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„Besser geht es nicht“: Comeback der Bauernolympiade sorgt für Begeisterung

Münster

Es war wie immer: Die Halle Münsterland voll besetzt, beste Atmosphäre und eine Menge Kribbeln bei Reitern und Pferden. Die aber machten durch die Bank einen tollen Job, überzeugten Richter, Kommentatoren und Zuschauer gleichermaßen.

Von Michael Schulte und Henner Henning

Spitzenreiter RFV Nienberge Schonebeck zeigte eine tolle Kür. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Besucher waren sich einig: Sie hatten einen tollen Abend erlebt. Und weil das Publikum einmal mehr ein feines Gespür für die gezeigten Leistungen entwickelte, bekamen auch die 47 Amazonen und fünf Reiter den Lohn, den sie verdient hatten. Tosenden Applaus, der die Besten, aber auch die Platzierten gleichermaßen erfreute.

Die Mannschaftskür um die Wanderstandarte der Stadt Münster, nach Hallensprecher Carsten Sostmeier weltweit einzigartig, wurde vor (natürlich) ausverkaufter Halle zu einer Standortbestimmung der ländlichen Reiterei, die sich mehr als sehen lassen konnte. Turnierchef Oliver Brüning: „Danke an das beste Publikum. Ihr habt in zwei Jahren nichts verlernt.“

Gleich zehn Mal die Traumnote

Nichts verlernt hatten aber auch Reiter(innen) und Pferde. Allen voran der RFV Nienberge-Schonebeck, der sich nach der Führung in der A-Dressur vom Nachmittag auch in der Kür von seiner besten Seite zeigte. Gleich zehnmal wurde die Traumnote 10,0 vom Richtergremium vergeben, und auch von Seiten der Fachleute hagelte es Komplimente. Kürkommentator Christoph Hess: „Unglaubliche Kür, besser geht es kaum.“ Sostmeier: „So eine Kür könnte ich mir tagelang anschauen.“ Und schon vor der Schlussrunde der Nienberger Equipe setzte donnernder Applaus ein. Trainerin Angelika Geßmann reckte im Viereck jubelnd die Fäuste hoch und strahlte über das ganze Gesicht. „Melanie Geßmann ist die einzige erfahrene Reiterin bei uns, die solch eine Kür schon häufiger geritten ist. Die anderen sind alle neu. Aber es hat sich im Laufe der letzten Wochen gezeigt, dass sie super zusammenpassen.“ Natürlich halten die Schonebecker nun alle Trümpfe in der Hand, am Samstag mit einem tadellosen Springen die Standarte zu erringen. „Es können alle springen. Ich bin ganz zuversichtlich, dass sie es rocken werden.“

Titelverteidiger RV Gustav Rau Westbevern hatte die undankbare Aufgabe, nach Schonebeck und vor allem direkt nach der Pause ins Viereck zu müssen. Es folgte dennoch ein hollywood-reifer Auf(t)ritt, der die Massen begeisterte und die Experten schwärmen ließ. Hess: „Ein wahrer Genuss. Eine Kür auf allerhöchstem Niveau mit geschmeidigen Reiterinnen und Pferden in perfekter Harmonie.“ Trainerin Tanja Alfers: „Das junge Team hat das spitze gemacht. In der Vorbereitung war das nie so gut. Das Team motiviert sich untereinander. Samstag ist sicherlich auch wieder ein Hexenkessel. Aber wir geben natürlich unser Bestes.“

„Alle haben es so toll gemacht“

Letzteres galt auch für die übrigen elf Teams, die allesamt sehenswerte Darbietungen boten. Wie beispielsweise die Drittplatzierten aus Albachten. Henrike Sommer, die Trainerin, war selbst überrascht, wie überragend das alles gelaufen ist. Und auch aus Greven kamen nur positive Rückmeldungen, was der vierte Platz untermauert. Jutta Brintrup, seit 25 Jahren dabei und dieses Mal für Amelsbüren und Roxel verantwortlich: „Ich bin sehr glücklich. Alle haben es so toll gemacht. Ein super Abend“, sagte Brintrup zufrieden.

Man muss sicher auch dem sechsköpfigen Richtergremium Respekt zollen, das fast immer auf einer Wellenlänge bei der Benotung lag. Nur die Sprakeler fühlten sich von der Richtergruppe C ein wenig unter Wert behandelt, was auch die Halle so sah. Pfiffe und Buhrufe waren die Folge, was Hess noch einmal aufnahm. „Eine Bauernolympiade ohne Pfiffe geht gar nicht.“ Dem ist nichts hinzuzufügen. Höchstens: Ein Hallenturnier ohne Bauernolympiade geht überhaupt nicht.

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