1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Usc-muenster
  6. >
  7. Nach dem USC-Erfolg in Suhl gibt's noch ein Nachspiel

  8. >

Volleyball: Bundesliga Frauen

Nach dem USC-Erfolg in Suhl gibt's noch ein Nachspiel

Münster

116 Minuten dauerte die Partie zwischen dem VfB Suhl und dem USC Münster. Doch nach dem Matchball, der an die Westfälinnen ging, war die Begegnung aber noch nicht vorbei. Der Club aus Thüringen, in dessen Reihen es kurz vor dem ersten Aufschlag einen weiteren Corona-Fall gegeben hatte, wehrte sich gegen die Darstellung der Volleyball Bundesliga (VBL).

Von Henner Henning

Barbara Wezorke (Mitte) und Maria Schlegel (2. von links) trugen gegen Suhl anfangs eine Maske. Foto: Bastian Frank

Die Partie zwischen dem VfB Suhl und dem USC Münster hat ein Nachspiel, das auf der Vorgeschichte beruht. Am Dienstagmittag, wenige Stunden vor dem ersten Aufschlag, wurde Suhls Libera Elisa Lohmann positiv auf das Coronavirus getestet. Da es nach der Ex-USClerin Lisanne Meis der zweite Fall war, wollte der VfB die Begegnung absagen. Doch die fand statt, wie die Volleyball Bundesliga (VBL) verlauten ließ „einvernehmlich“. Dagegen erhoben nun die Thüringer ihre Stimme, widersprachen dieser Aussage heftig.

In einer öffentlichen Stellungnahme wehrte sich der Verein und distanzierte „sich deutlich von dem durch die Volleyball Bundesliga vermittelten Eindruck, dass die Spieldurchführung des Ligaspiels (...) einvernehmlich entschieden wurde“. Nach Bekanntwerden der zweiten Erkrankung hatte der VfB Kontakt zur VBL aufgenommen, um „das weitere Vorgehen mit Blick auf die unklare Infektionslage im gesamten Team und auf das bevorstehende Spiel zu besprechen“, hieß es.

Suhl distanziert sich "aufs Schärfste"

Dennoch beharrte die Liga auf der Ansetzung. Wohl wegen der Live-Übertragung im Free-TV bei Sport  1. „Der VfB Suhl ist sich der vertraglichen Verpflichtungen der Liga bei Live-TV-Spielen bewusst. Was jedoch [...] durchgedrückt wurde, war fahrlässig. Wir distanzieren uns von dieser Entscheidung und der Aussage, sie sei einvernehmlich entstanden, aufs Schärfste. Als Sportverein und Arbeitgeber ist die Gesundheit unserer Spielerinnen, den Betreuern, allen freiwilligen Helfern und am Spieltag Tätigen das wichtigste Gut. Dass die Liga, weil das Spiel ein Live-TV-Spiel war, auf eine Durchführung bestand, ist unverantwortlich“, sagte VfB-Geschäftsführer Dr. Guido Reinhardt am Mittwoch.

Zum Vergleich: Die Partie des VC Wiesbaden gegen den VC Neuwied wurde in vergleichbarer Situation abgesagt – es war ja kein TV-Spiel.

Auch der USC hatte Magengrummeln

Auch USC-Trainerin Lisa Thomsen und viele Spielerinnen waren mit einem Magengrummeln in die Partie, die Münster 3:1 gewann, gegangen. So trugen Blockerin Barbara Wezorke und Angreiferin Maria Schlegel zu Spielbeginn gar Masken auf dem Feld, Thomsen und weitere Teammitglieder taten dies am Spielfeldrand.

„Wir wussten nicht genau, ob aktuell noch jemand das Virus in sich trug. Das kann man nach einem Schnelltest nicht sagen. Aber das ist gerade die Situation, in der wir uns befinden“, so Wezorke. Und die Lage wird sicher noch einige Tage und Wochen kompliziert bleiben.

Startseite
ANZEIGE