Fußballer des TuS Altenberge, Laer und Leer und ihre Beinamen

„Otto“, „Killi“ und der „Schädel“

Steinfurt/Laer/Al...

Beim BFC gibt es den Grabo, beim SV Burgsteinfurt den Schmerle – aber woher rühren Killi oder Pommes? Aufklärung, wie Fußballer in unseren Breiten zu ihren Bei- oder Spitznamen kommen, gibt es hier.

Günter Saborowski

Thomas Schwier, Abteilungsleiter Fußball des TuS Laer (M.) heißt seit Urzeiten bei den Nullachtern nur „Schädel“. Carsten Becker (kl. Bild, l.) bekam von Detlef Hunsche den Beinamen Otto; Christoph Arning (kl. Bild, M.) kennt man nur als „Killi“ und Tim Gödecke (kl. Bild, r.) benutzt Pommesschälchen als Schienbeinschoner. Foto:

Sportler sind mitunter recht einfallsreich, wenn es gilt, ihren Mitspielern Namen zu verpassen, die sie ein Leben lang behalten – oder quälen, je nach dem. Die Verniedlichung des Vornamens, also aus einem Thomas einen Tommy zu machen, ist beim Handball, Fußball oder Tischtennis wahrscheinlich die gebräuchlichste Variante.

Eine andere, ebenfalls sehr geläufige Form des Kosenamens, ist die Abkürzung des Nachnamens. Aus dem Trainer des SV Burgsteinfurt, Christoph Klein-Reesink, einen Reese zu machen, ergibt schon irgendwie Sinn. Den Yannick Hagedorn vom TuS Altenberge zum Hage zu verkürzen, vielleicht auch – vor allem wenn es in einer Mannschaft gleich drei Janniks gibt, meist noch mit unterschiedlicher Schreibweise. Ein weiteres Beispiel wäre der Schmerle für Schmerling (SV Burgsteinfurt) oder Grabo für Thomas Grabowski beim BFC und und und. Eher gewöhnungsbedürftig ist es, die Vornamen der Väter über den Platz zu brüllen, wenn eine Handlungsanweisung gegeben wird. In Altenberge war dies eine Zeit lang der Fall, was vor allem die berichterstattende Zunft irritiert hat.

Aber es gibt auch durchaus einfallsreiche und auch zufällige Entstehungen von Spitznamen, die einen konkreten Hintergrund haben. Um nur drei Beispiele in den Raum zu werfen: Schädel, Pommes, Killi und Otto. Den Schallo von Karl Adick, der vor einigen Jahren Trainer der Borghorster Preußen war, konnte selbst der Betroffene Karl damals nicht aufklären, als er danach gefragt wurde. Oftmals verhält es sich sogar so, dass der wahre Vorname des Betreffenden den meisten gar nicht geläufig ist – wie bei Killi Arning von Westfalia Leer. „Wenn ich mich als Christoph Arning am Telefon melde, kommt es schon mal vor, dass jemand Killi sprechen möchte, ob der wohl zu Hause sei. Ich sage dann immer: Moment, ich hole ihn mal“, grinst Christoph „Killi“ Arning, dessen Spitzname seinen Ursprung durch seine Brüder hat. „Ich heiße schon immer so. Meine Brüder konnten Christoph wohl nicht aussprechen“, erklärt er. Selbst in den Fotoalben unter Bildern der drei kleinen Arnings stünde Ralf, Arno und Killi.

Den Beinamen „Otto“ trägt Carsten Becker, aktuell Sportlicher Leiter beim FC Gievenbeck, und 2010 als Nachfolger von Detlef Hunsche beim TuS Altenberge als Trainer ins Amt gekommen. Von Hunsche hat er auch diesen „Otto“ verpasst bekommen, wie er sich selbst erinnert: „Hunsche, übrigens in Gievenbeck mein Nachbar, hat in einem seiner letzten Spiele beim TuS Altenberge bei seiner Ansprache in der Kabine mich als seinen Nachfolger vorgestellt. Wahrscheinlich hat er dabei den Nationaltrainer der Reiter im Kopf gehabt, der hieß nämlich Otto.“ Allerdings ist der „Otto“ nicht bis nach Münster durchgedrungen, denn „Becker wird nur in Altenberge Otto genannt, in Gievenbeck nicht“, behauptet Klas Tranow, Co-Trainer von Florian Reckels beim FCG und Ex-Trainer der TuS-Zweiten.

Und dann gibt es beim TuS Altenberge noch den „Pommes“ alias Tim Gödecke, ebenfalls ein verflossener Übungsleiter des TuS in Altenberge. „Als die Schienbeinschoner verpflichtend eingeführt wurden, hat sich Gödecke statt der Schoner immer diese Schälchen für Pommes unter die Stutzen gesteckt. Seitdem heißt er Pommes“, erzählen Tranow und Becker beinahe wortgleich.

Fehlt nur noch der Schädel, der mitnichten mit der lichten Haarpracht oder hohen Stirn seines Trägers zu tun hat, sondern mit einer Verrenkung. „auf dem Fußballplatz kennt mich keiner als Thomas“, erzählt der betroffene Thomas „Schädel“ Schwier. „Als ich gerade in den Seniorenbereich gewechselt war, habe ich mir beim Umziehen nach dem Spiel den Hals verrenkt. Abends bei einer Party habe ich den Kopf immer noch schief halten müssen. Bis mich dann jemand angesprochen hat: Ey, Schädel, willste noch nen Bier“, hat Schwier den Ursprung seines „Schädels“ im Hinterkopf. „Als ich dann nach drei Jahren Altenberge bei den Senioren nach Laer gewechselt bin, hat mich Manni Dömer so angesprochen. Der wusste das, und so ist der Name geblieben“, wurde der Altenberger „Schädel“ zu den Nullachtern nach Laer übertragen und hat noch heute seine Gültigkeit bei den Fußballern.

Startseite