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Leichtathletik: Serie zu 20 Jahren Marathon

Wie ein Volksbank-Vorstand sich auf seine Premiere vorbereitet

Münster

Wer seinen ersten Marathon läuft, sollte ordentlich vorbereitet sein. Und vor allem sollte er fit sein. Dietmar Dertwinkel aus dem Vorstand der Volksbank Münsterland Nord wagt sich am 11. September erstmals auf die klassische Distanz.

Von Thomas Austermann

Leistungscheck unter medizinischer Anleitung: Leistungscheck unter medizinischer Anleitung: Dietmar Dertwinkel möchte optimal vorbereitet sein.

Planmäßig steht für Sonntag der eine große Trainingslauf an. Der einzige und zugleich letzte kilometerlange. Maximal dreieinhalb Stunden will Dietmar Dertwinkel rund um Burgsteinfurt unterwegs sein. Die wichtige Etappe führt ihn geradewegs in Richtung 11. September. Zum Start beim 20. Volksbank-Münster-Marathon – Dertwinkels Premiere, auf die er sich seit Februar akribisch vorbereitet. Da störte auch eine „peruanische Pause“ nicht wirklich.

Der Mann traut sich was. Das hat er sich selbst zuzuschreiben. 2021 gab Dertwinkel nicht zufällig den Startschuss zum Event ab. Noch als Experte aus dem Vorstand der Volksbank Greven. Seit Anfang dieses Jahres ist er, als einer von sieben Verantwortlichen im Vorstand der Volksbank Münsterland Nord, tätig an der Spitze der dem Genossenschaftsmodell verpflichteten Bank. Nachdem Dertwinkel für den Titelsponsor die Aktiven auf die Strecken geschickt hatte, „bin ich zum Ziel gegangen und dort fünf Stunden geblieben.“

„Ich habe größten Respekt“

Schon der Start sei „imponierend“ gewesen, aber den Eindruck toppte im Zielbereich ein erschöpfter Teilnehmer, dem Marathon-Chef Michael Brinkmann Mut machte auf den letzten Metern. Per Mikro sprach er ihn namentlich an. „Plötzlich richtete sich der Läufer noch mal auf, zeigte ein glückliches Gesicht und zog durch“, erlebte Dertwinkel eine Metamorphose. „Da ist etwas passiert mit dem und das hat mich fasziniert.“ Der Entschluss reifte seither, dem Ganzen auf den Grund zu gehen. „Ich nehme mir Jahr für Jahr abseits des Berufs etwas Außergewöhnliches vor – richtig Bergsteigen zum Beispiel.“

Jetzt also den Marathon. Bank-Kollege Brinkmann versorgte Dertwinkel mit allgemeinem Laufsport-Knowhow und konkreten Trainingsplänen für zwölf Wochen. Der ehemalige Fußballer des TuS Altenberge und passionierte Rennrad-Hobbyfahrer, Jahrgang 1970, lernte schnell, dass er viel lernen muss. „Mir war klar, dass ich mich sehr gründlich vorbereiten muss. Ich hatte und habe größten Respekt vor dem, was mich erwartet.“ Dertwinkel suchte Fachleute in Osnabrück und im ZfS in Münster auf, stellte sich der Bewegungsanalyse und einer Leistungsdiagnostik. „Mein Ziel: Ich will den Marathon in 4:30 Stunden schaffen.“

In Peru geht Dertwinkels Plan nicht auf

Ab März durfte der Burgsteinfurter loslaufen. In der Natur zu sein und Landschaften zu genießen, erfreut Dertwinkel sowieso schon immer. „Nach vier oder sechs Wochen stellten sich Erfolgserlebnisse ein. Ich lernte, viel und langsam zu laufen.“ Erst dreimal pro Woche, dann fünfmal. Maximal 60 Kilometer pro Woche kamen da zusammen. Und die Disziplinierung „zu Achtsamkeit im normalen Leben“. Bis zur Askese muss das nicht gehen, aber der Verzicht auf Alkohol und Süßkrams ist dienlich. „Das richtige Trinken musste ich auch lernen. Wenn der Durst kommt, ist es eigentlich schon zu spät.“

Dem Premieren-Mann, der sich selbst gut einzuschätzen weiß, geht es bestens. „Der Körper gewöhnt sich an die Mehrbelastung. Und ich spüre, dass ich mir etwas Gutes tue.“ Aus zeitlichen Gründen ist Dertwinkel meistens als Solist unterwegs. „Ab und an läuft mein Sohn Jonathan mit. Der nimmt sich die 28-Kilometer-Strecke vor.“ Im Zielbereich wollen sich beide dann abklatschen.

Nur einmal ging Dertwinkels Plan nicht auf. Im Urlaub in Peru. „Wir waren in einer Stadt, die 3400 Meter hoch liegt. Da hat unsereins keine Chance, loszulaufen.“ Bergwanderungen dienten als Plan B. „Michael Brinkmann hat meine Bedenken, dass mit jetzt zwei Wochen fehlen, zerstreut.“ Was Dertwinkel im ehemaligen Inkareich beherzigte, gilt auch für den MüMa. Erzwingen wird er nichts. „Ich kämpfe bis zu einer gewissen Grenze. Wenn ich den Marathon schaffe, ist alles gut. Wenn ich merke, dass es nicht geht, dann ist das so.“

Es folgt Teil 17: Lokalmatadorin Johanna Schönherr läuft diesmal in der Staffel

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