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Reiten: Agravis-Cup

„Bedeutet uns viel“: Vorfreude steigt vor Comeback nach drei Jahren Pause

Münster

Die Pause war lang, viel zu lang. Im Januar 2020 fand letztmals das Hallenturnier des Reiterverbands Münster statt. Nun aber steht das Comeback bevor, die Vorfreude auf den Agravis-Cup wächst – nicht nur beim Vorsitzenden Oliver Schulze Brüning.

Stammgäste in der Halle Münsterland: Philipp Schulze Topphoff wird mit Concordess wieder beim Agravis-Cup starten, auch Ingrid Klimke (kl. Bild) ist dabei – allerdings ohne Franziskus. Foto: Jürgen Peperhowe

Als am 12. Januar 2020 Andres Vereecke in der Halle Münsterland den Großen Preis vor Gilles Thomas gewonnen und damit den belgischen Doppelsieg perfekt gemacht hatte, ahnte niemand der Beteiligten, dass der Schlussakkord ein Abschied für drei Jahre sein sollte. Stichwort Corona. Reiterinnen und Reiter, die Zuschauer, aber auch die Verantwortlichen vom Reiterverband Münster um seinen Vorsitzenden Oliver Schulze Brüning hatten Entzugserscheinungen, vermissten das Hallenspektakel. Im Januar aber endet die gefühlt ewig dauernde Warterei, vom 11. bis zum 15. Januar steigt nach zwei Absagen der Agravis-Cup. Endlich wieder, ist es aus den Ställen im Münsterland zu hören.

„Wir starten hochmotiviert, zwei Jahren Kopfgrübeln waren lang“, sagt Schulze Brüning, der die reichlich anfallende Arbeit vor dem Turnier nur zu gerne verrichtet. Der Zuspruch ist von allen Seiten wieder groß, die Reiterschar bleibt Münster ebenso treu wie die allermeisten Sponsoren und das Publikum. „Dafür sind wir sehr dankbar, das gibt uns Sicherheit und bedeutet uns viel.“

Klimke will „einzigartigen Atmosphäre“ genießen

Eine, die seit Jugend-Tagen immer dabei ist, ist Ingrid Klimke. Auch 2023 wird sie bei ihrem Heimspiel nicht fehlen, will in den Genuss der „einzigartigen Atmosphäre“ kommen. Dabei wird die Team-Olympiasiegerin der Vielseitigkeit im Parcours und im Viereck starten. Mit Weisse Düne gehört sie beim Mannschaftswettkampf der Kreisreiterverbände zu Münsters Equipe, wird dann die Stute beim Kostüm-Springen satteln – und hat dafür schon einige Verkleidungsideen im Kopf. In der Dressur stellt Klimke ein Trio vor: First Class geht die Große Tour mit Grand Prix und Special, Freudentänzer startet im Intermediaire II Sir Giovanni zeigt sich in den Jungpferdeprüfungen. Ihr Top-Pferd Franziskus, mit dem die 54.Jährige derzeit die Weltcup-Gesamtwertung anführt, bleibt dagegen im heimischen Stall. „Wir hätten ihn gerne hier gezeigt. Aber zwei Wochen nach Münster steht die nächste Weltcup-Etappe in Amsterdam an“, sagt Klimke schon fast entschuldigend.

Bauernolympiade mit 13 Mannschaften

Neben Klimke haben in der Dressur etwa Anabel Balkenhol oder Marcus Hermes ihr Kommen zugesagt, auch Dorothee Schneider erwägt einen Start am Albersloher Weg. Dazu erfährt das Dressur-Programm durch das Premieren-Finale der Turnierserie „Derby Stars von morgen“ eine weitere Aufwertung.

Schulze Brüning zufrieden

Ebenso zufrieden mit den Nennungsergebnis bei den Springreitern ist Schulze Brüning. „Auch wenn Einige sicher noch nachmelden werden, das ist halt heutzutage so.“ Aber der formstarke Oldenburg-Sieger Tim Rieskamp-Goedeking, Philipp Rüping, Felix Haßmann, Newcomerin Paweena Hoppe oder der schnelle Niederländer Gerben Morsink sind dabei und treffen unter anderem auf Philipp Schulze Topphoff. Er war 2022 der Pechvogel, fiel nach zwei Verletzungen lange aus. „Das Jahr ist sicherlich durchwachsen gewesen, umso motivierter gehen wir ins neue Jahr. In Münster vor der Haustür zu starten, ist dabei selbstverständlich“, sagt der 24-Jährige. Mitbringen wird er Concordess – mit der Stute wurde er 2020 im Großen Preis Dritter – sowie Carla, Clemens de la Lande und Nachwuchspferd Vivantas. „Und vielleicht luchse ich meiner Schwester auch wieder Avantus ab“, sagt Schulze Topphoff scherzend, der mit seiner ebenfalls beim Agravis-Cup startenden Schwester Marie „keine Duelle“ führt, sondern eine „Team-Geschichte“ gemeinsam durchzieht. Vielleicht ja auch erfolgreich im Großen Preis.

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