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Volleyball: DVV-Pokal

USC kämpft um erste Titelchance seit 16 Jahren

Münster

Eine Partie trennt den USC Münster noch vom Endspiel im DVV-Pokal. Das große Problem: Der Halbfinal-Gegner am Dienstag heißt Allianz MTV Stuttgart und ist klarer Favorit. USC-Trainerin Lisa Thomsen hofft auf das eine von 100 Spielen.

Von Henner Henning

Eine Szene aus der Bundesliga-Partie: Stuttgarts Spanierin Maria Segura Pallerés (r.) überwindet den USC-Block mit Barbara Wezorke (l.) und Iris Scholten. Die Schwäbinnen gewannen mit 3:0 und sind auch im Pokal-Halbfinale am Dienstag der große Favorit. Foto: Imago/Pressefoto Baumann

Es ist der 19. März 2006, der USC Münster greift nach dem DVV-Pokal. In Halle/Westfalen, im Endspiel gegen den Schweriner SC. Doch der Titelverteidiger, der auch 2004 gewonnen hatte, geht leer aus, verliert 0:3 – und hatte seitdem nie wieder die Chance, nach einem Titel zu greifen.

Das soll sich ändern. Wenn es am 6. März 2022 in der SAP-Arena um den Pokal geht, wollen die Unabhängigen dabei sein. Einziges Problem: Am Dienstag (19 Uhr) steht noch das Halbfinale in der Halle Berg Fidel an, in der mit Allianz MTV Stuttgart die derzeit wohl beste deutsche Mannschaft der Gegner sein wird.

"Der Gegner hat den absoluten Druck"

Ungeschlagen in der Bundesliga (zehn Siege), dazu im CEV-Cup unter den besten acht und im nationalen Pokal-Wettbewerb in der Vorschlussrunde – da rollt ein dicker Brocken auf den USC zu, die Rollenverteilung ist eindeutig. Zumal Münster am dritten Spieltag im Schwabenland 0:3 verlor, in den drei Sätzen nur auf 43 Punkte kam.

„Stuttgart ist der absolute Favorit. Spielen beide Teams ihr normales Niveau, gewinnt Stuttgart 99 von 100 Partien gegen uns“, sagt Trainerin Lisa Thomsen ohne dabei das „Aber“ zu vergessen. „Aber der Gegner hat auch den absoluten Druck. Dort zählen nur Siege und Titel“, weiß sie aus ihrer Erfahrung der Saison 2015/16 beim MTV. Und auch das „Charakteristikum des Pokals“ bemüht sie, in einer Begegnung sei viel möglich. „Aber dafür müssen wir an unsere Grenzen gehen. Und darüber hinaus.“

Stuttgarts klangvolle Namen

An diese musste der USC am Freitag gegen SW Erfurt nicht gehen, ohne zu glänzen gewann er 3:0. „Uns ist klar, dass es von der Konstanz her nicht unser bestes Spiel war. Aber in den entscheidenden Momenten waren wir da und haben es geschafft, den Kampf anzunehmen. Das ist auch essenziell für Dienstag, Stuttgart wird von Anfang an mit viel Power kommen. Dieser müssen wir uns entgegenstellen.“

Wie wuchtig das MTV-Spiel ist, erlebte Münster im Oktober. Coach Tore Aleksandersen verfügt über eine Vielzahl an Optionen. Neben Kapitänin Krystal Rivers sind ihre US-Landsfrau Simone Lee, Maria Segura Pallerés (Spanien) oder im Mittelblock Mira Todorova (Bulgarien), Eline Timmerman (Belgien) und die frühere USClerin Juliet Lohuis (Niederlande) Abnehmerinnen für Zuspiele von Ilka van de Vyver (Belgien) und Julia Nowicka (Polen). Klangvolle Namen, die für hohe Qualität stehen.

Nach 16 Jahren wieder eine Titelchance?

Die Waffen wird Münster im Vorfeld jedoch nicht strecken, sondern im Kampf um ein Finalticket – im Endspiel steht nach dem 3:2 in Potsdam der Dresdner SC – alles in den Ring werfen. „Spielfreude, Mut, Emotionen. Wir müssen vom ersten Ballwechsel an alles investieren, müssen Risiko gehen“, sagt Thomsen.

Oder anders formuliert: Der USC will nervig sein, unangenehm – und so den MTV vielleicht in brenzlige Situationen bringen. „Vielleicht wackelt Stuttgart dann ja, zeigt Nerven“, hofft die 36-Jährige, die das Halbfinale mit viel Vorfreude angeht. „Wir fühlen uns in der Underdog-Rolle wohl, wollen das Spiel genießen. Die Mannschaft hat sich das Halbfinale mit guten Leistungen verdient.“

Ein weiterer starker Auftritt, der allerdings mehr als nur gut sein muss – und der USC hätte nach 16 Jahren vielleicht mal wieder eine Titelchance. Schwer, aber der Pokal hat ja bekanntlich eigene Gesetze.

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