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Weltmeisterschaft in Abu Dhabi

Wolfgang Probst mischt in der Elite mit

Burgsteinfurt

„Total geflasht“ kehrte Wolfgang Probst jetzt von der Weltmeisterschaft in Abu Dhabi zurück. Der 53-Jährige von Marathon Steinfurt lieferte ein beherztes Rennen ab. Beinahe hätte es sogar zu einem Platz unter den Top Ten gereicht.

Von Marc Brenzel

Wolfgang Probst (r.) belegte in der Wettkampfklasse PTS4 den elften Platz. Daneben die beiden anderen deutschen WM-Starter Martin Schulz und Anke van Engelen.

Die ganz große sportliche Bühne hat Wolfgang Probst betreten. Der Ausdauersportler von Marathon Steinfurt mischte bei der Weltmeisterschaft der Paratriathleten in der absoluten Spitzenklasse seiner Sportart mit. Mit Platz elf in der Klasse PTS4 (mäßige Bewegungseinschränkungen) kehrte der Stemmerter jetzt von den Titelkämpfen aus Abu Dhabi zurück.

„Ich bin total geflasht“, schwärmte Probst. Dabei bezog er sich sowohl auf die sportlichen Rahmenbedingungen als auch auf das Ambiente in dem Emirat am Persischen Golf. „Ich war noch nie da. Absolut beeindruckend, was ich gesehen habe“, so der bei der Bundeswehr angestellte Spitzensportler.

Dienstag vor einer Woche hatte sich Probst in Amsterdam in den Flieger gesetzt, Mittwoch Nacht um 3 Uhr landete er in in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Leichtes Training, Akklimatisierung und das Bekanntmachen mit der Rennstrecke standen für den Münsterländer an den ersten beiden Tagen auf dem Programm.

Am Freitag fand der Wettkampf statt. „Sechs Uhr frühstücken, sieben Uhr auf dem Gelände einchecken – und dann begann die Wartezeit“, schildert der Steinfurter, denn der Startschuss sollte erst um 9.30 Uhr erfolgen. „Da kam es darauf an, sich mental und körperlich vorzubereiten. Aber das mit Bedacht, denn der Körper darf nicht überhitzen“, berichtet der Burgsteinfurter angesichts von nicht unbedingt charmanten 32 Grad und einer hohen Luftfeuchtigkeit.

14 der qualifizierten 16 Topathleten stellten sich letztlich der Konkurrenz. Dabei handelte es sich um die Crème de la Crème – viele von ihnen WM- und Paralympics­teilnehmer, die meisten schon mit Medaillen dekoriert. Mit seinen 53 Jahren war Wolfgang Probst der Oldie. Auch deshalb war die Zielsetzung von Bundestrainer Tom Kosmehl flach angesetzt. „Er meinte, wenn ich einen hinter mir lassen würde, wäre das schon nicht schlecht“, lacht Probst, der von einem Platz in den Top Ten bestenfalls geträumt hatte.

Für die 750 Meter Schwimmen im trüben Wasser der Marina von Abu Dhabi benötigte der Deutsche 12:57 Minuten. Auf Platz acht liegend kam er zusammen mit dem japanischen Silbermedaillengewinner von Tokio, Hideki Uda, aus dem Nass.

Im Sattel – es ging 20 Kilometer über den Formel-1-Kurs – brauchte Probst 31:17 Minuten. „Ich hatte mir einen 40er Schnitt vorgenommen, habe angesichts des Gegenwindes aber nur 38 km/h geschafft. Ich wäre schneller gewesen, hätte ich die kurvigen Schikanen aggressiver angefahren, aber ich wollte da nicht all in gehen“, begründete der frühere Fußballer.

Da das Laufen für Probst die schwächste Teildisziplin ist (22:07 Minuten für fünf Kilometer auf der schnurgeraden Drag Racing Strecke), büßte er noch Zeit und einen Rang an den Russen Mikhail Kolmakov ein. Am Ende überquerte der Marathoni als Elfter in 1:09,52 Stunden die Ziellinie. „Eine Minute schneller beim Radfahren, eine schneller beim Laufen – dann wäre ich unter den ersten Zehn gelandet. Das zu verbessern, daran werden wir jetzt arbeiten“, kündigte der Kaderathlet an.

Ob und wann er wieder für Team Deutschland startet, das wollte Wolfgang Probst nicht sagen: „Nächstes Jahr ist die WM wieder in Abu Dhabi. Ich würde wahrscheinlich nicht ablehnen, wenn ich noch mal teilnehmen könnte. Aber das sollen andere entscheiden.“

Sieger bei den PTS4-Startern wurde Paralympicssieger Alexis Hanquinquant, der 58:54 Minuten benötigte.

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