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Fußball: Historischer 10:1-Triumph

Der beste VfL aller Zeiten

Senden

Der VfL Senden hat am Sonntag Westfalia Gemen mit 10:1 (5:0) bezwungen und sich damit in den Geschichtsbüchern des Verein verewigt. Ein Sendener traf fünf Mal, war aber nur einer von vielen Matchwinnern.

Von Florian Levenig

Wieder zündet Niklas Castelle (l.) den Turbo – und wieder geht alles viel zu schnell für die armen Gemener (hier Hannes Göring).   Foto: flo

Kurze Umfrage nach dem Abpfiff unter den älteren Sendenern: Hat es ein solches Ergebnis in der langen Geschichte des VfL schon mal gegeben? Kopfschütteln. Nicht in der A-, nicht in der Bezirks-, erst recht nicht in der Landesliga. An jenem Tag, an dem es in der Bundespolitik spannend wie nie war, gelang der Elf von Rabah Abed und Thomas Morzonek Historisches. Ein Erdrutschsieg. In Zahlen ausgedrückt: Senden zehn, Gemen eins. Wahnsinn.

Eine gute Stunde eher war einer der beiden VfL-Trainer noch der Verzweiflung nahe. „So verlierst du dieses Spiel“, schimpfte Abed, weil seine Schützlinge gerade drei, vier Monsterchancen verdaddelt hatten. Der Coach ist da ein gebranntes Kind. Bereits in den ersten vier Partien hatten sich die Sendener, in den ersten 45 Minuten zumal, im Auslassen bester Torgelegenheiten überboten – wofür sie dann drei Mal böse bestraft wurden.

Ein Spielzug schöner als der andere

Nicht so am Sonntag. Da führten die Hausherren bereits beim Wechsel mit 5:0 – und legten in Durchgang zwei fünf weitere Buden nach. Natürlich darf man an der Stelle Niklas Castelle nicht unerwähnt lassen, der die Hälfte aller Sendener Tore erzielte. Gleichwohl war dieser Triumph für die Geschichtsbücher keine One-Man-Show. Die Gastgeber kombinierten sich in einen Rausch. Patsch, patsch, patsch. Höchstes Tempo bei einer minimalen Anzahl an Ballkontakten. Ein Spielzug schöner als der andere. Mal war Joshua Dabrowski der Ausgangspunkt, mal Hendrik Heubrock, wiederholt Tim Castelle, Ali Shinawi oder Prince Sanyang. Oder, oder, oder.

Auch Ali Shinawi (l.) und Hendrik Heubrock trafen für Senden. Foto: Foto: flo

„Wie im Training“, befand Morzonek und lag damit nicht ganz falsch. Die Gemener jedenfalls stellten früh das Verteidigen ein. Aber was soll man auch machen, wenn der Gegner mit Ball schneller ist als man selbst ohne? Wenn es weniger eine Fußballelf denn eine Naturgewalt ist, die einen da gerade überrollt?

Abed, der mit Kritik nicht spart, wo diese angebracht ist, fand diesmal nur lobende Worte: „Stark Jungs, Thomas und ich sind richtig, richtig stolz auf euch.“ Mehr gab es an diesem denkwürdigen Tag in der Tat nicht zu sagen.

VfL: Brückner – Schlögl (66. Springeneer), Tjaden, Gottwald, Berning (79. Alnemek)– Dabrowski, Heubrock (71. Karaterzi) – Geister (61. Sanyang), T. Castelle, Shinawi – N. Castelle. Tore: 1:0/8:0 Shinawi (12./69.), 2:0/3:0/ 4:0/9:1/10:1 N. Castelle (22./ 27./36./82./89.), 5:0/6:0 Geister (45./ 57.), 7:0 Heubrock (62.), 8:1 Fitting.

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