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Reiten: Agravis-Cup

Kanerva gewinnt den Special, Lokalmatadorin Kämper-Meyer Zweite

Münster

Das war eine ganz enge Angelegenheit. Im Grand Prix Special trennten die Siegerin und die Drittplatzierte nur ganze 0,177 Prozent – eine Winzigkeit. So lag am Ende in der Halle Münsterland Emma Kanerva mit 73,177 Prozent vorne, auf Rang zwei folgte mit Svenja Kämper-Meyer (73,039 Prozent) eine Lokalmatadorin vor Carina Scholz (Warendorf).

Von Michael Schulte

Die Finnin Emma Kanerva, schon lange in Deutschland beheimatet, gewann mit Feldrose den Grand Prix Special. Foto: Jürgen Peperhowe

Als Kieferorthopädin kennt Svenja Kämper-Meyer die „pingelige Arbeit“, die ihr gerade beim Anpassen von Zahnspangen täglich alles abverlangt. Und diese Genauigkeit ist es auch, die sie bei ihrem Hobby am Abend an den Tag legen möchte, dem Dressurreiten. An diesem Wochenende erfuhr die Amazone vom RV St. Georg Münster, wie lohnend genaues Arbeiten sein kann. Denn beim Grand Prix Special kam sie mit ihrer zehnjährigen Stute Amanyara auf den zweiten Platz, einen Tag nach Rang drei im Grand Prix. „Ich bin sehr zufrieden mit dem, was wir hier gezeigt haben. Natürlich möchte man immer mehr. Und es ist auch gut, dass noch Luft nach oben ist. Aber zunächst einmal bin ich glücklich, dass ich hier beim Heimspiel erstmals den Special in der großen Halle reiten durfte.“

Pferdesport stand in der Familie Meyer immer hoch im Kurs. es wurde geritten, ausgebildet, gezüchtet. „Da wurde ich reingeboren, genauso wie mein Pferd. Man kann ruhig sagen, wir beide sind ein Zuchtprodukt dieser Familie.“ Und auf einem guten Weg, das hat beiden die geballte Fachkompetenz beim Agravis-Cup bescheinigt. Stellvertretend für das gestrenge Richtergremium kam Christoph Hess nach der Prüfung zum Ergebnis: „Wir haben eine richtig gute nationale Prüfung mit internationaler Beteiligung gesehen. Die drei Siegerpaare mit einer Bewertung über 73 Prozent, das kann sich wirklich sehen lassen.“

Kanerva erlebt Sternstunde

Dass es im Dressursport nicht nur aufwärts geht, das weiß Emma Kanerva schon lange. Die Finnin erlebte am Sonntag eine Sternstunde, als ihr in der Halle Münsterland der Erfolg im Special gelang. Mit der elfjährigen Stute Feldrose hielt sie ihre Konkurrenz ganz knapp in Schach, nachdem es einen Tag zuvor für beide im Grand Prix „nur“ zum vierten Rang gereicht hatte. „Ich habe das Pferd seit sechs Jahren in meinem Beritt und freue mich sehr über diesen Sieg.“ Für das Paar, einst im Ausbildungsstall von Hubertus Schmidt, gab es bislang noch nie eine solch hohe Bewertung, auch nicht eine solche Leistung. „Und das mit einer sehr selbstbewussten Dame, die immer alles besser weiß als ich.“

Ebenfalls seit Jahren ein gutes Team sind Carina Scholz und Tarantino. Dritte am Sonntag, Zweite am Samstag – da kann man nicht meckern. „Wir haben uns langsam hoch gearbeitet“, sagt die Neu-Warendorferin. „Piaffe und Passage sitzen, jetzt arbeiten wir verstärkt an der Galopptour.“

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