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Fußball: Bezirksliga

Der SV Bösensell hat eine Hymne

Bösensell

Wohl dem, der einen Heri Koch als Vereinsmitglied hat. Der Musiker schrieb der ersten Fußballmannschaft des SV Bösensell jetzt eine Hymne. Spieler und Trainerteam ließen sich nicht lumpen und erstellten dazu noch ein passendes Video.

Johannes Oetz

Die fröhlich-ausgelassene Stimmung, die über die Hymne transportiert wird, ist auf diesem Bild förmlich spürbar. Im Vordergrund die drei Musiker (v.l.) Heri Koch, Peter „Backy“ Backhausen und Jörg Hillbrand. Foto: Martina Elsner

Der FC Liverpool hat eine, Juventus Turin auch. Und sogar der FC Schalke 04. In die Reihe dieser prominent klingenden Vereine sortiert sich seit Donnerstagabend auch der SV Bösensell ein. Nach „You´ll never walk alone“, „Storia di un grande amore“ und „Blau und weiß, wie lieb ich dich“ gibt es nun eine weitere, ohrwurmtaugliche Vereinshymne. Sie trägt den Titel: „Wir feiern den SVB.“ Das von Heri Koch geschriebene Lied wurde am Donnerstagabend bei der digitalen Weihnachtsfeier des heimischen Bezirksligisten offiziell vorgestellt.

„Heri hat eine super Nummer geschrieben. Am Ball macht er in unserer Altherrenmannschaft schon mal Fehler, am Mikrofon nicht“, erklärte Jürgen Leifken, 1. Vorsitzender der Fußballabteilung des SV Bösensell, nach der Präsentation des 4:39 Minuten dauernden SVB-Songs völlig überwältigt. Die Spieler der ersten Mannschaft feierten derweil das Lied, das von ihnen dazu angefertigte Video und sich selbst ausgelassen.

Doch wie kamen die Bösenseller auf diese Idee? Der Sportliche Leiter, Mathias Krüskemper, erinnert sich: „Der Startschuss erfolgte eigentlich schon am 30. Mai 2018.“ Damals gewann der SVB in Havixbeck das Entscheidungsspiel um die Meisterschaft gegen den SV Rinkerode mit 4:3 nach Verlängerung. Und nun kommt Heri Koch ins Spiel. Der ambitionierte Amateurmusiker lebt seit 2008 mit seiner Familie in Bösensell. Natürlich sind alle Familienmitglieder Vereinsmitglieder des SVB – Heri Koch selbst kickt bei den Altherren. Und dort hatte er eines Tages in einer Bierlaune versprochen, dass er „Hells Bells“ von AC/DC in der Kabine auf seiner E-Gitarre spielen würde, wenn Bösensell Meister würde. Kurz nach dem Abpfiff in Havixbeck stand der heute 55-Jährige somit inmitten der Feiergemeinde und löste sein Versprechen ein. Ein unvergessliches Erlebnis für alle, die damals dabei waren.

Zeitsprung: Im Frühjahr diesen Jahres wurde der SVB Meister und stieg dieses Mal auch in die Bezirksliga auf. Coronabedingt konnte zunächst aber keine Meisterfeier stattfinden. Als eine Zusammenkunft der Mannschaft wieder erlaubt war, trafen sich die Kicker am 26. Juni zu einer Party im Garten von Torwarttrainer Jürgen Heßeler, um mit Abstand auf den Aufstieg anzustoßen. „Ich hatte Heri Koch vorher gefragt, ob er als Überraschungsgast erneut mit einem AC/DC-Auftritt zum Gelingen der Feier beitragen wolle“, erzählt Mathias Krüskemper. Doch der Vollblutmusiker winkte ab. Zweimal das Gleiche? Nicht mit Heri Koch! Also zog sich der Künstler mit einem guten Glas Rotwein in seinen Übungsraum im Keller zurück und schrieb in einer Nacht eine Hymne für den SVB. Diese wurde sodann unter lautem Beifall bei der Aufstiegsfeier uraufgeführt.

„Mir war wichtig, einen Song zu schreiben, der beschreibt, welchen Stellenwert die erste Mannschaft im Dorf besitzt. Sie ist ein Sympathieträger – und zwar unabhängig vom Erfolg. Die Hymne sollte daher ein schützenfest-tauglicher Partysong werden. Dann war das Lied fertig, aber wir konnten es coronabedingt leider nicht mehr in entsprechendem Rahmen präsentieren“, erinnert sich Koch.

Das holt der SVB nun vor Weihnachten nach. Obendrauf gibt es noch ein unterhaltsames Video, das Spieler, Trainer- und Betreuerteam mit der Unterstützung von Martina Elsner aus Dülmen in vielen Arbeitsstunden erstellten. Die Szenen wurden vorwiegend am Teamtag im August auf dem Sportplatz gedreht. Sie zeigen etwa drei rhythmisch wippende Kicker im Stile einer Rockband oder Gastwirt Gebhard Temme mit einem köstlichen Kurzauftritt. Natürlich dürfen auch die Kirche und der Helmerbach nicht fehlen.

„Das Lied und das Video sind wirklich überragend, einfach nur klasse. Diese Aktion zeigt, wie kreative Köpfe in einem Sportverein gemeinsam etwas Tolles erreichen können. Es ist auch ein Zeichen für den Zusammenhalt im Verein und im ganzen Dorf, denn viele haben uns unterstützt“, sagte Mathias Krüskemper abschließend.

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