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Fußball: Bezirksliga 12

Altenberger Nächte sind lang

Altenberge

Seit Sonntag steht fest: Der TuS Altenberge spielt in der kommenden Saison in der Landesliga. Das wurde ausgiebig gefeiert. Anschließend fanden einige wichtige Entscheidungsträger Zeit für ein Resümee, andere wagten schon einen Blick nach vorne.

Vera Szybalski

Während der Großteil der „Bank“ nach dem Treffer zum 3:2 zur Jubeltraube um Kai Hintelmann und Vargin Der lief, genossen Kapitän David Marx und Trainer Florian Reckels den Triumph aus der Ferne. Foto: Vera Szybalski

Man könnte es als logische Konsequenz sehen. Seit vielen Jahren arbeitet der TuS Altenberge mit seiner Philosophie, auf eine gut ausgebildete eigene Jugend zu setzen, daraufhin, die Früchte im Seniorenbereich zu ernten. Seit Sonntag ist das Realität, die Meisterschaft in der Bezirksliga 12 und damit der Aufstieg in die Landesliga ist dem TuS Altenberge sicher.

Und das wurde ausgiebig gefeiert. Halb sechs, sechs Uhr dürfte es gewesen sein, als die Letzten ins Bett fielen. Bis 2 Uhr machten Spieler, Trainer, Betreuer, Vorstand und Anhänger des TuS Altenberge in der Ratsschänke Bornemann die Nacht zum Tag, manche zogen anschließend noch weiter und feierten bis die Sonne wieder aufging. Schluss mit Feiern war damit natürlich noch nicht – zumindest nicht für alle. Während Trainer Florian­ Reckels am Montagmorgen in der dritten Stunde eine Deutsch-LK-Klausur betreuen musste, traf sich die Mannschaft um 10 Uhr zum gemeinsamen Frühstück.

Gemeinsam feiern – möglich geworden ist das vor allem dadurch, dass sich die Altenberger die gesamte Saison über als Einheit präsentierten. „Geschlossenheit und Zusammenhalt“ sind die Worte, die fallen, wenn man Kapitän David Marx auf die DNA der Mannschaft anspricht. Auch im Training zogen alle voll mit. Der „unglaubliche Lernwille“ ist eine weitere Eigenschaft, die Reckels ergänzt: „Die Spieler haben nach Input gelechzt und wollten sich weiterentwickeln.“

Seit einem Jahr ist Reckels nun Trainer beim TuS Altenberge. Mit dem ehemaligen Roxeler waren die Verantwortlichen ein kalkulierbares Risiko eingegangen. Ja, es ist Reckels‘ erste Saison als Chef-Trainer, unbekannt war er aber nicht. Fußball-Abteilungsleiter Eppi Hammer kennt Reckels aus der gemeinsamen Zeit als Lehrer am Freiherr-von-Stein-Gymnasium. Heute könnte Vorsitzender Dr. Thomas Keßler nicht zufriedener sein mit seinem Glücksgriff: „Die Verpflichtung war der letzte Baustein, der gefehlt hat. Florian hat es einfach ziemlich drauf.“

Gefehlt hatte in den vergangenen Jahren nie viel, in unerreichbarer Ferne schien der Aufstieg nicht. Die mangelnde Torgefahr und der letzte Wille in den Zweikämpfen waren aber in den Vorjahren immer wieder Mankos. Das ist diese Saison anders. Dabei hatten die Altenberger auch in dieser Saison damit zu kämpfen, dass der Ball nicht immer ins gegnerische Tor wollte. Ganz besonders in einer Partie, dem Hinspiel gegen den SV Wilmsberg. Es war einer der Knackpunkte in der Saison, anschließend startete der TuS seine „ekelhafte Siegesserie“, wie Reckels die 14 Dreier in Folge im Anschluss an das Rückspiel gegen Wilmsberg bezeichnete.

Das 3:2 am Sonntag war ein Spiegelbild der Saison. Nach schwachem Start „waren wir hinten raus bockstark“, so Reckels. Den holprigen Start in die Spielzeit schreibt Reckels der Eingewöhnungsphase zwischen Trainer und Mannschaft zu. Auch die Umstellung vom Co zum Chef an der Seitenlinie ging nicht über Nacht. Dass die Saison so positiv enden würde, „damit habe ich wirklich nicht gerechnet“, bekennt Reckels. „Die Jungs haben es sich absolut verdient, Landesliga zu spielen.“

Bei allen strukturellen Vorteilen, die die Altenberger gegenüber anderen Clubs aus der Umgebung haben, scheint der Aufstieg vor allem Lohn der guten Jugendarbeit sein. Die erste Mannschaft ist voll mit Eigengewächsen und damit ebenso erfolgreich wie auch die zweite Seniorenmannschaft, die eine starke Saison in der Kreisliga A spielt. Die Dritte hat weiter beste Chancen auf den Aufstieg in die Kreisliga B, und der Blick in die älteren Juniorenteams zeigt: Die A- bis C-Jugend schlägt sich in der Bezirksliga gut bis sehr gut. Kein Wunder, dass Keßler bekennt: „Dabei könnte man fast ins Schwärmen geraten. Viel mehr geht nicht.“

Die Aufgabe wird es nun sein, dieses Niveau mindestens zu halten. Für die Reckels-Elf bedeutet das, in der kommenden Saison den Klassenerhalt zu sichern. Während der Trainer sich mit Prognosen für die erste Landesliga-Saison des TuS Altenberge noch zurückhält, traut Keßler der Mannschaft durchaus einen Mittelfeld-Platz zu.

Felix Kemper, für den die Spielzeit wie für viele andere auch eine Premiere in der Landesliga wird, sagt: „Wir freuen uns auf die nächste Saison.“ Und schickt dann noch eine kleine Kampfansage an die Konkurrenz hinterher: „Wir müssen uns nicht verstecken.“

Dr. Thomas Keßler
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