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Deutsche Dartsfamilie kommt zum Abschiedsturnier von Christian Kloß

Lukas Wenig gewinnt letztes Megaevent in der Steinfurter Soccerworld

Borghorst

Am Wochenende traten Spitzendarter aus ganz Deutschland beim „Last Soccerworld Event“ an. Dabei handelte es sich um das letzte große Turnier am Standort Steinfurt. Lukas Wenig holte sich den Titel in der Goldklasse, doch im Mittelpunkt stand ohne Frage ein anderer.

Von Marc Brenzel

WM-Teilnehmer Fabian Schmutzler erreichte das Halbfinale. Foto: Thomas Strack

Hoch emotional wurde es am Wochenende in der Borghorster Soccerworld. Letztmalig hatte Inhaber Christian Kloß die deutsche Dartsfamilie zu einem großen Turnier eingeladen. Mit dem „Last Soccerworld Event“ wollte der 40-Jährige nach eigenen Aussagen noch mal für ein „Megaevent“ sorgen. Und das gelang Kloß perfekt, denn an allen drei Tagen gab es sehenswerten Sport. Parallel dazu mussten viele Tränen getrocknet werden, denn die Pfeilsportler realisierten spätestens bei der Siegerehrung, dass Deutschlands Darststandort Nummer eins für immer seine Türen schließt.

Diesen Stellenwert hatten sich Kloß und sein Team in den vergangenen Jahren erarbeitet. Internationale Wettbewerbe sowie deutsche und Landesmeisterschaften fanden in der Halle an der Harkortstraße statt. Und nicht zuletzt maß sich dort die deutsche Elite im Rahmen der Super League. „Ich habe viel, viel Herzblut reingesteckt“, betonte Kloß am Samstag vor dem Start der Einzelkonkurrenz in seiner Eröffnungsrede. „Es fällt mir schwer, jetzt aufzuhören. Ich bin aber an einer Kreuzung angekommen, an der ich mich entscheiden muss: Nehme ich den holprigen Weg nach links oder den nach rechts, der mir geregelte Arbeitszeiten ermöglicht“, so Kloß, der die Soccerworld 20 Jahre lang managte. Seinen beruflichen Werdegang setzt der gebürtige Thüringer mit seinem Unternehmen „2K Dart Software“ fort: Ein Geschäftspartner und Kloß haben unter anderem Programme für die Ligenverwaltung und Turnierplanung entwickelt.

In der jüngeren Vergangenheit hatte sich Christian Kloß in der Szene verdient gemacht, weil er während und nach der Corona-Zeit Turniere veranstaltete. Aufgrund der Größe seiner Soccerhalle war das mit den jeweils gültigen Richtlinien bestens kompatibel. Dafür gab es Dank auf breiter Fläche: „Super, was Christian da gemacht hat. Ich bin mit meinen Eltern praktisch an jedem Wochenende von Frankfurt hier raufgefahren, um spielen zu können. Deshalb gab es für mich keinen Zweifel, jetzt dabei zu sein“, bezog WM-Teilnehmer Fabian Schmutzler Stellung. Der 16-Jährige verzichtete dafür sogar auf ein großes internationales Nachwuchsturnier in Wien. Seine sportliche Zukunft geht „Fabulous Fab“ fokussiert, aber entspannt an: „Klar würde ich im Dezember gerne wieder im Ally Pally die Weltmeisterschaft spielen, aber da mache ich mir keinen Druck.“

Bis auf die deutschen Tourspieler, die zeitgleich beim Weltranglistenturnier im englischen Barnsley am Start waren, hatte sich nahezu die restliche deutsche Spitzenklasse in Borghorst angemeldet. „Wenn man von perfekten Turnierbedingungen sprechen möchte, dann kommt man als Darter nicht um die Soccerworld herum. Hier war es immer fantastisch“, lobte Nico „Flower Power“ Blum, der einst das World Youth Masters gewann.

Zum Warm Up am Freitag gab es ein mit über 140 Teilnehmern besetztes Doppelturnier, die Einzelkonkurrenz am Samstag und Sonntag lockte sogar 336 Sportlerinnen und Sportler aus der ganzen Republik an. Die wurden zunächst in den Gruppen bunt gemischt, sodass sich internationale Größen, Zweitliga-Akteure und Anfänger duellierten. „Das macht unseren Sport doch aus. Auch ich bin mal klein angefangen“, positionierte sich Lukas „Luu“ Wenig. Der 27-jährige Marburger gilt als einer der besten Deutschen und bringt enorme internationale Erfahrung mit.

Als sich nach Vor- und Zwischenrunde die Wege von Favoriten und Außenseitern trennten, spitzte sich die Spannung zu. In die Goldgruppe, in der sich die Besten aus den Gruppenspielen begegneten, zogen Schmutzler, Wenig und der Bayer Franz Rötsch ein. Komplettiert wurde die Runde der letzten Vier vom Niederländer Denny Oude Kalter, der die Farben des heimischen DT 16 Steinfurt trägt. Mit Peter Ruffing lag ein weiterer Steinfurter im Rennen, ehe er im Achtelfinale trotz 2:0-Führung gegen den belgischen WM-Starter Kenny Neyens ausschied.

Im Finale spielte Wenig richtig groß auf und gab Oude Kalter klar mit 7:1 das Nachsehen. „Lukas hat einen Durchschnitt von 100 geworfen. Irre, das ist Weltklasse“, staunte Kloß. Ein Endspiel auf derart hohem Niveau – ein besseres letztes Kapitel ihrer Geschichte hätte für die Soccerworld nicht geschrieben werden können.

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