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Fußball: Bezirksliga

Die Mentalitätsmonster: TuS Graf Kobbo Tecklenburg siegt beim Borghorster FC

Tecklenburg

Fünfter Sieg im fünften Spiel: Der TuS Graf Kobbo Tecklenburg ist perfekt aus der Winterpause gestartet. Im Nachholspiel am Donnerstag gab es einen 4:3-Erfolg beim Borghorster FC. Am Sonntag geht es mit der Partie beim SV Mesum II weiter.

-afi-

Drei Treffer in Borghorst: Tugay Gündogan (rechts) Foto: Jörg Wahlbrink

Zu wenig echte Typen, keine Mentalität – im Fußball wird nach einschneidenden Erlebnissen, sprich Niederlagen, die Spurensuche in Sherlock- Holmes-Manier vorangetrieben. Hat das Personal versagt? Mangelt es an der Einstellung? Fragen über Fragen – denen sich nicht allein der professionelle Fußball stellt. Im Amateurbereich wird auch mit Verve gekickt, und mitunter gibt es auch dort viel Redebedarf. So wie am Donnerstag nach der ersten Hälfte beim Gastspiel des Bezirksligisten TuS Graf Kobbo Tecklenburg beim Borghorster FC. „Die erste Hälfte war ein Abbild der ersten Saisonspiele“, blickte Spielertrainer Julian Lüttmann nach dem 4:3 (1:2)-Erfolg in den Rückspiegel. „Wir waren null präsent und in den Zweikämpfen unterlegen, hatten keinen Zugriff, eigentlich haben wir uns nur in die Pause gerettet.“ Da passte so vieles nicht.

Nun 45 Minuten Anlaufzeit, die mussten diesmal sein, bis der TuS auf Betriebstemperatur kam – und, wie Lüttmann festhält, in die Spur fand. „Mit Beginn der zweiten Hälfte waren wir voll da. Da hat sich die Mentalität der Truppe gezeigt.“ Da ist es, das geflügelte Wort.

Torjäger Tugay Gündogan brachte die Seinen per Strafstoß zwar schnell in Front (3.), aber diese Führung war alles andere als ein Ruhekissen. Tecklenburg ließ Borghorst fortan unerklärlicherweise schalten und walten, zog sich zurück wie das Kätzchen vor dem Hund. Joshua Olden (7.) und Alexander Hesener (29.) wendeten das Blatt, der Pfosten verhinderte zweimal Schlimmeres. „Wir hatten großes Glück“, so Lüttmann.

Als hätte Coach Klaus Bienemann in der Kabine den Schalter bei jedem einzelnen Seiner Jungs umgelegt, spielten die wie zuletzt frech auf, gingen plötzlich wie selbstverständlich in die Zweikämpfe, nutzten die sich bietenden Chancen. Allen voran Goalgetter Gündogan, der einen an ihm selbst verursachten Freistoß nach 47 Minuten nahezu perfekt in den Winkel setzte – 2:2. Elf Minuten später legte Gündogan auf für den Ex-Lotter Lucas Hottenträger (58.). Und wieder Gündogan stand nach 71 Minuten goldrichtig, zwei Tore vorn, Kobbo obenauf. Der eingewechselte Maurice Tia vergab zweimal aussichtsreich, und auch der erst in der Schlussphase eingesetzte A-Jugendliche Jan Hanke hatte das fünfte Ding auf dem Schlappen. So war das 3:4 durch Torben Schlieckmann (90.+3) bei einem der wenigen Entlastungsangriffe der Platzherren zu verschmerzen. Tecklenburg sorgt weiter für Furore, ist mit fünf Siegen fantastisch aus der Winterpause gekommen. Und will am Sonntag beim SV Mesum II den nächsten Dreier (13 Uhr). Muss aber auf seinen Top-Schützen verzichten. Tugay Gündogan sah in Borghorst seine fünfte Gelbe Karte und ist zum Zuschauen verdammt. Ein Ausfall, der schwer wiegt.

TuS: Schell – Emekci, Neitzert, Mentrup – Große-Wördemann, Balja (75. Kortemeyer), Knippenberg, Guttek (79. Samanci/90. Hanke) – Gündogan – Hottenträger, Lüttmann (83. Tia)

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