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Reiten: Vielseitigkeits-EM

Deutsche Equipe um Klimke versilbert den Abschied von Trainer Hans Melzer

Münster

Ingrid Klimke hat bei der Vielseitigkeits-EM in Avenches eine Einzelmedaille verpasst, mit der Mannschaft aber durfte die Münsteranerin sich über Platz zwei freuen. Großbritannien dominiert erneut.

Von Henner Henning

Silberner Glanz: (v.l.) Andreas Dibowski, Michael Jung, Anna Siemer, Ingrid Klimke, Bundestrainer Hans Melzer und Equipechef Prof. Jens Adophsen freuen sich über den Vize-Titel bei der Vielseitigkeits-EM in Avenches. Foto: Imago/Stefan Lafrentz

Bis zum drittletzten Hindernis durfte Ingrid Klimke die Hoffnung hegen, bei der Vielseitigkeits-EM in Avenches zumindest einen ihrer beiden Titel zu verteidigen. Doch an Hindernis Nummer zehn kassierte die Münsteranerin im Sattel von Hale Bob nach einem Abwurf vier Strafpunkte und rutschte damit im abschließenden Springen mit einem Endergebnis von 25,4 Punkten von Rang zwei auf Platz fünf zurück.

Direkt nach Klimke, die als vorletzte Starterin in den Parcours gegangen war, machte Nicola Wilson mit Dublin (20,9 Zähler) ihren Einzelsieg perfekt und bejubelte zudem den Erfolg mit der überlegenen Equipe Großbritanniens. Wilson ist damit Nachfolgerin von ­Ingrid Klimke, die vor zwei Jahren in Luhmühlen mit Hale Bob Doppel-Gold gewonnen hatte. Als Trostpflaster gab es für die entthronte Europameisterin noch Silber mit der deutschen Mannschaft, die zum Abschied des scheidenden Bundestrainers Hans Melzer ohne Einzelmedaille blieb. Michael Jung mit Wild Wave war als Vierter (23,9 Punkte) bester Deutscher. Die beiden weiteren Mitglieder der Silber-Mannschaft, Anna Siemer auf Avondale und Andreas Dibowski auf Corrida kamen auf die Einzel-Plätze 17 und 22.

Klimke: "Ein Geschenk, dabei gewesen zu sein"

„Beim Fehler im Parcours war ein wenig Pech dabei, die Stange hätte auch liegenbleiben können. Bobby sprang richtig gut“, sagte Klimke, die nach ihrem schweren Sturz Ende Mai und dem daraus resultierenden Olympia-Aus die Zeit in Avenches genossen hat. „Für mich war es ein Geschenk, hier dabei gewesen zu sein.“

Die Britin Nicola Wilson holte Gold. Foto: Imago/Lafrentz

Am Samstag hatte Klimke ihre gute Ausgangslage nach der Dressur, die sie als Erste abgeschlossen hatte, im Gelände verteidigt. Zwar kassierte sie 1,2 Punkte für Zeitüberschreitung (drei Sekunden fehlten), als sie im Schlussteil einen etwas längeren Weg gewählt hatte, zufrieden war die Reitmeisterin dennoch mit ihrem 17-jährigen Wallach. „Die Runde war super. Hale Bob war frisch, hat alle schwierigen Aufgaben gelöst. Am Ende ist uns etwas die Zeit weggelaufen“, meinte Klimke.

Briten sind das Maß aller Dinge

Überragend waren die britischen Reiter in der Schweiz unterwegs. Hinter Wilson reihten sich im Einzelklassement ihre Teamkolleginnen Piggy March mit Inocent (23,6 Punkte) und Sarah Bullimore mit Corouet (23,3 Zähler) ein. Mit Rosalind Carter auf Allstar und Kitty King auf Vendredi Biats nahm Wilson auch Team-Gold mit auf die Insel.

Damit sind die Briten nun mit der Mannschaft Olympiasieger, Europameister sowie Titelträger beim CHIO in Aachen. „An Großbritannien führt derzeit kein Weg vorbei. Kein Wunder, sie haben uns ja mit Chris Bartle den Trainer geklaut“, scherzte Klimke bei der Pressekonferenz, die für Melzer nach nun 34 Medaillen in seiner 20-jährige Ägide die letzte bei einem Championat war. „Wir haben uns alle für und mit Hans gefreut. Er ist ein ganz besonderer Mensch“, sagte Klimke.

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