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Reiten: Agravis-Cup

Brüse siegt nach Zitterpartie – und schlägt auch den Mann des Tages

Münster

Gelassen und entspannt war Christoph Brüse nach seinem Ritt mit Cosima. Er hatte getan, was er tun konnte.  Schneller und gleichzeitig fehlerfrei als er war keiner in der Qualifikation zum Großen Preis. Auch nicht der Mann des Tages.

Kappe ab: Christoph Brüse feiert im Sattel von Cosima den Sieg in der ersten Qualifikation zum Großen Preis. Foto: Jürgen Peperhowe

Als Christoph Brüse seine Arbeit getan hatte und im Sattel von Cosima die bis dahin geltende Top-Zeit von Hendrik Dowe geknackt hatte, begann die Zitterpartie.

Reiter um Reiter griffen die 60,50 Sekunden des Rheinländers vom Sportpferdezentrum Köln an, knackten sie sogar. Wie Thomas Holz mit seinem Pferd, das den klangvollen Namen Opium van’t Klavertje Vier trägt, sich aber kurz vor der Ziellinie einen Abwurf leistete – und so den Reiter nach 59,54 Sekunden mit einem Fluch auf den Lippen gen Abreiteplatz brachte.

Oder wie Felix Haßmann mit Captain America, der bis ausgangs der zweifachen Kombination auf Kurs war, dort aber eine Stange aus der Halterung bugsierte (59,70 Sekunden). Oder zu guter Letzt Sarah Nagel-Tornau mit Lord Poldy, die es gar erst am finalen Hindernis erwischte (60,17 Sekunden). Sie alle hätten Brüse die Schweißperlen auf die Stirn treiben können, doch der 34-Jährige verfolgte die Konkurrenz nicht auf der großen Leinwand in der Abreitehalle – er ließ lieber zittern. „Die Mädels haben geguckt, nicht ich“, sagte der Sieger, der mit seiner Stute letztlich nicht der schnellste, aber der schnellste Fehlerfreie war. Und das ist, was im Springsport zählt.

„Wir sind schön in den Parcours reingekommen, haben zu Sprung drei, glaube ich, Zeit gutgemacht und danach die Distanzen gut getroffen.“ So auch auf dem Weg von der Kombination zum letzten Sprung, wo er mit seiner recht kleinen, aber grundschnellen Stute sieben Galoppsprünge wählte.

Damit löste er Dowe von der Spitze ab, die der als siebter der 50 Teilnehmer früh erklommen und lange gehalten hatte. Auch er hatte mit Global Clockwise eine Top-Runde erwischt, war nur 93 Hundertstel langsamer als Brüse. Dass dann Dowe mit seinem zweiten Ass im Ärmel, dem neunjährigen Wallach Barreto, als drittletzter Starter in 62,16 Sekunden die Siegerzeit verpasste, störte den 33-Jährigen vom ZRFV Heiden nicht. Schließlich waren es seine Nullrunden sechs und sieben – Eröffnungsspringen und Youngster-Tour eingerechnet. „Hammer, top. Das ist unglaublich, so kann es weitergehen“, so Dowe nach seinem makellosen Freitag.

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