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Fußball: Kreisliga A 2 Münster

Hat Hand und Fuß – Malte Mallmann wechselt die Sportart

Ottmarsbocholt

Bis Mitte 2020 war Malte Mallmann ein hochveranlagter Nachwuchs-Handballer. Dann hat der 18-Jährige gezwungenermaßen Sportart, Verein, und Spielklasse gewechselt. BW Ottmarsbocholt statt ASV Senden. Kreis- statt Oberliga.

Von Florian Levenig

Als Handballer war Malte Mallmann in der Jugend-Oberliga eine feste Größe. Künftig kickt der 18-Jährige ein paar Ligen tiefer (kl. Bild). Foto: ASV/flo

Einer fiel, zumindest optisch, bei der Teampräsentation des A-Ligisten BW Ottmarsbocholt aus der Reihe. Während die übrigen Neuzugänge im ortsüblichen Fußball-Kit zum Fototermin erschienen waren, trug der junge Mann Trikot und Hose, die ihn als Fan der SG Flensburg-Handewitt ausweisen. Also flugs das BWO-Jersey übergestreift – und schon wurde aus dem Hand- der Fußballer Malte Mallmann.

Na ja, ganz so schnell ging die Transformation nicht vonstatten. Sie hat eine Vorgeschichte. Und die geht so: Mallmann war bis vor einem Jahr ein hochveranlagter A-Jugendlicher des ASV Senden. Leistungsträger des U 19-Oberligisten. Zug im rechten Arm, enormes Wurfpotenzial. „Manchmal“, sagt sein ehemaliger Coach Sebastian Tenholt, „hat Malte es mit den verrückten Aktionen übertrieben. Trotzdem war er akzeptiert im Team, weil er eben regelmäßig unser Matchwinner war.“

Oft genug traf Mallmann, dessen erster Ausbildungsverein die HSG Ascheberg/Drensteinfurt war, ehe er in der C-Jugend zum großen Nachbarn wechselte, in der Liga zweistellig. In diesem Sommer wäre er unter normalen Umständen zu Sendens Verbandsliga-Männern gestoßen. Wobei Tenholt ihm zugetraut hätte, „es als Linksaußen vielleicht sogar ein, zwei Klassen höher zu schaffen.“

Hüft- und Schulterprobleme

Statt Ober- oder gar dritter Liga heißt es für Mallmann fortan: Kreisliga A. Dem Leistungssport Lebewohl sagen musste er einer Hüftfehlstellung wegen: „Dadurch hatte ich irgendwann arge Schulterprobleme.“ Nicht gut für einen ambitionierten Handballer. Drei Trainingseinheiten im Sportpark, dazu an den Wochenenden Qualifikationsrunden und Meisterschaftsspiele, Einladungen zur Westfalenauswahl: zu viel für seinen jungen, geschundenen Körper. Das hätten ihm die Ärzte unmissverständlich klargemacht.

Malte Mallmann Foto: Foto: flo

Die Diagnose sei anfangs schon ein Schock gewesen. Corona habe in dieser Situation vielleicht sogar geholfen. Innehalten. Überlegen, was sportlich überhaupt noch machbar ist. Im Frühjahr, nach dem zweiten Lockdown, hat Mallmann beim ältesten Nachwuchs der Blau-Weißen „ein bisschen mitgezockt“. Es war eine Rückkehr zu den Wurzeln, in ganz jungen Jahren hatte der Ottmarsbocholter bei seinem Heimatverein geflemmt. „Viele Jungs kannte ich noch von damals.“

Nun also der Sprung zu den Senioren. „Da gibt es ein paar Riesenfußballer, die teils in der Landesliga beim VfL Senden aktiv waren“, weiß Mallmann. Ansprüche werde er daher fürs Erste keine stellen. Mittelfristig sei aber schon ein Platz in der Stammformation das Ziel, so der Rechtsaußen, zu dessen Stärken laut eigener Einschätzung Tempo und Schussvermögen zählen. Durchsetzen will er sich bei BWO schon deshalb, um seinen älteren Bruder, VfL-Mann Moritz, eines Besseren zu belehren. „Der“, lacht Mallmann, „hat sofort gestichelt: ,Was willst denn Du mit Deinem Holzfuß auf dem Fußballplatz?‘“

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