie gesagt, am vorletzten Spieltag warten Wiedenbrück auf Münster und Rödinghausen auf Essen. Einige Pfeile fliegen dabei so durch die Gegend. Der letzte war von Mark Zeh, Trainer von Wegberg-Beeck, der im Reviersport erklärte, er sei klar dafür, dass Essen aufsteigt und nicht Münster. Das sagte er nach der 1:3-Niederlage bei RWE – Zeh ist gebürtiger Essener. Währenddessen sagte Alexander Voigt, Trainer von Preußen-Gegner KFC Uerdingen: „Wir haben das Beste aus der Situation machen wollen. Uns fehlten die Mittel gegen so eine Mannschaft, um dauerhaft gefährlich zu sein. Glückwunsch zum Sieg, Glück braucht ihr nicht.“ Nach dem 0:3 verneigte er sich vor dem SC Preußen und sieht Münster auf Kurs. Das war wiederum der Pfeil, der aus Münster gen Essen segelte.

Hildmann, der Zurückhaltende

Hildmann, der Zurückhaltende, bedankte sich höflich und fügte an: „Glück braucht man immer auch. Wir haben uns unsere Position hart erarbeitet.“ Damit mache man weiter. Kein Wort über Essen, die Situation, den Druck von außen oder innen. Nach der Begegnung nahmen derweil Preußen-Fans die Gelegenheit wahr, in den Vereins-Geburtstag „reinzufeiern“. Auf dem Stadionvorplatz schätzte SCP-Medienchef Marcel Weskamp, dass gut 1000 Fans zusammen kamen nach Spielende der Partie gegen Uerdingen. Gegen 21.30 Uhr blieben viele beisammen, als es auf Mitternacht zuging, waren immer noch einige Hundert vor Ort. Eine Geburtstagstorte vom „guten Bäcker“ wurde angeschnitten und genossen.

Zum Tageswechsel zündeten dann die Ultras ein von der Stadt Münster genehmigtes und von der Feuerwehr begleitetes „Pyro-Geschenk“. Dann verlief sich alles. Und so wurde der 116. Geburtstag des SC Preußen Münster am Samstag nicht mehr groß gefeiert, der Club wurde am 30. April 1906 von Schülern des heutigen Schlaungymnasiums gegründet. Vielleicht war es einfach nur passend, dass der SCP noch vormittags das ausverkaufte Stadion für den Saisonabschluss am 14. Mai erklärte. Irgendwie lässig zu verkünden: wir sind ausverkauft, wir können aufsteigen, wir sind Preußen. Die ganz große Party soll noch folgen …

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