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Fußball: Landesliga 4

Morzonek verlässt VfL Senden ohne Groll

Senden

Thomas Morzonek ist nicht mehr Trainer des VfL Senden. Rabah Abed trägt also künftig die Hauptlast an der Seitenlinie. Er soll aber in der Rückrunde Unterstützung bekommen, wie Taylan Berik, der sportliche Leiter, erklärt.

Von Florian Levenig

Hat seinen Trainerposten beim VfL nach dem 3:0-Heimerfolg über Altenrheine am Sonntag zur Verfügung gestellt: Thomas Morzonek. Foto: flo

Thomas Morzonek und Rabah Abed sind durchaus unterschiedliche Typen. Hier der etwas ruhigere, auf Ausgleich bedachte Routinier, dort der relative Frischling, nicht mehr ganz so impulsiv wie als Spieler, aber immer noch mit sehr viel Herzblut bei der Sache. Trotzdem – oder gerade deshalb – hatte man als Außenstehender immer den Eindruck: Das passt mit den beiden. Jetzt, nach ziemlich genau drei Jahren, passt es nicht mehr. Morzonek stellt sein Amt als Coach des hiesigen Fußball-Landesligisten mit sofortiger Wirkung zur Verfügung.

„Persönliche Gründe“ führt der 63-Jährige für seine Entscheidung an, die sich bereits seit ein paar Wochen abgezeichnet habe. Wobei das Verhältnis zwischen den stets gleichberechtigten Trainern bis zuletzt intakt gewesen sei, wie beide betonen. Auch findet Morzonek, „dass es für Rabah vielleicht genau der richtige Zeitpunkt ist, um flügge zu werden und die alleinige Verantwortung zu tragen.“

Negativer Stress

Dennoch habe es im Verlauf der Hinrunde, die nicht ganz so verlief, wie sich das alle beim VfL nach der famosen Vorsaison vorgestellt hatten, ein bisschen Unruhe gegeben. „Was ja ein Stück weit normal ist, wenn die Resultate ausbleiben“, wie der altgediente Coach weiß. Dennoch, es sei eben bisweilen „negativer Stress“ gewesen, der ihn dann letztlich zum Aufhören bewegt habe.

Auf die Mannschaft – und damit zum positiven Stress – lässt der Scheidende ebenso wenig kommen wie auf den jüngeren Kollegen: „Das war eine mitunter anstrengende, aber tolle Zeit – gerade weil ich einige der Jungs bereits zu D- und B-Jugend-Zeiten unter meinen Fittichen hatte.“

Zu sehen, wie sich diese Jungspunde, teils rasend schnell, entwickelten und 2021/22 mit den attraktivsten Ball der Liga spielten – da sei ihm das Herz aufgegangen. Dass der eine oder andere danach in ein Leistungsloch gefallen sein, „ist in dem Alter doch völlig nachvollziehbar“. Er jedenfalls bleibe Fan dieser Combo von Hochveranlagten und werde sich in der Rückrunde „mit Sicherheit dieses oder jenes Heimspiel des VfL anschauen“. Auch eine Rückkehr auf die Trainerbank – in Senden oder anderswo, im Nachwuchsbereich oder bei den Senioren – mag Morzonek nicht ausschließen.

Interne Lösung?

Taylan Berik, der sportliche Leiter, bedauert Morzoneks Schritt, muss nun aber „zeitnah“ einen Co-Trainer bestellen, der Abed und Torwartcoach Christian Balke in der Rückrunde unterstützt: „Der Aufwand in der Liga ist schon enorm, das kann niemand allein stemmen.“ Denkbar sei „eine interne Lösung“.

Und was ist mit der kommenden Spielzeit? Auch da, so, Berik, gebe es „vielleicht schon vor Weihnachten“ etwas zu verkünden. Vieles spricht dafür, dass Abed, für den es der erste Cheftrainerposten ist, in seine dann dritte vollständige Amtszeit an der Bulderner Straße geht.

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