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Volleyball: Verbandsliga 4

Schritt zurück nach vorn – ASV Senden steigt freiwillig ab

Senden

Ab dem 23. Oktober (Samstag) schlägt der einstige Beinahe-Zweitligist ASV Senden in der Verbandsliga auf. Freiwillig. Außerdem gibt es ein Positionspapier – und einen neuen Cheftrainer.

Von Florian Levenig

Timeout: Mit Cheftrainer Foto: AZ

Es ist noch gar nicht so lange her, da begehrten die Volleyballerinnen des ASV Senden vehement Einlass in die zweite Liga. Letztlich blieb den hiesigen Volleyballerinnen die Tür ins Unterhaus weniger aus sportlichen denn aus wirtschaftlichen Gründen versperrt. Ein paar Jahre später ging’s für das Team aus der Stevergemeinde dann zügig bergab: Regionalliga, Oberliga – und jetzt, freiwillig, eine weitere Spielklasse. Ab dem 23. Oktober (Samstag) schlägt der damalige Beinahe-Zweitligist in der Verbandsliga auf.

Ein Rückschritt? Ja, klar. Aber ein begründeter, führt Steffi Venghaus, die kommissarische Abteilungsleiterin, aus: „Wie 2019, nach dem Abschied unseres langjährigen Trainers Suha Yaglioglu, gab es in diesem Jahr einen enormen Aderlass.“

Neuerlicher Aderlass

Die Bürse-Schwestern Pauline und Charlotte sowie Sophie Schröder sind zum Ligarivalen TSC Gievenbeck gewechselt, Lisa Krüger zum TV Werne (Oberliga), Melina Laubrock zum TuS Herten und, wie berichtet, Carla Geschermann zum Lokalrivalen Union Lüdinghausen (wie Herten Viertligist).

Bleiben Zuspielerin Alina Staimiller, Außenangreiferin Juliane Hase und Mittelblockerin Jula Reher. Das Trio, selbst noch im Teenageralter, bildet eine Art Achse beim runderneuerten ASV, aktuelle U 18- und U 20-Spielerinnen stoßen hinzu.

„Wir haben großes Vertrauen in unsere jungen Damen, wollen sie aber nicht in einer Liga verheizen, die für die Mädchen vielleicht noch zu früh kommt“, erklärt Venghaus. Daher der Abstieg aus freien Stücken. 2019/20, in der Regionalliga, waren die Sendenerinnen ziemlich überfordert. Ein zweites Mal soll das nicht passieren, auch deshalb der Cut.

Positionspapier

Die Blutauffrischung geht mit einer Neuausrichtung einher, der Fokus liegt (noch) stärker auf der Ausbildung. Ausgearbeitet haben das Papier Venghaus und Ex-Coach Oliver Grote, der künftig die Jugendlichen trainiert (die ASV-Chefin übernimmt die Minis). In drei Phasen soll der Nachwuchs an die Erwachsenen, die fortan Iraj Shir Ali verantwortet, herangeführt werden.

Ob der Verein dabei nicht Gefahr läuft, die Top-Talente weiter an die (höherklassige) Konkurrenz im Umland zu verlieren? Venghaus widerspricht: „Wenn wir es schaffen, die Mädchen von klein auf an uns zu binden; wenn wir ihnen vermitteln, dass wir dauerhaft auf sie setzen; wenn sie sich mit dem Klub identifizieren: Dann ist dieses Projekt langfristig tragbar.“

Auch müsse die Verbandsliga ja nicht zwingend das Ende der Fahnenstange sein. Quasi ein Schritt zurück nach vorn. Dafür steht Shir Ali. Der Iraner, in seiner Heimat einst ein erfolgreicher Profi, gilt als fordernd und ehrgeizig. Die Männer der SG Coesfeld stiegen 2019 unter ihm souverän in die Regionalliga auf.

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