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Handball: Verbandsliga 2

Die Seuche am Fuß – Tobias Uphues im Wartestand

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Beim ASV Senden ist Tobias Uphues so was wie der Pechvogel vom Dienst. Erste Verletzung, zweite Verletzung, erste Welle, zweite Welle (in dem Fall Corona). Trotzdem lässt sich der junge Keeper nicht unterkriegen.

Florian Levenig

Da hatte Tobias Uphues (M.) noch gut lachen: der junge Keeper nach einem Heimerfolg des ASV Senden in der Spielzeit 2018/19. Foto: flo

Die Handballer stellt Covid-19 auf eine besonders harte Probe. Sie haben, abgesehen von einem kurzen Intermezzo im Sommer, seit gut einem Jahr keine Halle mehr von innen gesehen. Zwölf Monate Zwangspause? Tobias Uphues kann darüber nur müde lächeln. Der Torhüter des Verbandsligisten ASV Senden ist bereits viel länger außer Gefecht.

Die unendliche Krankengeschichte des Keepers begann Anfang 2019 mit einem Bänderriss im Fuß. Zu der Zeit hütete der Hochveranlagte noch parallel den Kasten der U 19 und der Männer. Kaum war Uphues genesen, kam der nächste Rückschlag: Kniescheibe rausgesprungen, die nächste OP. Und wieder schuftete der Schlaks Monate für sein Comeback. Der Mann hatte, wie es im Kicker-Sprech so schön heißt, die Seuche am Fuß.

Kurzes Comeback

Dann kam, siehe oben, die echte Seuche. Saisonabbruch im März, die nächste unfreiwillige Auszeit für Sendens Nummer eins. Im Sommer 2020 schienen sich, endlich, die Dinge zum Guten zu wenden. Uphues trainierte mehr oder minder schmerzfrei, bestritt ein paar Vorbereitungsspiele und stand auch beim Saisonauftakt des ASV am 4. Oktober gegen den PSV Recklinghausen (21:22) eine Hälfte zwischen den Pfosten.

Was der junge Mann nicht kommen sah: Eine der beiden Unparteiischen war Corona-positiv. Auch das noch. Das zweite Saisonspiel im Emsdetten wurde gecancelt, den Rest erledigte die zweite Welle (im Handball ein probates Mittel, in der Pandemie eher hinderlich). Der Zeitpunkt der Rückkehr zum Indoor-Kontaktsport ist angesichts stetig steigender Inzidenzen offener denn je.

Wie Fahrradfahren

Sollte der Spuk im Spätsommer tatsächlich vorbei sein, wird Uphues also insgesamt zweidreiviertel Jahre ausgesetzt haben. Der Zerberus, der mit 16 mal zu einem DHB-Lehrgang eingeladen wurde, nagelt an guten Tagen die Bude zu und treibt gegnerische Angreifer mit teils irrwitzigen Paraden zur Weißglut. Ob er das im elend langen Wartestand nicht verlernt habe? „Nö“, scherzt der 21-Jährige, „ist wie Fahrradfahren.“

Zwar schwirre der Gedanke an eine neuerliche Verletzung gelegentlich in seinem Kopf rum – aber sobald er dann wieder einen Wurf besonders spektakulär entschärfe, „da rückt das in den Hintergrund. Da freust du dich einfach nur.“ Auch habe er in ungezählten Zoom-Einheiten viel für die Stabilität des Kniegelenks getan.

Im doppelten Sinne schmerzhafter sei da schon jene Phase gewesen, „in der ich mit Krücken auf der Tribüne saß und der Mannschaft nicht helfen konnte“. Wie passend, dass Lukas Kümper ihn in der Zeit blendend vertrat: „Der Junge ist richtig, richtig gut geworden.“ Handballtorhüter ticken da anders als die kickende Zunft, niemand neidet dem Mitbewerber den Erfolg. Wolle er Kümper irgendwann wieder aus dem ASV-Gehäuse verdrängen, „muss ich mich ordentlich strecken“.

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