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Volleyball: 3. Liga

Gegner mit positivem Test - USC II sagt ab und verliert 0:3

Münster

Absurdität in Corona-Zeiten: Weil eine Spielerin des MTV Hildesheim am Sonntagmorgen einen positiven Schnelltest hatte, ließ der USC Münster II Vorsicht walten und verzichtete auf das Drittliga-Duell. Das kommt die Münsteranerinnen nun teuer zu stehen.

Von Thomas Austermann

Staunten am Sonntag nicht schlecht über das Verhalten des MTV Hildesheim: Die USC-Spielerinnen Lea Quabeck, Chiara Hoenhorst, Johanna Thewes und Marieke Zink (von links).   Foto: Ralf Aumüller

Das angesetzte Doppelpack-Wochenende schrumpfte für Volleyball-Drittligist USC Münster II auf nur eine Partie zusammen: Nach dem Samstagspiel bei Spitzenreiter BSV Ostbevern, der 2:3-Niederlage (26:24, 21:25, 16:25, 25:15, 7:15) binnen 101 Spielminuten, sagten die hier mit einem Zähler belohnten Münsteranerinnen das für Sonntag in Berg Fidel geplante Duell mit dem MTV Hildesheim ab. Aus „Gründen der Vernunft, gemäß unserer Verantwortung, zu unserem Schutz wie dem unserer Freunde und Familien.“

Die vor Ort zwischenzeitlich zugespitzte Diskussion mit den angereisten Gästen aus Niedersachsen entzündete sich daran, dass eine MTV-Spielerin am Vormittag vor Antritt der Fahrt einen Schnelltest mit einem positiven Ergebnis vorlegte und nicht anreiste.

Da die Mannschaft, die nach interner Abstimmung geschlossen für ein Antreten in Münster votierte, noch am Samstag gemeinsam trainiert hatte, „war für uns alle das Risiko, dass sich aus diesem Miteinander ergibt, untragbar“, wie uns Johanna Thewes und Anna Hoja als Sprecherinnen der USC-Zweiten sagten.

Hildesheim führt Terminprobleme an

Die Mannschaftsverantwortlichen und Ute Zahlten als Vorsitzende des Jugendausschusses, die zur Spielorganisation in der Halle war, boten Hildesheim eine Spielverlegung an. „Darauf wollte sich die Mannschaft nicht einlassen und begründete das mit Terminproblemen“, sagte Thewes.

Nur wenn beide Teams einer Verlegung zustimmen, kann die Staffelleitung einen neuen Termin ansetzen. „Wir waren geschlossen der Meinung, Vorsicht walten lassen zu müssen“, sagte Hoja, und dachte „zum Beispiel an die Lehrerinnen unter uns, die Montag wieder in die Schulen müssen.“ Das Votum der USC-Zweiten unterstützte die Vereinsführung.

Hoja: "Man geht anders miteinander um"

Die Weigerung des Gäste, einer Spielverlegung zuzustimmen, stufte Hoja als inakzeptabel ein. „In diesen Zeiten geht man anders miteinander um.“ Den USC wird eine 0:3-Spielwertung treffen. Regulär abgesagt worden wäre die Partie nur, wenn es vier Spielerinnen mit positivem Schnelltest getroffen hätte.

Die Niederlage am grünen Tisch wirkt sich aus, denn wie Ostbevern und Hildesheim dürfte der USC die Aufstiegsrunde erreichen und nimmt dieses 0:3 als Hypothek mit in die nächste Spielrunde. Wettbewerbsgerecht sei das keinesfalls, hieß es in Berg Fidel.

In Ostbevern gibt's ein Derby mit vielen Wendungen

Wesentlich erfreulicher war der Samstag aus USC-Sicht gelaufen. Das Geisterspiel in Ostbevern hätte zwingend ein Publikum verdient gehabt. Die Partie bot alles, was ein Derby ausmacht: viele Wendungen, kuriose Ballwechsel, jede Menge Dramatik. „Ostbevern hat super aggressiv gespielt und gerade mit dem Aufschlag viel Druck gemacht“, sagte USC-Coach Constantin Limpinsel.

Satz eins gewannen die Gäste in der Verlängerung, den zweiten Durchgang verloren sie trotz 21:20-Führung. Ostbevern stellte auf 2:1, der USC kam noch mal zurück – bis der Tiebreak die Entscheidung brachte. Eine sportliche wohlgemerkt. Die war der Partie am Sonntag nicht vergönnt.

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