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Fußball: Regionalliga West

„Wir konzentrieren uns auf uns“ – Preußen vor schwerem Rödinghausen-Spiel

Münster

Im vergangenen Jahr ging es im Regionalliga-Titelrennen zwischen RW Essen und Preußen Münster nicht nur freundlich zu. Wiederholt sich das zwischen dem SCP und dem SV Rödinghausen? Anlässe gäbe es, doch die Protagonisten beschwichtigen.

Von Thomas Rellmann

Ramba-Zamba im Westfalenpokal-Finale: Preußen Münster gegen SV Rödinghausen verspricht auf jeden Fall eine Partie auf hoher Emotionsstufe zu werden.t Foto: Jürgen Peperhowe

Wie sehr der SV Rödinghausen in den vergangenen Jahren Preußen Münster rein sportlich „auf den Keks ging“, ist hinreichend erzählt. Nur ein Sieg in acht Pflichtspielen, dafür aber fünf Niederlagen, davon eine schmerzhafter als die andere – das erinnert an die Dauerfehde mit den SF Lotte, die sich auch über viele Jahre hochschaukelte, ehe der Autobahnkreuzclub zuletzt den Anschluss verlor und dem SCP vorerst nicht mehr in die Quere kommt.

Mit dem heutigen Oberligisten lieferten sich die Adler einige Scharmützel, die über den Vergleich auf dem Rasen hinaus gingen. Hier der Dorfverein im Aufwind mit Boss Manfred Wilke, dort der stagnierende Traditionsclub, der früher mal in der Bundesliga spielte und teils genervt, teils belächelnd auf den Underdog schaute.

Provokationen nach dem Westfalenpokalfinale

Mit Rödinghausen entwickelt sich das in eine ähnliche Richtung. Da war ja nicht nur der seltsame DDR-Vergleich von SVR-Coach Carsten Rump vor wenigen Wochen. „Ja, er hat ein Eigentor geschossen. Aber wir wollen dem jetzt nicht mehr viel beimessen“, sagte Münsters Trainer Sascha Hildmann dazu.

Doch ob seine Schützlinge vergessen haben, dass sich einige Rödinghauser Akteure nach dem Westfalenpokal-Finale im Mai schadenfroh bis hämisch verhielten, als die geknickten Preußen höflich gratulieren wollten? Den besonnenen Keeper Max Schulze Niehues hatte man selten so aufgebracht gesehen nach einem Match.

Auch dass die Ostwestfalen ihre Partie am vorletzten Spieltag gegen den SCP-Titelrivalen RW Essen bereitwillig nach Lotte verlegten und dem damaligen Tabellenzweiten so ein weiteres „Heimspiel“ verschafften, kam nicht überall gut an. Auf Schützenhilfe nach dem selbst verschuldeten 0:0 gegen vorbildlich kämpfende Wiedenbrücker hofften Preußen vergeblich.

Im September 2020 beim Rump-Debüt hatte Rödinghausen ein 0:0 ermauert. Hinterher klagten die Gastgeber, die nach wenige Minuten den verletzten Joshua Holtby verloren, über das harte Einsteigen.

Niemeyer möchte keine "Hassliebe"

Von all dem möchte sich Hildmann nun nicht mehr leiten lassen. „Wir konzentrieren uns auf uns. Es ist auch mein Job, dass wir nicht überdrehen.“ Das gilt dann vor allem für das Gipfeltreffen selbst. Einer aggressiven Gangart des Tabellenzweiten können sich die Münsteraner gewiss sein. Und mit der hatten seit 2016 bereits fast alle Vorgänger-Mannschaften in schwarz-weiß-grün ihre Probleme.

Sportchef Peter Niemeyer möchte ebenfalls nicht, dass sich eine „Hassliebe“ um den Titel entwickelt, so wie es im vergangenen Jahr zwischen seinem Verein und RWE war. Auch in der Saison davor ging es im Rennen um Rang eins neben dem Platz ab und an heiß her. Da flogen Pfeile von Essen nach Dortmund und zurück. Der Kampf um die 3. Liga schlägt nicht erst seit gestern so seine Blüten. Kein Wunder, streben ja seit Jahren viele Clubs im Westen durch dieses Nadelöhr.

Kartenvorverkauf

„Ich möchte die Dinge aus der Vergangenheit nicht thematisieren, selbst wenn es da Ansatzpunkte gäbe“, sagt Niemeyer. „Wir werden nur das beeinflussen, was wir beeinflussen können.“ Auch von SVR-Manager Alexander Müller kamen zuletzt versöhnliche Töne.

Viel spricht derzeit dafür, dass Münster und Rödinghausen den Champion 2022/23 unter sich ausmachen. Für die Brisanz ist auch ohne Nebenschauplätze gesorgt.

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