Fußball: SV Bösensell hält die Bezirksliga

Punktlos zur neuen Chance

Bösensell

Eine seltsame Saison hat der SV Bösensell hinter sich: Ohne Punktgewinn hat der Verein die Klasse gehalten. Der Grund dafür ist – natürlich – die Corona-Pandemie.

Thomas Austermann

Neue Spielzeit, neues Glück? Fabian Leifken darf und will mit dem SVB eine nächste Bezirksliga-Serie angehen und wappnet sich bisher zumindest theoretisch. Foto: Johannes Oetz

Jetzt könnte man ein wenig witzeln, was in diesen pandemiebedingt trüben Tagen manchmal sein muss. Die Fußballer des SV Bösensell stehen mit einer rekordverdächtigen Bilanz nach arg kurzer Bezirksligaserie vor einer neuen solchen ab Mitte August. Der Aufsteiger aus 2020 kassierte zwar acht Niederlagen in acht Partien, aber die Annullierung der Spielzeit besorgt dem Schlusslicht die zweite Chance. Auf ein Neues.

„Wir dürften damit etwas geschafft haben, was noch niemandem sonst geglückt ist“, sagt Trainer Fabian Leifken. Der 37-Jährige muss es mit Humor nehmen: „Wir sind ohne Punktgewinn drin geblieben.“

Auch der ehemalige Oberligaspieler, 2006 zum Beispiel für Emsdetten 05 gegen Preußen Münsters von Georg Kreß trainierte Erste erfolgreich, weiß um das sportliche Geschenk in diesen Krisenzeiten. „Für uns wäre es schwierig geworden mit dem Klassenerhalt – aber für uns zählt auch in erster Linie die Perspektive“, sagt er und meint: die Aussicht auf die Rückkehr in den Wettkampf. Völlig unabhängig von der Liga-Ebene. „Ob Bezirks- oder A-Liga ist wirklich zweitrangig für unseren Verein. Aber es ist eine tolle Sache, einen neuen Anlauf unternehmen zu dürfen.“

Saisonabbruch hilft weiter

Dass nun endlich Gewissheit herrscht, empfinde er als große Erleichterung. „Denn irgendwo im Hinterkopf schlummerte immer die Frage, was passiert, wenn es wieder losgeht nach der langen Pause.“ Einen Re-Start mit lediglich ein paar Wochen Vorlaufzeit habe er sich nicht wirklich vorstellen können. „Selbst vier Wochen hätten nicht gereicht, um das Verletzungsrisiko zu minimieren.“

Wie berichtet, geht Leifken in 2021/22 mit dem aktuellen Sportlichen Leiter Mathias Krüskemper als gleichberechtigtem anderen Trainer an der Seite ins Rennen. Der Kader ist nur wenigen personellen Änderungen unterworfen. Der SVB bleibt sich unbedingt treu. Für Leifken wäre es wohl kein Problem, Kontakte zu potenziellen Kandidaten von außerhalb zu knüpfen. Das aber unterbleibt. Denn er lebt die Clubphilosophie. „Wir wollen Bösenseller am Ball sehen. Und diese Jungs wollen wir weiterentwickeln“, legt er sich eindeutig fest.

2021/22 schon fest im Blick

Fortschritte müssen gemacht werden, das haben die wenigen Bezirksligaspiele deutlich gemacht. „Wir werden uns fußballerisch steigern müssen. Das Plus im Spiel mit dem Ball am Fuß ist gefordert. Es reicht nicht, auf Fehler des Gegners zu warten und die zu nutzen.“ Den Vorbereitungsplan hat er längst stehen. Dessen Inkraftsetzen hängt von den gesetzlichen Regelungen ab. „Wir haben so viele begeisterte Spieler – die sind sofort wieder auf dem Platz, wenn das erlaubt wird.“

Seine Kicker haben, nachdem alle möglichen Laufchallenges absolviert waren, „als Solisten“ ihre Fitness aufrechterhalten. Zum Beispiel gemäß den Vorschriften auf Tennis- und Speckbrettplätzen.

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