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Fußball: Europameisterschaft

Finale furioso

Kreis Steinfurt

Wieder mal hat die Englische Nationalmannschaft ein Elfmeterschießen verloren, diesmal sogar in einem Finale. Des einen Freud, des anderen Leid – wie wir bei unserer kleinen Umfrage feststellen mussten.

Von und

Am Sonntag in Wembley jubelte die italienische Nationalmannschaft. Die Kicker vom Stiefel gewannen das Endspiel gegen England mit 4:3 nach Elfmeterschießen. Foto: Christian Charisius/dpa

Die Fußball-EM ist Geschichte. Und das Turnier schrieb viele Geschichten. Vor allem das letzte Kapitel, das Finale, das Italien im Elfmeterschießen gegen die gastgebenden Engländer gewann, hatte es in sich. Die Sportredaktion der Westfälischen Nachrichten hörte sich bei den Fans der beteiligten Mannschaften um.

Sandro Colalongo (Co-Trainer Galaxy Steinfurt): „Wir sind mit der Familie nach Köln gefahren. Dort hatte ein italienisches Zen­trum ein Public Viewing organisiert, alles war in blauer Hand. Auch nachdem die Engländer schon in der zweiten Minute in Führung gegangen waren, bin ich ganz ruhig geblieben. Ich wusste, dass unsere Mannschaft die Klasse hat, das Spiel noch zu drehen. Und Trainer Roberto Mancini hat nach der eher schwachen ersten Halbzeit dann die passenden Umstellungen vorgenommen. Ich denke, dass es die Squadra Azzura noch gepusht hat, auswärts vor 60 000 Zuschauern, die hauptsächlich Engländer waren, zu spielen. Ich bin absolut stolz auf die Truppe. Nach dem Abpfiff haben wir in Köln noch ein bisschen gefeiert. Um drei, halb vier lag ich dann im Bett.“

Fabio Giantedesci (Spieler beim TuS Laer II): „Mein Puls ist während des Finales mächtig hochgegangen. Das muss ich mal so sagen. In der ersten Hälfte hatten wir keine Antwort auf die Taktik der Engländer mit ihren Flügelspielern. Das wurde nach dem Seitenwechsel dann besser, da unsere Stürmer mehr nach hinten gearbeitet haben. Gott sei Dank hat Leonardo Bonucci das 1:1 erzielt. Im Elfmeterschießen hat uns Gianluigi Donnarumma dann den Hintern gerettet. Nach 2006, als wir Weltmeister geworden sind, haben wir jetzt wieder ein Finale nach Elfmeterschießen gewonnen. Damals habe ich das Turnier als viel intensiver wahrgenommen. Da war in Laer ja noch eine große Leinwand aufgebaut. Diesmal habe ich alleine mit meiner Freundin geguckt. Auf Italiens Sieg habe ich mit meiner Freundin mit einem Aperol Spritz angestoßen und dann erstmal mit meinen Vater sowie einer Freundin aus Italien telefoniert. Die hat mir die ganzen Jubelbilder mit den Autokorsos gesickt.“

Marc Steinfeldt (Torwarttrainer des SV Burgsteinfurt, dessen Mutter Engländerin ist): „Ich bin ganz schön wütend darüber, wie arrogant unsere Elfmeterschützen angelaufen sind. Marcus Rashford hatte, glaube ich, gar keinen Plan, was er überhaupt machen sollte. Die Einwechslungen der Fehlschützen Jadon Sancho und Rashford kurz vor Schluss kamen für meine Begriffe zu spät. So hatten die keine Zeit, auf Temperatur zu kommen. Die Engländer waren in den ersten 45 Minuten klar die bessere Mannschaft, haben aber vergessen, den Sack zuzumachen. Trotzdem hat es mich sehr gefreut, wie die Truppe bis in das Endspiel marschiert ist. Da sind viele junge Leute mit dabei, von denen man was bei der Weltmeisterschaft 2022 erwarten kann.“

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