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Fußball: VfL-Abwehrmann Marvin Tjaden seit Wochen eine Bank

Der Fünf-Sterne-Abfangjäger

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Die Offensivabteilung des VfL Senden ist in aller Munde. Immer ein bisschen im Schatten der hochbegabten Himmelsstürmer steht die Defensive. Dabei leistet insbesondere ein Mann hinten seit Wochen ganze Arbeit.

Von Florian Levenig

Packt, wenn es sein muss, auch mal die Grätsche aus: Marvin Tjaden (l.), die Defensiv-Allzweckwaffe des hiesigen Landesligisten. Foto: flo

Der Sturm des VfL Senden – frag’ nach bei Westfalia Gemen – ist eine Wucht. Niklas Castelle und Co. fegten, einem Orkan gleich, beim 10:1 vor 14 Tagen über bemitleidenswerte Kreisstädter hinweg. Ganz neu ist diese Erkenntnis nicht, bereits in der Vorsaison zündeten die jungen Himmelsstürmer aus der Stevergemeinde ein Feuerwerk nach dem nächsten. Im Unterschied zu 2020/21 hat die Elf von Rabah Abed und Thomas Morzonek indes die nötige Balance zwischen Offensivspektakel und geordneter Deckung gefunden. Was im Besonderen mit Marvin Tjaden zu tun hat.

Eine „Fünf-Sterne-Leistung“ attestierte Abed dem Abwehrspieler im Match beim TuS Haltern 2. Richtig gefreut hat sich Tjaden über das Sonderlob des Trainers nicht – „wir haben schließlich verloren“. Verlieren kann der Mann nicht so gut, da muss man sich ja bloß mal seine Körpersprache auf dem Platz anschauen. Er geht keinem Infight aus dem Weg, stellt sich mit größter Leidenschaft jedem noch so versierten Angreifer in den Weg, packt, wenn es sein muss, die Grätsche aus.

Spielintelligent und zuverlässig

Mindestens ebenso schätzen die Trainer Tjadens Spielintelligenz. Die sei bereits in der D-Jugend erkennbar gewesen, erinnert sich Morzonek, der schon damals sein Coach war: „Vor allem ist Marvin einer, der, wenn man ihm was sagt, das annimmt, es umsetzt.“ Und: Der Finanzbeamte sei „die Zuverlässigkeit in Person“.

Woher der Leistungsschub beim Defensiv-Allrounder kommt? Tjaden nennt drei Gründe: „Erstens konnte ich während meines Studiums nicht an jeder Einheit teilnehmen. Zweitens hatte ich in der Zeit mehrfach Probleme mit dem Sprunggelenk. Und drittens sind Rabah sowie Thomas seit meinem Wechsel zu den Senioren die Ersten, die so konsequent auf junge Leute setzen.“

Mit 22 zählt Tjaden – kein Witz – zu den Erfahrenen im Team. Entsprechend hoch sei sein Standing innerhalb der VfL-Rasselbande, weiß Morzonek. Die (noch) Jüngeren schauten auf zu ihm. Gerade wegen seines bedingungslosen Einsatzes. Laut Tjaden selbst sind die Hierarchien eher flach: „Das Team funktioniert deshalb so gut, weil keiner dem anderen was neidet. Weil jeder – ob Angreifer oder Verteidiger – für jeden einsteht.“ Da zahle sich aus, dass viele – wie er – aus dem eigenen Stall kommen. Aber auch die wenigen Nicht-Sendener fügten sich „ohne Ausnahme super ein“.

Viktoria Heiden im Sportpark

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