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Pokal: VfB Suhl beim 3:0 eine Nummer zu groß für den USC Münster

Das schnelle Ende einer Reise nach Thüringen

Münster

70 Minuten – so schnell war das Aus des USC Münster in der ersten Runde des DVV-Pokals besiegelt. Beim VfB Suhl hagelte es am Samstagabend in der legendären „Wolfsgrube“ ein 0:3.

Von André Fischer

USC-Trainerin Lisa Thomsen fordert sechs, sieben Monate knallharte Arbeit für den gemeinsamen Erfolg. Foto: Jürgen Peperhowe

Sie bricht auf, um Dinge zu sehen, Menschen zu erleben. Und Gegenden zu erkunden, die sie fassungslos machen. Mit 64 Jahren steigt Margot Flügel-Anhalt zum ersten Mal in ihrem Leben auf ein Motorrad, wagt das ganz große Abenteuer, verlässt ihr beschauliches Heimatdorf gen Zentralasien. Eine wochenlange Reise mit Tausenden von Kilometern. „Diese Dokumentation hat mich gepackt“, sagt Lisa Thomsen. Die Trainerin des USC Münster sitzt in der Nacht auf Sonntag im Bus nach dem Pokalspiel in Suhl, versucht das Aus im Achtelfinale des DVV-Pokals in der berühmt-berüchtigten „Wolfsgrube“ zu verarbeiten. Die „Doku“ in der ARD-Mediathek ist äußerst dienlich im abgedunkelten Gefährt, das Theo Herdering gewohnt sicher über den Asphalt steuert. „Es gibt durchaus Parallelen zum USC“, sagt die 37-Jährige. „Auch wir befinden uns in dieser Saison auf einer langen Reise.“

Kaum begonnen, ist die erste Expedition bereits ein Stück Erinnerung. Im Achtelfinale des lukrativen Wettbewerbs des Verbandes ist Endstation für die Unabhängigen. In Thüringen hagelt es ein 0:3 (15:25, 11:25, 16:25). An jenem Schauplatz, der in der Vergangenheit manch nervenaufreibende „Schlacht“ produzierte. Auch mit Beteiligung der Gäste aus Münster, die in den goldenen Jahren fast immer die Nase vorn hatten. Inzwischen hat Suhl aufgeholt, die Ehrfurcht vor dem einst übermächtigen Gegner ist dem Vertrauen in die eigene Stärke gewichen. Die Unabhängigen reisen mittlerweile mit viel Respekt an – und mitunter als Außenseiter. „Die haben sich in all den Jahren toll entwickelt“, lobt Thomsen.

Und sieht ihr Team nur im ersten Satz anfangs auf Augenhöhe. „Wir haben einfach einen schlechten Tag erwischt“, gibt sie zu. Der Traum, den Halbfinaleinzug aus dem Vorjahr wiederholen zu können, wird binnen 70 Minuten zerstört. Eine schnelle Nummer, diese Geschichte. Nach der Niederlage unter der Woche bei den Ladies in Black Aachen gab es einen neuerlichen Dämpfer für die Unabhängigen, die mit Rückschlägen leben müssen. Das weiß auch Thomsen: „Wir brauchen einfach Zeit, müssen sechs, sieben Monate knallhart arbeiten.“

Mut macht dem USC die Rückkehr der Dänin Mikala Mogensen, die nach ihrer Krankheit schon bei den Ladies in Black ein kurzes, vielversprechendes Comeback gab. „Sie ist eine Kämpferin, wird schon hoffentlich bald ihre alte Form finden“, freut sich Thomsen.

Im finalen Abschnitt nutzte Suhl den vierten von sage und schreibe elf Matchbällen. Die kroatische Zuspielerin Vedrana Jakšetić setzte einen Haken unter den Samstagabend. Die Siegerinnen treten im Viertelfinale nun beim Titelverteidiger Allianz MTV Stuttgart, der 3:0 gegen Neuwied gewann, an. Zumindest für den VfB geht die Reise im Pokal weiter – während sich der USC voll und ganz auf die Qualifikation für die Playoffs konzentrieren kann. Auch das wird ein längerer Ausflug, der viel Körner kosten wird.

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