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Fußball: Bezirksliga/Kreisliga

Geplante Fusion zwischen Preußen Borghorst und SV Wilmsberg

Borghorst

am Montag (25. November) findet in der Mensa des Borghorster Gymnasiums die entscheidende Versammlung zur geplanten Verschmelzung zwischen Preußen und Piggen statt. Zwei Abstimmungen, vereinsintern und gemeinsam, stehen für die Mitglieder beider Vereine auf dem Programm.

Günter Saborowski

Vergangenheit und Zukunft: Bei der Steinfurter Stadtmeisterschaft 2015 spielten grün-weiße Piggen und schwarzgekleidete Preußen noch gegeneinander. Das könnte in naher Zukunft vorbei sein, denn schon jetzt spielen Borghorster und Wilmsberger in den meisten Altersklassen der Jugend, wie zum Beispiel die D-Junioren (unteres Bild), in einer Mannschaft zusammen. Foto: Thomas Strack/Marc Brenzel

Beispiele von geglückten Fusionen gibt es im näheren Umkreis einige. Ob zwischen DJK Rasensport und Schwarz-Gelb Burgsteinfurt, SG Eintracht und VfB Rheine oder auch Arminia und Vorwärts Gronau – sämtliche Vereine stehen mittlerweile auf solidem Fundament und erfreuen sich einer positiven sportlichen Entwicklung. Der nächste Zusammenschluss, der in naher Zukunft in Rheine über die Bühne gehen könnte, findet zwischen Grün-Weiß und Amisia Rheine statt. In den meisten Fällen liegen die Beweggründe für eine Fusion im demografischen Wandel begründet: zu wenig Jugend, zu wenig Ehrenamtler.

Am Montag (25. November) stehen zwei Vereine aus Borghorst am Scheideweg und entscheiden über ihre Zukunft. Sämtliche volljährigen Mitglieder des SC Preußen und des SV Wilmsberg müssen in einer ersten, vereinsinternen Abstimmung ihr Votum für oder gegen die Verschmelzung abgeben. In einer zweiten, gemeinsamen Abstimmung – alles unter Aufsicht eines Notars – müssen dann mindestes 75 Prozent der Anwesenden für die Fusion votieren, damit der neue Verein aus der Taufe gehoben werden kann.

Als möglicher Vereinsnamen stehen Borghorster Fußballclub (BFC), FC Borghorst (FCB), Borghorster Sportverein (BSV) oder Eintracht Borghorst im Raum. Durch die Versammlung wird die Rechtsreferentin des Landessportbundes (LSB), Karin Schulze Kersting, führen.

„Wir von der Projektleitung haben alles getan, was man im Vorfeld machen kann. Wir haben die Mitglieder, sowohl die jugendlichen als auch die Senioren, informiert, und wir haben die Stadt eingebunden“, sagt Reinhard Rotterdam, der zweite Vorsitzende der Preußen. „Mehr geht nicht“, ergänzt Klaus Brüning vom SV Wilmsberg. „Ich bin zuversichtlich, denn die Fusion ist ja schon fast ein Muss“, erinnert er an die Masse der wegbrechenden Ehrenamtler und Jugendspieler, die in den nächsten Jahren aufgrund des demografischen Wandels auch in der Kreisstadt zu erwarten sei.

„Nein, ich sehe eigentlich keine Stolpersteine mehr. Es ist alles gut eingestielt. Wir haben die Stimmung der Mitglieder eingeholt, und die stehen der Fusion überwiegend positiv gegenüber. Selbst die älteren, die wir im Frühjahr zu einem Infoabend eingeladen hatten, waren zu 100 Prozent für die Fusion“, sagt der SCP-Vorsitzende Karl-Heinz Brinkert.

Als Katalysator für das Projekt Verschmelzung sieht Norbert Steiner, ehemaliger Spieler und Vorsitzender der Preußen, die bereits seit drei Jahren laufende Jugendspielgemeinschaft an. „Vor zehn Jahren hätte ich einer Fusion nicht zugestimmt. Aber die Zusammenarbeit zwischen Preußen und Wilmsberg war so gut, so harmonisch, dass ich fest davon überzeugt bin, dass die Fusion kommt“, sagt Steiner.“ „Es ist die richtige und konsequente Lösung unserer Probleme. Ich bin absolut dafür“, ergänzt Werner Dirkes, ehemaliger Preußenspieler, Trainer und Sportlicher Leiter des SCP.

Für die Vereinsentwicklung sei die Fusion der richtige Weg, aber „es wird eine große Herausforderung sein, ein gemeinsames Vereinsgefühl zu entwickeln“, sieht Marianne Finke-Holtz, Vizepräsidentin des FLVW und Leiterin des Spielbetriebs Mädchenfußball beim SC Preußen, noch einiges an Arbeit auf den neuen Verein zukommen. Ein Zusammenwachsen beider Vereine brauche seine Zeit, zumal man keine gemeinsame Spielstätte und kein gemeinsames Vereinsheim habe. „Es muss sich ein Vereinsleben entwickeln, es darf keine zwei Parallelgesellschaften geben“, appelliert sie an alle Mitglieder, den neuen Club auf ein gemeinsames Fundament zu heben.

Dieter Wies, früher Spieler der Preußen, dann 16 Jahre Jugendtrainer beim SCP und jetzt Betreuer der ersten Mannschaft des SVW, positioniert sich eindeutig pro Fusion: „Es gibt ja im Jugendbereich kaum noch Mannschaften. Auf Vereinsebene und bei den Senioren fehlen die Betreuer – es geht gar nicht anders“, legt sich der mittlerweile vereinslose Wies fest. Dem neuen Club werde er beitreten, glaubt aber, dass ein gemeinsames Vereinsleben seine Zeit brauche: „Das wird nicht in einem Jahr klappen.“ Ebenso wie der Aufstieg in eine höhere Liga. „Wir haben im Moment talentierte Jugendliche. Auf Dauer sehe ich da schon Chancen, um aufzusteigen“, so Wies.

Klaus Brüning
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