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Aufstiegsrunde: DT 16 schafft in Hanau den Sprung in die deutsche Topklasse

Wahnsinn: Steinfurt spielt in der Bundesliga

Steinfurt

Das Dartteam Steinfurt 16 spielt in der nächsten Saison tatsächlich in der Bundesliga. Beim Aufstiegsturnier in Hanau gewannen die Münsterländer alle drei Spiele – das entscheidende gegen Eintracht Munster in einem echten Krimi. Wenn im September die neue Saison beginnt, kommen die Topteams aus ganz Deutschland nach Borghorst.

Von Marc Brenzel

Das Dartteam Steinfurt 16 schaffte am Samstag in Hanau den Sprung in die 1. Bundesliga. Dabei waren (h.v.l.) Ole Holtkamp, der Schreiber Tim Möller, Justin Webers, Phil Ende, Marcus Maier, Carsten Tenkmann und Patrick Holz sowie (v.v.l.) Christian Aust, Daniel Kühs, Manfred Bilderl, Christian Kloß und Peter Rufing. Foto: DT Steinfurt

Die Stadt Steinfurt hat einen Bundesligisten. Das Dartteam 16 schaffte am Samstag in Hanau den Sprung in die deutsche Topklasse. In der entscheidenden Partie setzten sich die Münsterländer mit 7:5 gegen den niedersächsischen Landesmeister Eintracht Munster durch. Folglich treten die Steinfurter in der nächsten Saison gegen zahlreiche der besten Teams der Republik an.

„Das Dartteam Steinfurt in der Bundesliga – das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen“, strahlte Carsten Tenkmann im Anschluss an ein mega kräftezehrendes Aufstiegsturnier. Der 52-Jährige ist nicht nur Vorsitzender des DT, sondern zusammen mit Christian Kloß als Teamkapitän auch verantwortlich für die sportlichen Entscheidungen.

Teile der Mannschaft waren erst am Turniertag ins Hessische gefahren. Das bedeutete, sich um 4 Uhr ins Auto zu setzen und vormittags direkt durchzustarten. Das gelang dem nordrhein-westfälischen Meister mit einem nicht zu erwartenden 11:1 gegen die Nomads Flensburg. „Der Start war sensationell. Beim Sieg gegen Flensburg haben die Jungs getrommelt wie die Weltmeister“, zeigte sich Kloß genau so beeindruckt wie viele andere in der Sporthalle in der Fasanieristraße.

Im zweiten Gruppenspiel gegen die Captains Berlin erwischten die Westdeutschen erneut einen super Start. 6:2 stand es nach den Einzeln, ehe in den Doppeln früh der zum Sieg nötige siebte Zähler eingefahren wurde. 7:5 lautete das Endergebnis.

Im Überkreuzduell mit dem Tabellenzweiten der Gruppe A, Eintracht Munster, ging es um das Ticket für die Bundesliga. Das Problem: Nach dem Match gegen Berlin hatte das Dartteam eine rund vierstündige Spielpause – und das in einer Halle, in der die Temperatur über 30 Grad lag und die Luft ex­trem stickig war.

„Wir haben uns in die hintereste Ecke des Cateringbereichs zurückgezogen und uns da ein paar Tische zusammen gestellt. Da wurde dann eine Kleinigkeit gegessen, gequatscht, und der eine oder andere konnte sogar ein Nickerchen halten“, so Tenkmann.

Obwohl die lange Unterbrechung mental nicht einfach war, sah Tenkmann seine Mannschaft gegenüber dem Gegner aus Munster im Vorteil. „Die mussten bis zum Ende um das Weiterkommen zittern und waren noch voll im Stress. Wir hingegen sind ausgeruht in das Match gegangen.“

Das machte sich bemerkbar, denn das Dartteam erwarf sich eine 3:1-Führung. In der zweiten Rutsche – gedartet wurde jeweils an vier Boards gleichzeitig – wurden die Punkte geteilt. Somit stand es vor den Doppeln 5:3 für Steinfurt.

„Wir haben uns dazu entschieden, taktisch aufzustellen und die beiden vermeintlich stärksten Doppel zum Ende spielen zu lassen“, erklärte Kloß die Vorgehensweise. Munster glich zunächst auf 5:5 aus, doch die beiden Steinfurter Spitzenpaarungen sorgten für einen 7:5-Erfolg. Denn letzten Punkt holten Manfred Bilderl und Patrick Holz, wobei es Führungsspieler und Routinier Manfred Bilderl vorbehalten war, mit einer Doppel 20 den Aufstieg in die „bel étage“ perfekt zu machen.

In Hanau wurde anschließend nicht mehr großartig gefeiert. Zu kaputt sei die Mannschaft nach dem anstrengenden Tag gewesen, so Tenkmann. Stattdessen ließen es sich die Pfeilsportler auf dem Rückweg in Kamen in einem italienischen Restaurant gut gehen. Eine klassische Meisterfeier wird nachgeholt.

„Das ist der absolute Wahnsinn. Ich weiß nicht, wie viele andere Mannschaften im Kreis in der Bundesliga spielen. Von der untersten bis in die höchste Klasse durchzumarschieren – keine Ahnung, ob es das noch einmal wieder geben wird“, rekapitulierte Gründungsmitglied Tenkmann die vergangenen sechs Jahre.

„Irre, wie die Jungs performt haben. Kriegen wir diese Leistung auch in der nächsten Saison an die Boards, können wir manchen renommierten Verein ärgern“, wagte Kloß schon einen kleinen Ausblick auf das, was kommt.

In der Nordstaffel der Bundesliga treffen die Steinfurter auf den Deutschen Meister Vegesack Bremen, The Wanderers aus Neumünster, Tripple Bull Diedersen, die Lumberjacks Salzgitter, die Bulldogs Wolfenbüttel, die Vikings Berlin, den 1. DSC Goch und Mitaufsteiger SC Eilbek.

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