Fußball: Modellprojekt

Nähe zulassen – VfL Senden im Testmodus

Senden

Seit Montagabend wird im Sportpark wieder geflemmt, die Ü 32-Kicker, die Damen-Reserve und die B-Juniorinnen des VfL Senden haben den Anfang gemacht. Der Auftakt war vielversprechend, besondere Vorkommnisse: keine.

Florian Levenig

Sieht trotz der langen Zwangspause schon wieder schwer nach Fußball aus: Spielerinnen der zweiten Damenmannschaft des VfL Senden beim Training am Montagabend im Sportpark. Foto: flo

Niklas Castelle darf noch nicht. Obwohl der Goalgetter des VfL Senden „die Murmel am Fuß“ so schmerzlich vermisst. Aber Christian Arends, der nicht nur sportlicher Leiter des VfL und Mitbetreiber des Testzentrums im Sportpark ist, sondern auch den Start des zunächst auf drei Wochen angelegten Modellprojektes am Montag überwacht, macht für den jungen Himmelsstürmer natürlich keine Ausnahme. Die Landesliga-Männer sind erst tags darauf dran, Castelle muss sich für den Moment mit der Rolle des Helfers im Testzentrum begnügen.

Die Ü 32-Kicker Nico Högemann, Dennis Steier und Kamilos Niehoff haben es da besser, sie dürfen gleich am ersten Abend ran. Während sie (und die WN) nach dem obligatorischen Abstrich auf das Testergebnis warten, wird schon wieder gefrotzelt wie in Vor-Corona-Zeiten. Wer wie viel zugelegt habe während der Pandemie. Michael Hauschopp, Kapitän und Co-Trainer der älteren Herren, ist „erstaunt, wie fit einige nach der langen Auszeit sind“. Coach Hendrik Erkmann ist ein bisschen in Sorge, dass die gescheite Zweikampfführung gelitten haben könnte: „Schließlich haben die Jungs monatelang eingebläut bekommen, immer und überall Distanz zu wahren. Wie viel Nähe lassen sie nach dem Re-Start überhaupt zu?“

Wenigstens muss Erkmann kaum Angst haben, dass sich einer seiner Schützlinge beim Pöhlen ansteckt. Jeder im hermetisch abgeriegelten Sportpark kann einen Negativ-Test vorweisen, wurde bereits geimpft oder hat eine Covid-Erkrankung überstanden.

Dehnen und Strecken alternativlos

Gilt auch für die Reserve der VfL-Frauen, die zur gleichen Zeit trainiert, aber auf dem zweiten Kunstrasen. Nach den 30-minütigen Aufwärmübungen sind ein paar Sendenerinnen bereits gezeichnet. Kann aber daran liegen, dass es ziemlich schwül ist. Oder daran, dass zehn Spielerinnen tags zuvor, bei knapp 30 Grad, am „Wings for Life“-Charity-Run teilgenommen und stolze 360 Euro erwirtschaftet haben. Trotzdem: Ausgiebiges Dehnen und Strecken müsse sein, erklärt Trainer Thorsten Scheunemann. Nicht, dass auf die halbjährige Zwangspause gleich die nächste folge – wegen einer muskulären Verletzung.

Derweil haben die U17-Mädchen der JSG Ottmarsbocholt/Senden nach der ersten Übungseinheit bereits Feierabend. „Super gelaufen“, strahlt Dirk Glischinski. Dass sich auch das Ordnungsamt der Gemeinde an Tag eins hat blicken lassen, findet der Coach der Spielgemeinschaft „gerade gut. Es zeigt ja, wie ernst alle Seiten diesen Modellversuch nehmen.“ Gesittet traben die B-Juniorinnen von dannen. Kein Klönen, kein Kaltgetränk beim Wiedersehen. Auch für den heutigen Mittwochabend vor dem Feiertag, eigentlich ein Top-Termin für die dritte Halbzeit, hat Arends vorgesorgt und sämtliche Biervorräte im Klubheim entfernen lassen.

Filzbälle fliegen, Beacherinnen in den Startlöchern

In einer Ecke des Hauptplatzes, mit ausreichend Abstand zu den Ü 32-Kickern, machen sich am Montag Sendens Leichtathleten warm. Sie zählen, neben Beach-Volleyballerinnen und Tennisspielern, zu den ASV-Abteilungen, die ebenfalls am Modellprojekt beteiligt sind. Volleyball-Chefin Steffi Venghaus ist als Ordnerin vor Ort, die Spielerinnen der ersten und zweiten Mannschaft haben sich für Freitag verabredet – „in Kleinstgruppen“, wie Venghaus hervorhebt. Nebenan, beim Tennis, fliegen die Filzbälle übers Netz. Auch Doppel-Paarungen sind erlaubt – solange sich alle an dieselben strengen Hygieneregeln halten, die für die Fußballer gelten. Diese tauschen sich laut Christian Arends „fast täglich“ mit den Behörden aus. (flo)

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