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Handball: Ex-Sendener

Mit Weltstar Schlitten fahren – Max Höning wechselt nach Dänemark

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Max Höning, Ex-Spieler des ASV Senden, verlässt im Sommer den Schweizer Erstligisten TSV St. Otmar St. Gallen und heuert beim dänischen Zweitliga-Klub HØJ Håndbold an. Steigt der 2022 in die Eliteklasse auf, kommt es zu einem interessanten Duell.

Florian Levenig

Max Höning (r.) steht in St. Gallen auch vorn seinen Mann. Noch wichtiger ist der Linkshänder für den Nationalligisten, den er nach den Playoffs mit Ziel HØJ verlässt, aber hinten. Foto: TSV St. Otmar St. Gallen

Letztens hat sich Max Höning ein Snowboard zugelegt. Was durchaus Sinn ergibt, wenn man von einem knappen Dutzend 3000er-Gipfel umringt ist. Eine Investition in die Zukunft war der Kauf des Brettes indes eher nicht. Von kilometerlangen Tiefschneepisten jedenfalls ist in Dänemark nichts bekannt. Aber Höning verlässt im Sommer ja auch nicht des Skifahrens wegen die Schweiz, sondern um im hohen Norden professionell Handball zu spielen.

2017 war der ehemalige Sendener ein Eidgenosse geworden. Nach Stationen in der ersten (TBV Lemgo) und zweiten Bundesliga (ASV Hamm Westfalen) wollte Höning „mal was Neues“ kennenlernen, daher der Wechsel in die Nationalliga A zum TSV St. Otmar St. Gallen. Und aus demselben Grund heuere er demnächst beim dänischen Zweitligisten HØJ Håndbold an: „Mit jetzt 27 ist es vielleicht die letzte Gelegenheit für einen solchen Schritt.“

Sehnsuchtsort Skandinavien

Höning hat zwar eine Freundin (die zunächst in St. Gallen bleibt), aber noch keine Kinder. Und Sportmanagement könne er hier wie dort studieren. So sehr ihm das Leben in der Schweiz behagt („die Leute sind immer nett und freundlich, die Züge fahren pünktlich, die Natur ist umwerfend“): Skandinavien sei für ihn immer schon ein Sehnsuchtsort gewesen. „Das war bereits zu Jugendzeiten so, als wir mit dem ASV Senden am weltweit größten Nachwuchsturnier im schwedischen Lund teilgenommen haben.“

Die Emotionen auf dem Parkett wie auf der Tribüne: Da können die bisweilen betulichen Alpenländler nicht mithalten. Auch schätze er die temporeiche, kampfbetonte skandinavische Spielweise. Bisschen wie in Senden, nicht? „Im Prinzip schon“, lacht Höning, der als C-Jugendlicher seinen Heimatklub SuS Olfen verlassen hatte, um fortan leistungsorientiert Handball zu betreiben. 2011/12 gehörte er dem U 19-Bundesligateam des ASV an, am Saisonende half er beim Aufstieg der Senioren in die Oberliga mit.

Griffig zu verteidigen wie im Sportpark: Das sei mit Blick auf die späteren Stationen eine gute Schule gewesen. Zu Thomas Hammerschmidt, seinem A-Jugend-Coach, habe er bis heute einen engen Draht. Die Truppe, die damals mit der Quali für die Beletage Klubgeschichte schrieb, treffe sich nach wie vor regelmäßig (außer in Seuchenjahren), mit ehemaligen Leuten aus der Ersten wie Jens Giesbert oder Alex Nolte tausche er sich weiter aus.

Duell mit Superstar Hansen?

Nun also das nächste spannende Projekt. HØJ Håndbold wolle „möglichst 2022 in die erste Liga aufsteigen“. Das wäre insofern gutes Timing, da im kommenden Jahr Superstar Mikkel Hansen (Paris Saint-Germain) in die Heimat zurückkehrt und sich Serienmeister Aalborg anschließt. Denkbar also, dass Max Höning – wenn er hinten so herzhaft zupackt, wie er das einst in der Stevergemeinde gelernt hat – mit dem amtierenden Weltmeister und Olympiasieger, nun ja, Schlitten fährt.

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