1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Senden
  6. >
  7. Genetisch vorbestimmt

  8. >

Reiten: Schon Lara Tönnissens Vater Thomas nahm an der Pony-EM teil

Genetisch vorbestimmt

Ottmarsbocholt

Lara Tönnissen, für den RV Lüdinghausen startende Ottmarsbocholterin, nimmt ab Mittwoch an der EM der Springponys teil – genau wie 36 Jahre zuvor ihr Vater Thomas. Der erinnert sich.

Von Florian Levenig

Als die WN-Bilder noch schwarz-weiß waren: Thomas Tönnissen auf Geroll, neben Nantano „mein erfolgreichstes Pferd“. Foto: Archiv Heitbaum

Wie berichtet, nimmt Lara Tönnissen (RV Lüdinghausen) an der Pony-EM teil, die am heutigen Mittwoch im polnischen Strzegom beginnt. Wer sich mit den international Besten messen will, der hat, wie die junge Ottmarsbocholterin, hart dafür gearbeitet. Ein bisschen, schmunzelt Thomas Tönnissen, sei die Sache aber auch „genetisch vorbestimmt“. Er selbst war, vor 36 Jahren, Europameisterschaftsteilnehmer – und ist „mächtig stolz“, dass die älteste Tochter es ihm nun gleichtut.

„Es gibt ja für Springponys nichts Größeres“, ordnet der Vater die Dinge ein. Weltmeisterschaften (außer im Fahrsport) und Olympische Spiele sind den Großpferden vorbehalten. Insofern war auch für ihn der Start bei der der EM 1985 in Rotterdam „mein bedeutendster Moment als Aktiver“ – verbunden mit „Eindrücken, die bleiben“. Mit der deutschen Equipe sei er damals Sechster geworden, das exakte Abschneiden im Einzel habe er nicht mehr auf dem Schirm.

Sehr gut erinnert sich der ehemalige Nationenpreisreiter dagegen an seinen vierbeinigen Gefährten, Nantano. Der Ponyhengst, gezogen von Josef Volle in Seppenrade, trug Tönnissen von Sieg zu Sieg – wie dreieinhalb Jahrzehnte später Clarissa NRW die eigene Tochter. Neben viel Fleiß und Talent brauche es eben auch einen verlässlichen Partner im Springparcours – das sei Mitte der 1980er-Jahre so gewesen und heute nicht anders.

2021 alles ein bisschen größer

Einen Unterschied zwischen der EM in den Niederlanden und der aktuellen in Polen gebe es aber doch: „Hier ist alles eine Nummer größer und pompöser als zu meiner Zeit – vom Einzug der Nationen bis zur Beflaggung der Ställe.“ Thomas Tönnissen ist selbst vor Ort, am Montagnachmittag sind die beiden in Strzegom eingetroffen.

Und was traut der Papa der 15-jährigen Lara, die 2021 bereits zwei internationale Große Preise errang, in den kommenden Tagen zu? „Schneidet sie besser ab als ich 1985, würde ich mich darüber natürlich sehr freuen.“ Er wolle nur nicht, dass zu viel Druck auf den schmalen Schultern der Tochter laste. Wie so häufig bei Großereignissen komme es darauf an, die richtige Balance zwischen Anspannung und Lockerheit zu finden. Falls Lara es nach der Auftaktprüfung am morgigen Donnerstag in den Mannschaftsendkampf schaffe und sie mit Clarissa auch im Einzel-Finale noch vertreten sei, „wäre schon das ein Riesenerfolg – ganz unabhängig von ihrer Platzierung“.

Startseite