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Handball: Münsterlandliga

Umschulung im Alter – Neuer Kuhlmann-Part

Senden

Hendrik Kuhlmann (ASV Senden) war einst ein in ganz Westfalen gefürchteter Rückraum-Shooter. Aktuell hilft der Altmeister regelmäßig in der zweiten Mannschaft aus. Auf einer für ihn durchaus ungewohnten Position.

Muss jetzt nicht mehr aus elf, zwölf Metern draufknallen: ASV 2-Kreisläufer Hendrik Kuhlmann. Foto: Aumüller

Letztens, beim Derby zwischen dem ASV Senden und der Ahlener SG 2. Eigentlich ein Nachbarschaftsduell zum Vergessen (Endstand 30:43). Eine Szene aber bleibt einem in bester Erinnerung. Sekunden nach der Pause, das Match ist längst entschieden, trifft Hendrik Kuhlmann für die Hausherren. Alle springen auf, die Zuschauer johlen. „Da sitzen halt ,seine‘ Jungs aus der Zweiten auf der Tribüne. Die drehen immer ein bisschen durch, wenn ,Henk‘ trifft“, sagt der Coach des hiesigen Verbandsligisten, Swen Bieletzki, und lacht.

Muss man ihnen nachsehen. Ist schließlich lange her, dass „Henk“ für die Erste getroffen hat. „Das letzte Mal vor zwei Jahren oder so“, erzählt der Torschütze, der zu den Besten zählt, die dieser Verein je hervorgebracht hat. Mindestens der Beste, der dem ASV bis heute die Treue hält. Teils obszöne Ablösesummen, zumal für Handballverhältnisse, sollen einst geboten worden sein, um den „Mann mit der Rakete im rechten Arm“ aus der Stevergemeinde wegzulotsen.

Ein Mal ASV, immer ASV

Doch Kuhlmann blieb. Weil er erstens schlau genug war, sein Lehramtsstudium durchzuziehen. Und weil er nie wirklich weg aus Senden wollte. Man fragt sich ja schon, wo es für diesen Hochveranlagten hingegangen wäre, hätte er ganz auf die Karte Leistungssport gesetzt. Einhelliger Tenor in der Neuen Halle: zweite Liga. Minimum.

Jetzt, mit 36, macht er weiter seine Buden, wenn auch ein paar Klassen tiefer, in der Münsterlandliga, bei der zweiten Mannschaft (oder eben in der ersten, wenn Not am Mann ist). Nur so zum Spaß, wobei sich der bei seinen Gegenspielern noch immer in Grenzen halten dürfte. An guten Tagen trifft Kuhlmann nach wie vor zweistellig – wie damals, zu Oberliga-Zeiten.

Neu ist die Position, die er im Team von Alex Seitz bekleidet. Der Mann, den man sonst stets im linken Rückraum, auf der so genannten Königsposition (wie passend für diese Klubikone), verortete, hat im vorgerückten Alter auf Kreisläufer umgeschult. Gescheite Shooter wie Gero Liemann, Benedikt Otte, Lennart Bontrup oder Per Grünert gebe es im Aufgebot zur Genüge, „denen will man ja auch nichts wegnehmen“, erklärt Kuhlmann. Und am Kreis, da sei halt noch was frei gewesen.

Weniger Einfluss aufs Spielgeschehen

Anfangs war die Rolle für ihn „ziemlich ungewohnt“. Klar, die Kugel aus elf, zwölf Metern abzufeuern, das ist seither keine Option mehr. Der größte Unterschied aber sei, „dass man viel weniger Einfluss auf das Spielgeschehen hat“. Dass man darauf angewiesen ist, von den Nebenleuten mit Bällen gefüttert zu werden. Aber auch das klappe besser und besser: „Die Jungs, die ja zum Teil erst vor ein, zwei Jahren zu den Senioren gestoßen sind, machen das inzwischen richtig gut.“

Manchmal kommen sie sogar ganz ohne ihren prominentesten Akteur aus. Der Lehrerberuf, Frau, Kinder, dies, das: Da bleibe nicht immer Zeit fürs Training oder die Matches. Wenn es mal nicht passt, übe er eben bei der Ersten mit (überhaupt wirkt er deutlich fitter als vor zwei, drei Jahren). Und wenn die mal einen personellen Engpass am Kreis hat, dann muss Hendrik Kuhlmann nicht lange überlegen, ob er einspringt: „Ist doch klar. Ist doch der ASV.“

ASV 2 entthront Spitzenreiter

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