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Laufen: Viele Marathons im Frühjahr bereits abgesagt

Dauerläufer fühlen sich einsam

steinfurt

Egal ob Volkslauf oder Marathon, die Möglichkeit, an längeren Läufen teilzunehmen, ist momentan gering bis unmöglich. Das merkt auch Dauerläufer Rainer Wachsmann, der erst im April wieder einen „Offiziellen“ machen kann.

Günter Saborowski

Rainer Wachsmann läuft Marathon. 423 hat er schon auf dem Buckel und gehört damit locker zum Club der 100. Doch wenn ihm die 42,195 Kilometer nicht reichen, darf‘s auch mal ein Hunderter sein oder auch ein Sechs-Stundenlauf. Oft mit seinem Partner Josef Grond zusammen. Doch beide wurden durch Corona vor Monaten bereits ausgebremst. Laufen geht nur noch allein oder zu zweit und keineswegs auf organisierte Art und Weise.

„Drei oder vier wäre ich in diesem Jahr schon gelaufen“, sagt Wachsmann – und das Jahr ist noch jung. Drei Mal war er in den zurückliegenden Jahren beim Neujahrslauf in der Schweiz mit Start um 00 Uhr – abgesagt, natürlich. Die nächste Veranstaltung, die er im Blick hat und unter seine Sohlen nehmen will, ist die TorTour de Ruhr vom 22. bis zum 23. Mai. Start ist um 4 Uhr morgens, gemeinsam mit seiner Frau nimmt er dann am „Bambinilauf“ über 100 Kilometer teil.

Um solch eine Strapaze zu schaffen, sollte im Vorfeld ordentlich trainiert werden. Wachsmann tut das, auch wenn viele Veranstaltungen im März und April abgesagt werden. „Die Stimmung bei den Veranstaltern und Läufern ist natürlich ernüchternd. Freiburg am 1. April, abgesagt, sechs Stunden in Nürnberg, auch abgesagt – wie so vieles im April“, sagt Wachsmann. Grabesstimmung bei den Läufern. „Man sieht sich ja kaum noch. Es fehlen die Kontakte“, sagt der Münsteraner, der für Marathon Steinfurt läuft. Egal, an welcher Veranstaltung er auch teilgenommen hat, immer war nicht das Tempo für ihn das Wichtigste, sondern das Erlebnis und der Kontakt zu Gleichgesinnten. Mitgefühl empfindet Wachsmann für die Veranstalter, die „enorme Verluste“ verkraften müssen, und auch seinen zweiten Verein in Münster: „Die Laufsportfreunde haben spürbare Austritte zu verzeichnen. Und wer weiß, ob die Leute noch mal zurückkommen?“

Bei der TorTour de Ruhr glaubt Wachsmann indes fest daran, dass sie durchgeführt werden kann. Vorbereiten will er sich mit privat organisierten längeren Läufen, wo sich eine kleine Gruppe trifft, die dann zu zweit in mehreren Runden coronakonform 30 bis 40 Kilometer läuft.

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