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Reiten: Agravis-Cup

Ein Sieger zum Anfassen – Tim Rieskamp-Goedeking gewinnt das Championat

Münster

Das hat es beim Turnier in der Halle Münsterland so wohl auch noch nicht gegeben: Auf der Ehrenrunde in vollem Tempo suchte Tim Rieskamp-Goedeking die Nähe zu den Zuschauern und klatschte nach seinem Sieg im Championat von Münster mit diesen ab. Zuvor hatte er mit Coldplay der Konkurrenz um die zweitplatzierte Katharina von Essen das Nachsehen gegeben.

Ehrenrunde mit Fan-Kontakt: Tim Rieskamp-Goedeking feiert mit den Zuschauern seinen Sieg im Championat von Münster Foto: Jürgen Peperhowe

Tim Rieskamp-Goedeking hob den Zeigefinger in die Luft, als wollte er sagen: „Seht her, so geht das.“ Wenige Augenblicke zuvor hatte er im Sattel von Coldplay das letzte Hindernis im Stechen des Championats von Münster erfolgreich überquert und die Uhr nach fehlerfreien 31,21 Sekunden gestoppt. Der 40-Jährige hatte offenbar eine Ahnung, dass seine Zeit einen Maßstab gesetzt hatte und nicht mehr zu schlagen sein würde.

So war es, auch der stets schnell und auf Sieg reitende Felix Haßmann kam an die Vorgabe nicht mehr heran, leistete sich zudem am vorletzten Hindernis einen Abwurf. Dieser Steilsprung war ein Knackpunkt im Stechen, das 13 Paare erreicht hatten. „Der war technisch schwierig. Es war klar, dass dieser Sprung das Stechen mitentscheiden würde“, sagte Rieskamp-Goedeking, der „ein bisschen weiter außen“ angeritten und somit die letzte Wendung optimal getroffen hatte. Auf der Schlusslinie trat der Reiter aus Steinhagen aufs Gaspedal – was vor der Entscheidung eigentlich gar nicht so geplant war. „Ich wollte schon mitmachen und die Zuschauer nicht langweilen. Und als ich dann die Linie vom zweiten zum dritten Sprung gut erwischt habe, bin ich in so einen Lauf gekommen“, sagte Tim Rieskamp-Goedeking, der auf der Ehrenrunde in vollem Tempo mit den Zuschauern in der ersten Reihe abklatschte.

„Coldplay in guter Verfassung“

Ein Sieger zum Anfassen, der weiß, wie sich Erfolge mit Coldplay anfühlen. In Oldenburg beim Agravis-Cup, dem Schwester-Turnier der Veranstaltung in Münster, gewann er den Großen Preis, im Dezember in Frankfurt setzte er sich wie nun in Münster mit dem 14-jährigen Hengst im Championat durch. „Coldplay ist grundsätzlich in guter Verfassung“, sagte Rieskamp-Goedeking – und untertrieb damit leicht.

Mit einem Respektsabstand von 1,91 Sekunden folgte auf Platz zwei Katharina von Essen, war mit ihrem Abschneiden aber bestens zufrieden. Schließlich hatte die 29-Jährige am Freitagabend in der ersten Qualifikation mit ihrem Top-Pferd C-Loona 20 Strafpunkte kassiert und war damit auf dem vorletzten Platz gelandet. „Das Erschreckende ist, dass ich diesmal nichts anders gemacht habe. Aber das Pferd braucht manchmal eine Runde, um sich an die Atmosphäre zu gewöhnen“, sagte die Reiterin des RV Albachten, die ihrerseits sieben Zehntel zwischen sich und Patrick Bölle gelegt hatte. Der hatte sich mit zwei Pferden für das Stechen qualifiziert und dabei zunächst mit Caramba de Janeiro die Bestzeit gesetzt, die bis zu von Essens Start Bestand hatte. Als Schlussreiter versuchte er mit Susanne an Rieskamp-Goedeking vorbeizuziehen – scheiterte aber an dem, der das Publikum alles andere als gelangweilt hatte.

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