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Fußball: Kreisliga A 2 Münster

Der Müller macht’s – Vorwärts-Coach zu BW Ottmarsbocholt

Ottmarsbocholt

Die Tandemlösung bei BW Ottmarsbocholt bleibt, allerdings steht zur nächsten Saison ein anderer Trainer an der Seitenlinie. Dass er Aufstiege kann, hat der 48-Jährige im Laufe seiner Karriere hinlänglich bewiesen.

Von Florian Levenig

Sein größter Moment als Trainer: S 04-Fan Lars Müller beim C-Liga-Kick auf Schalke. Foto: Jürgen Primus/DZ

Die Vereinsfarben, blau und weiß, passen schonmal, Lars Müller ist Schalke-Fan durch und durch. Auch darüber hinaus scheint das ein Match zu ergeben, Müller und Ottmarsbocholt. „Im Grunde“, lacht der 48-Jährige, „führen wir seit einer Ewigkeit Gespräche“. Bei der ersten Kontaktaufnahme hieß der BWO-Fußballobmann noch Norbert Domhöver, später bemühten sich Georg Goerdt und Christian Schmauck um eine Verpflichtung des Trainers. Auch er selbst sei „nie abgeneigt gewesen“.

Nur habe sich ein Engagement dann immer aus irgendwelchen Gründen doch zerschlagen – meist deshalb, weil Müller andernorts im Wort stand. 2021 etwa, als Matthias Gerigk frühzeitig seinen Abschied aus Otti verkündet hatte, war das Interesse der Blau-Weißen mal wieder sehr konkret, „aber da hatte ich Hiddingsel schon für eine weitere Spielzeit zugesagt.“ Nun, nach über zehn Jahren, wächst also zusammen, was augenscheinlich zusammengehört: Lars Müller löst am Saisonende Patrick Döhla ab und wird neuer, gleichberechtigter Coach neben Spielertrainer Sebastian Schnetgöke beim hiesigen A-Ligisten.

„Damit bin ich wahrscheinlich der Erste, der dieses Amt in allen drei Sendener Ortsteilen innegehabt hat“, überlegt der Mann, der künftig an der Linie das Sagen hat. Eine weitere Besonderheit: Als Spieler (Davaria Davensberg, VfL Senden) wie als Trainer (Senden, SV Bösensell, Vorwärts Hiddingsel) ist Müller praktisch überall, wo er anheuerte, aufgestiegen. Teils mehrfach. Trotzdem könne er „nicht versprechen, dass Ottmarsbocholt demnächst in der Bezirksliga kickt“.

Steht für Kontinuität

Ein Scherz. Und laut Schmauck kaum das vorrangige Anliegen der Blau-Weißen: „Wir haben uns ja nicht für Lars entschieden, weil wir mit ihm nächstes Jahr Meister werden wollen, sondern weil er eine beeindruckende Vita vorweisen kann. Weil er das Dörfliche schätzt, das aktive Vereinsleben. Und weil er für Kontinuität steht. Sonst wäre er kaum jeweils sechs Jahre beim SV Bösensell und bei Vorwärts Hiddingsel geblieben.“

Langfristigkeit, das mögen sie in Ottmarsbocholt. Deshalb hatten sie ja auch Schnetgöke 2021 mit einem Vertrag über zwei Spielzeiten ausgestattet – ungewöhnlich, erst recht für einen Novizen im Seniorenbereich.

Die Blau-Weißen bleiben somit 2022/23 bei der bewährten Arbeitsteilung: „Schneti“ sortiert die Dinge auf dem Rasen, Müller dirigiert an Döhlas Stelle von außen. „Ich war lange genug selbst Spielertrainer. Daher weiß ich, wie hilfreich es ist, jemanden zu haben, der das gesamte Geschehen im Blick hat.“ Auf die Zusammenarbeit mit dem Sendener Schnetgöke freue er sich besonders, die beiden kennen sich aus gemeinsamen VfL-Tagen.

Teil der Super-Davaren

Senden war auch der Ausgangspunkt für Müllers beachtliche Karriere als Aktiver. In den letzten Jugendjahren kickte er für Preußen Münster in der Verbandsliga, damals die höchste Nachwuchsklasse. Anschließend ging es für ihn weiter bei den Nullsechs-Amateuren, Anfang der 90er-Jahre Landesligist. „Ich durfte einige Male bei den Zweitligaprofis um Uli Gäher und Ansgar Brinkmann mittrainieren.“ Nur habe der damalige Preußen-Coach Hans-Werner Moors eher auf Arrivierte gesetzt denn auf junge Leute aus dem eigenen Stall.

Seine schönste Zeit als Spieler erlebte Müller in Davensberg. Mit den „Burgturm-Brasilianern“ marschierte er von der Bezirks- bis in die Verbandsliga durch. Das sei „eine sagenhafte Truppe“ gewesen, „da sind Freundschaften fürs Leben entstanden“, etwa zu Uli Leifken oder Jürgen Heßeler, die ihn später nach Bösensell lotsten. Er übernahm den SVB als C- und übergab ihn als A-Ligist. Aus Hiddingsel könnte er sich im Sommer mit einem weiteren Titel verabschieden, bei Halbzeit ist Vorwärts souveräner Tabellenführer der Kreisliga C.

Seinen größten Moment als Trainer aber – ehemalige, aktuelle und künftige Klubs müssen dem glühenden S 04-Anhänger das nachsehen – hatte Müller Ende November. Weil Hiddingsel beim Fan-Voting eines Sponsors nicht zu schlagen war, durften er und seine Elf ein Ligaspiel in der Veltins-Arena bestreiten.

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