Volleyball: Beim USC Münster herrscht jetzt Gesprächsbedarf

Abschied mit Siegerlächeln

Münster

Zum Abschied ein Erfolgserlebnis: Mit 3:0 bezwang der USC Münster am Samstagabend Bundesligaschlusslicht SW Erfurt – und verabschiedet sich mit einem Erfolgserlebnis aus einer Saison, die von Ergebnissen dieser Art viel zu wenig zu bieten hatte. Die Bälle sind verstaut, jetzt wird gesprochen, über vergangenen und künftige Zeiten ...

Ansgar Griebel

Versöhnlicher Abschluss: Jubel bei den USC-Spielerinnen nach dem 3:0-Erfolg gegen Erfurt. Foto: Jürgen Peperhowe

Volleyball-Bundesligist USC Münster hat die seltene Gunst der Stunde genutzt und die Saison mit einem Sieg abgeschlossen. Eine Ehre, die im Normalfall nur dem Deutschen Meister gebührt. Doch lange bevor diese zentrale Frage final geklärt werden kann, verabschiedete sich der USC als Tabellenneunter – und mit einem 3:0-Erfolg gegen SW Erfurt – aus dieser Runde, die jetzt von den besten acht Teams Deutschlands zu Ende gespielt wird. Ohne den USC – und das ausgerechnet im Jahr des 60. Vereinsjubiläums. Die Plakate zum Geburtstag hingen jetzt wochenlang mangels Publikum unbeachtet in der Halle am Berg Fidel, zu feiern gab es in dieser Spielzeit ohnehin zu wenig. Gestern wurden auch die Plakate mit den sprudelnden Sektflaschen eingerollt und auf Nimmerwiedersehen verstaut. Und so bildete der 3:0-Erfolg (25:18, 26:24 und 25:23) gegen das abgeschlagene Schlusslicht schließlich auch nur einen schwachen Trost nach einer verkorksten Saison – aber besser ein kleiner Trost als gar keiner.

Eine Frage des Respekts

„Genau das hatten wir vor dem Spiel besprochen“, gab der scheidende Trainer Ralph Bergmann nach dem Matchball zu Protokoll. „Es ging um Respekt seiner Sportart und sich selbst gegenüber“, so Bergmann, der sein Interimsmandat an der Seitenlinie niederlegt und sich künftig 100-prozentig seinen Manageraufgaben widmen wird. Dazu zählen die anstehenden Einzelgespräche Anfang der kommenden Woche, wenn mit allen Spielerinnen ein persönliches und vielleicht auch versöhnliches Saisonfazit gezogen werden soll. Mit dabei dann auch Lisa Thomsen, die nach ihrer Babypause im Sommer wieder ins Trainer-Amt zurückkehrt. Bereits am Samstag war die 35-Jährige mitsamt Söhnchen zu Gast in der Halle. Auch die verletzten Helo Lacerda und Linda Bock drückten die Daumen und suchten sich einen Platz auf dem Abschiedsfoto, einzig Anika Brinkmann fehlte nach Absprache mit dem Trainer wegen akuter Rückenbeschwerden.

Letztes Spiel in dieser Besetzung

Sicher ist, dass die Mannschaft sich in dieser Besetzung nicht wiedersehen wird. Nur drei Spielerinnen haben Verträge über das Saisonende hinaus, die anstehenden Gespräche werden auch Aufschluss über die weitere Zusammenarbeit geben. „Ich habe da natürlich meine Vorstellungen“, verrät Ralph Bergmann. Jetzt soll geklärt werden, wie sich diese Vorstellungen mit den Interessen der Spielerinnen decken. Bis Ostern sollten die meisten Personalien geklärt sein – die Bälle wanderten bereits gestern Abend zurück in die Rollkästen. Für einige Spielerinnen wird dieser Samstagabend bereits der letzte im USC-Trikot gewesen sein. Der stille Abschied passte zur trostlosen Corona-Saison.

Startseite