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Leon Heitz eifert in den USA Koepka und Co. nach

Neue Generation Golf

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Leon Heitz will Golf-Profi werden. Und wo könnte der 20-jährige Sendener seinem großen Ziel näherkommen als in den Vereinigten Staaten? Eben. Am Dienstag geht’s per Flugzeug von Amsterdam nach New York City.

Von Florian Levenig

Auf diesem Bild, entstanden vor zwei Jahren beim Gewinn der Stadtmeisterschaft Münster, wirkt Leon Heitz noch ein wenig unterernährt. Inzwischen hat der Sendener 20 Kilo Muskeln draufgepackt. Foto: Heitz

Leon Heitz hat an sich nichts gegen das hiesige Bildungssystem. BWL könnte der 20-Jährige an jeder x-beliebigen deutschen Hochschule studieren. Weil er sich aber eben nicht nur brennend für Wirtschaftsfragen interessiert, sondern mindestens ebenso leidenschaftlich Golf spielt, kam für ihn im Grunde nur ein Wechsel über den großen Teich in Betracht. „Zum einen“, erklärt der junge Sendener, „werden Leistungssportler an den Unis ganz anders gefördert als hierzulande.“ Zum anderen – da muss man sich ja bloß mal die aktuelle Weltrangliste anschauen – sind die Staaten für Golfer so was wie das gelobte Land.

Acht der derzeit zehn besten Spieler auf diesem Planeten sind US-Amerikaner, darunter Heitz` erklärtes Idol, Brooks Koepka. Was er am 30-Jährigen so schätze: „Er wirkt meistens gelassen, packt aber in kniffligen Situationen mutige Schläge aus, vor denen andere eher zurückschrecken.“ Vor allem ist Koepka einer dieser Kraftmeier, die das Golfen revolutioniert und auf eine neue Ebene gehievt haben. Die die Bälle 300 Meter und weiter prügeln.

Gute Physis alternativlos

Auch Heitz hat binnen zwei Jahren fast 20 Kilo an Muskelmasse zugelegt. Die Besten ihrer Zunft gingen ja nicht zum Spaß in die Muckibude: „Eine gute Physis ist heute Grundvoraussetzung, um erfolgreich zu sein.“ Neben einer vernünftigen Ausbildung, die der junge Mann als Stipendiat bis 2025 an der Fairleigh Dickinson University (FDU), 40 Autominuten vom Big Apple entfernt, genießt.

Zum ersten Mal hielt Heitz einen Schläger in der Hand, da war er „drei oder vier“. Die „ganze Familie“ sei auf den Grüns und Fairways zuhause. Leistungsmäßig betreibe er das vormalige Hobby „seit 2017 etwa“. Zunächst beim GC Tinnen (ziemlich genau auf der Grenze zwischen Münster und der Stevergemeinde gelegen), wo er mit 18 Stadtmeister wurde, zuletzt in der 2. Bundesliga beim Berliner Golfclub Stolper Heide.

Nun also die nächste, noch viel größere Herausforderung. Heute, Dienstag, geht der Flieger von Amsterdam nach New York. Eigentlich sollte es bereits 2020, unmittelbar nach dem Abi, so weit sein. Coronabedingt musste sich Heitz volle zwölf Monate gedulden – und ist nun umso heißer: „Klar ist mein großer Traum, Profi zu werden.“ Die PGA-Tourkarte zu erlangen (die derzeit nicht mal der zweifache Major-Sieger Martin Kaymer besitzt). Zugleich wisse er, „dass das nur die Allerwenigsten schaffen“. Schon in der „Division 1“, einer zunächst regional unterteilten, US-weiten Serie, in der der Sendener demnächst die FDU-Farben vertritt, werde knallhart nach Leistung aufgestellt.

Andererseits gebe es auch unterhalb der PGA-Tour Möglichkeiten, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Bei Turnieren in Europa zum Beispiel, als Teaching Pro. Oder Heitz geht – deshalb das BWL-Studium – in die freie Wirtschaft. Gilt eigentlich immer noch der alte Spruch, dass die lukrativsten Deals zwischen Klubhaus und Abschlag verhandelt werden? „Na ja. Dass man auf dem Platz fast alle wichtigen Leute trifft, kommt sicher nicht von ungefähr.“

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