Fußball: Frauen-Bezirksliga 7

Unerledigte Aufgaben – Scheunemann und Michelt bleiben, Tenholt hört auf

Senden

Annika Scheunemann bleibt Chefcoach des VfL Senden. Auch ihr Co-Trainer Dirk Michelt hat für eine weitere Spielzeit zugesagt. Dafür hört eine langjährige Leistungsträgerin und Tormaschine aus privaten Gründen auf.

Von Florian Levenig

Goalgetterin Linda Tenholt (l.) hört beim VfL aus privaten Gründen auf. Foto: flo

Man kann sich den Frauenfußball in Senden ohne die Scheunemanns ja eh nicht vorstellen. Aber selbst wenn Annika, die seit Jahrzehnten – erst als Spielerin, seit 2013 als Coach der ersten Mannschaft – dem VfL die Treue hält, jemals mit dem Gedanken gespielt haben sollte, ihren Herzensklub zu verlassen, dann sicher nicht inmitten der Pandemie. Die Zwangsunterbrechung im Herbst 2020 sei für das Team und sie vielleicht noch frustrierender gewesen als für andere, findet die Trainerin: „Wir waren nach einem größeren Umbruch im Jahr davor und ein paar taktischen Veränderungen zum Saisonstart gerade dabei, wieder Tritt zu fassen.“

Annika Scheunemann und Dirk Michelt machen in gewohnter Konstellation weiter. Foto: Foto: flo

Reichlich unerledigte Aufgaben also. Weshalb sich Scheunemann sehr freut, „dass mir der Verein weiter das Vertrauen schenkt“. Die 40-Jährige geht – wie gehabt assistiert von Dirk Michelt – im Spätsommer in ihre neunte Spielzeit als Trainerin im Sportpark. Die personelle Lage ist indes seit Corona nicht besser geworden. Im Gegenteil: Mit Linda Tenholt hat sich gerade die treffsicherste Spielerin der jüngeren Vereinsgeschichte aus privaten Gründen verabschiedet.

„Uns werden ja nicht nur Lindas Tore fehlen, sondern mindestens ebenso sehr ihre Erfahrung“, weiß Scheunemann. Der Bezirksligist wird also abermals jünger, ein paar Spielerinnen aus der U 17 der JSG Ottmarsbocholt/Senden sind auf dem Sprung zu den Senioren. Mädchen mit Potenzial, wie die Cheftrainerin festgestellt hat, „denen man aber logischerweise Zeit geben muss“.

Ansonsten blieben, Stand jetzt, alle an Bord. Dennoch: Das VfL-Aufgebot wird 2021/22 ein weiteres Mal auf Kante genäht sein. Im Bedarfsfall werde sie Ehemann Thorsten, den sie vor acht Jahren beerbt hatte und der inzwischen Sendens Reserve coacht, um Verstärkung bitten. Allerdings ist der B-Ligist (trat zuletzt als 9er-Team an) in der Breite ähnlich dünn besetzt wie die Erste.

„Wings for Life“: Wohltätigkeitslauf

Klar haben auch die Fußballerinnen des VfL Senden die Zeit zwischen Lockdown und endgültigem Saisonanbruch mit Lauf-Challenges abgekürzt. Erste und zweite Mannschaft liefern sich da gerade ein heißes Duell. Noch liegen die Bezirksliga-Damen hauchdünn vorn, „aber ich glaube, diese Woche sind sie fällig“, stichelt Linea Benighaus, die für den VfL 2 (Kreisliga B) die Schuhe schnürt. Ist natürlich nur Spaß, tatsächlich verstehen sich die Spielerinnen untereinander ähnlich gut wie ihre Trainer (sowie Eheleute) Annika und Thorsten Scheunemann. „Ist doch toll, wenn wir zur Abwechslung mal nicht gegen-, sondern miteinander laufen“, meint Benighaus – und hat ein gemeinsames Team ins Leben gerufen, das am 9. Mai (Sonntag) am „Wings for Life“-Run teilnimmt. Der Charity-Lauf findet seit 2014 weltweit statt, die Startgelder fließen in Gänze in die Rückenmarkforschung. „Alle laufen, so weit sie können“, erklärt die Organisatorin. Jede Starterin erhalte einen Link und benötige die entsprechende Handy-App. Spenden könne überdies auch, wer nicht mitmache. Interessentinnen, die nicht zwingend für den VfL kicken müssen, wenden sich per Mail an linea.benighaus@web.de (flo)

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