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Volleyball: Talent

Keine Zeit zu verlieren – Mia Kirchhoff rastlos

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Mia Kirchhoff hat mit der deutschen U18-Auswahl in Valladolid/Spanien erfolgreich am Wevza-Turnier teilgenommen. Eine großartige Pause gönnt sich die junge Sendenerin, die zwischen VCO und USC Münster pendelt, nicht. Wozu auch?

Von Florian Levenig

Gab in der Vorsaison ihr Debüt in der Bundesliga-Mannschaft des USC Münster: die junge Sendenerin Mia Kirchhoff (r.). Foto: Jürgen Peperhowe

Beine hochlegen, runterfahren, den Tag stehlen. Was 16-Jährige halt so machen im Sommer. Mia Kirchhoff tickt da anders. Nach ein, zwei Tagen Nichtstun „werde ich unruhig“, gibt die Volleyballerin aus Senden zu. Insofern: kein Problem, dass die Ferien quasi vom ersten bis zum letzten Tag durchgetaktet sind.

Kaum waren die Zeugnisse verteilt, da ging es für die Pascal-Schülerin zum Lehrgang der U18-Nationalmannschaft nach Kienbaum – und von da aus ohne Umweg nach Valladolid/Spanien, wo die DVV-Auswahl am Wevza-Turnier teilnahm, eine Art EM, bloß ohne die osteuropäischen Teams.

Für Kirchhoff ein Highlight, „gerade nach der langen Turnierpause“. Zuletzt war sie im Januar 2020 bei einem ähnlichen Wettbewerb in Portugal im Einsatz, um mit Team D für die Europameisterschaft zu proben. Nur: Der Verband schickte seine besten Juniorinnen dann doch nicht zu den kontinentalen Titelkämpfen ein halbes Jahr später. Zu groß die Sorge beim DVV, die jungen Damen könnten an Covid-19 erkranken. „Was schade ist: Wenn du dort fehlst, sind auch die Folgewettbewerbe, für die man sich in der Regel über ein erfolgreiches EM-Abschneiden qualifiziert, futsch“, erläutert die Außenangreiferin. Keine WM. Keine Jugendolympiade.

Platz drei hinter Belgien und Holland

Ein hochkarätig besetztes Wevza-Event nimmt man da gern mit. Zumal Kirchhoff und das Gros ihrer Mitstreiterinnen inzwischen zweifach geimpft sind. Nebenwirkungen? Keine. Zumindest nicht auf dem Parkett. Das Acht-Nationen-Turnier (bei dem kurioserweise das Gastgeberland wegen mehrerer positiver Corona-Fälle fehlte) beschlossen die Deutschen auf dem dritten Rang. Nur Sieger Belgien und den zweitplatzierten Niederländerinnen musste sich die Sechs von Bundestrainer Manuel Hartmann im Nordwesten Spaniens geschlagen geben. Ihr letztes Match gegen die Schweiz gewannen die DVV-Juniorinnen am Samstag mit 3:1. 16 Punkte und damit die meisten an diesem Tag steuerte Kirchhoff zum Erfolg bei.

Re-Start beim USC

Den Sonntag hat sie, die bereits in ganz jungen Jahren für den damaligen Drittligisten ASV Senden auf der Platte stand, dann „weitestgehend mit Schlafen verbracht“ – erstaunlich genug für eine so rastlose Person. Tags darauf stand das Kennenlern-Meeting beim USC Münster an. Beim Bundesligisten herrschte zuletzt ein reges Kommen und gehen. Der Youngster aus der Stevergemeinde zählt – neben Libera Erika Kildau, einer weiteren Sendenerin – zu den ganz wenigen, die geblieben sind. Noch pendelt Kirchhoff zwischen USC und VCO Münster, ab 2022 zählt sie fix zum Kader der Ersten. Am liebsten, lacht die Auswahlspielerin, hätte sie auch das anschließende Training noch mitgenommen. Doch fürsorglich, wie die „Unabhängigen“ sind, haben sie ihre Nachwuchshoffnung für zehn Tage heimgeschickt.

Auch diese Zeit wird Kirchhoff nutzen. Büffeln für die Führerscheinprüfung. Ihr Ziel für die neue Saison, ihre zweite in der Beletage: „Möglichst viele Einsätze.“ Was, fragt man sich, sollte diese junge Frau sonst mit der freien Zeit anfangen?

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