Fußball: Europameisterschaft 2021

Sandro Colalongo schwärmt von Roberto Mancini

Steinfurt

Sandro Colalongo ist Italiener, folglich drückt der Steinfurter bei der bevorstehenden Europameisterschaft der Squadra Azzurra die Daumen. Der Co-Trainer des B-Ligisten Galaxy Steinfurt hat einen Spieler aus Neapel als den potenziellen Star des Turniers ausgemacht.

Sandro Colalongo (2.v.l.) hat einige Namen auf seinem Zettel stehen, die bei der Europameisterschaft groß rauskommen können: allen voran Lorenzo Insigne. Foto: Marc Brenzel

Das letzte große Turnier, die Weltmeisterschaft 2018 in Russland, hat Sandro Colalongo in keiner guten Erinnerung. Seine „Squadra Azzurra“ hatte sich gar nicht erst qualifiziert. „Nur den anderen zuzugucken – das war irgendwie blöd“, stellt der Italiener aus Steinfurt klar. Jetzt soll alles wieder gut werden, wenn die Kicker vom Stiefel heute Abend die Europameisterschaft gegen die Türkei eröffnen.

In Italien sind die Erwartungshaltungen an die eigene Elf groß. Das Halbfinale – so die Zielsetzung – sollte es schon sein. Hoffnungsträger ist Roberto Mancini, der seit drei Jahren die Nationalmannschaft trainiert. „Nach der verpassten WM hat er sehr gute Aufbauarbeit geleistet. Die Jungs haben den Spaß am Fußball wieder gefunden. Und selbst bei einer Führung wird weiter offensiv nach vorne gespielt“, schwärmt Sandro Colalongo von Mancini.

Colalongo, der 1981 nach Deutschland gekommen ist, rät allen Fans, ein Auge auf Lorenzo Insigne vom SSC Neapel zu werfen. „Das kann sein Turnier werden. Eigentlich ein Flügelspieler, der aber auch immer mal wieder im Zentrum oder im Angriff auftaucht und sich Chancen erarbeitet“, berichtet Colalongo, der beim B-Ligisten FC Galaxy Steinfurt als Co-Trainer aktiv ist. Ebenfalls auf seiner Rechnung: Spielmacher Marco Verratti von Paris St. Germain. Insgesamt sei das Team, das sich bis auf drei Ausnahmen komplett aus Akteuren aus der heimischen Serie A rekrutiert, eine gesunde Mischung aus Jung und Alt. Bei ihrer Generalprobe gegen Tschechien überzeugten die Blauen mit einem 4:0-Erfolg.

Colalongo ist Tifosi, das ist klar. Aber da seine Frau Portugiesin ist und Deutschland Heimat, hat er sozusagen drei Mannschaften im Rennen. Kommt es zu direkten Duellen, dann bleibt der Süditaliener weitgehend objektiv: „Wenn wir gegen Portugal oder Deutschland verlieren und die besser waren, dann kann ich damit leben.“

Die Partien der Europameisterschaft verfolgt er am liebsten in einem kleinen Kreis: „Zu viele Mitgucker sollten es nicht sein, sonst besteht die Gefahr, dass alle meinen, Trainer sein zu müssen.“ Der Genuss kommt dabei auf keinen Fall zu kurz, denn parallel zu den Spielen brütet die Hitze im eigenen Pizzaofen. In drei Minuten ist jeder Teigfladen durch. Colalongo schwört auf die klassische Margherita aus seiner Heimat Neapel: „Die ist einfach die Leckerste, und die Zutaten Basilikum, Mozzarella und Tomate stehen für unsere Nationalfarben Grün, Weiß und Rot.“

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