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Fußball: Kreisliga A 2 Münster

Der Herr der Buden – „Bilbo“ Beutel macht Schluss

Ottmarsbocholt

Daniel Mangel, der bis zu seiner Hochzeit den Nachnamen Beutel trug, gibt am Sonntag (22. Mai), 15 Uhr, beim Heimspiel gegen den TuS Hiltrup 2 seinen Ausstand. Trifft er dabei ein letztes Mal für BW Ottmarsbocholt, wird’s teuer.

Von Florian Levenig

Mangel-Erscheinung: Der Ur-Ottmarsbocholter (r.) wird in Zukunft höchstens noch für die Alten Herren der Blau-Weißen auf Torejagd gehen. Foto: Frank Vogel

Daniel Mangel hängt am Sonntag (22. Mai), nach der A-Liga-Partie zwischen BW Ottmarsbocholt und dem TuS Hiltrup 2 (15 Uhr, Clemens-Hagemann-Straße), die Treter an den Nagel. Daniel wer? Vielleicht hilft der Hinweis, dass der ewige BWO-Angreifer bis zu seiner Eheschließung Beutel hieß. Wobei ihn Fans und Mitspieler eh nur „Bilbo“ rufen. Den Spitznamen habe ihm ein damaliger Jugendtrainer verpasst, wegen Bilbo Beutlin aus „Herr der Ringe“. „Und je stärker man dagegen ankämpft, desto eher verfestigt sich so was“, weiß Beutel. Pardon, Mangel.

Gegnerischen Abwehrspielern wird der Mann mit der Nummer 11 auf dem Rücken vielleicht weniger des Namens wegen im Gedächtnis bleiben, sondern weil sie in den direkten Duellen häufig genug das Nachsehen hatten. Wie oft genau? Der BWO-Stürmer zuckt mit den Schultern. Buch habe er über seine Treffer nie geführt. Sein Bestwert in einer Spielzeit? „15 vielleicht?“

Wieder bester Torjäger?

In der teaminternen Wertung lag er jedenfalls in all den Jahren regelmäßig vorn. Auch in seiner letzten Saison hat Mangel beste Chancen, Platz eins zu behaupten – obschon es 2021/22 „nur“ fünf Buden waren (bei elf Einsätzen gar keine schlechte Quote). „Vielleicht kann ich die Jungs anspitzen, mir im Abschiedsspiel noch mal einen aufzulegen“, scherzt der unverwüstliche Torjäger. Auch wenn ihn das eine zusätzliche Kiste Bier kosten würde – „aber die schmeiße ich gern in die Mitte“.

Das Gesellige gehöre halt dazu, „da ist Otti schon speziell“. Mit den Freunden nicht nur zu kicken, sondern gemeinsam auf Siege anzustoßen (oder den Frust nach Niederlagen zu ersäufen): auch ein Grund, wieso er seinem Heimatverein stets treu geblieben ist – obwohl es vereinzelte Abwerbeversuche gab.

Kurze Auszeit nach dem Abstieg

2017, nach dem Abstieg in die Kreisliga B, setzte Mangel für ein Jahr mit dem Kicken aus. „Die Stimmung war damals natürlich nicht so prickelnd, was man schon an der Trainingsbeteiligung gemerkt hat.“ Er habe dann aber „rasch festgestellt, dass mir was fehlt“. Es folgten: sein Comeback und, 2020, die Rückkehr ins Kreisoberhaus – für den Offensivmann (neben Platz drei in der A-Liga-Spielzeit 2011/12 unter Heinrich Frese) ein besonderer Karrieremoment. Auch weil er in der Aufstiegssaison das eine oder andere Mal zusammen mit Torjägerkumpel Dennis Hölscher (hatte just aus Senden heimgefunden) und dem reaktivierten Ralf Bülskämper („eine echte Vereinslegende“) auf dem Rasen stand.

Denkbar, dass Bülskämper und er künftig gemeinsam mit den Alten Herren der Blau-Weißen auf Torejagd gehen. Nur bei den Senioren sei definitiv Schluss. Mit zunehmendem Alter – Mangel ist 32 – „zwickt es mal hier, mal da“. Außerdem hat er nicht nur kürzlich geheiratet, sondern ist auch Papa geworden, da müsse er nicht mehr jeden Sonntag kicken. Einen Rücktritt vom Rücktritt zöge er höchstens in Betracht, gäbe es eine weitere Abreibung wie die vor sechs Tagen in Wolbeck. Das 0:8 habe ihm „komplett den Tag versaut. So kann man nicht abtreten. Dann müsste ich halt im Spätsommer für eine Partie noch mal ran.“

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